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Angestellte Jeder Dritte arbeitet mehr als 45 Stunden in der Woche

Die Akten stapeln sich: Meist sind mehr als acht Stunden Arbeit am Tag verboten Zur Großansicht
DPA

Die Akten stapeln sich: Meist sind mehr als acht Stunden Arbeit am Tag verboten

Mehr als die Hälfte aller deutschen Arbeitnehmer macht Überstunden. Vor allem in Hotels und Restaurants arbeiten viele deutlich mehr, als im Vertrag vereinbart ist.

Die Gäste haben Extrawünsche, die Reinigung der Zimmer dauert länger als geplant, das Büfett ist anspruchsvoller als erwartet: Vor allem in der Hotel- und Gaststättenbranche leisten die Angestellten Überstunden - 63 Prozent der Vollzeitbeschäftigten arbeiten in diesem Gewerbe länger als vereinbart.

Doch auch in vielen anderen Berufen machen die Mitarbeiter Überstunden, so geben etwa 59 Prozent der Fahrzeugführer an, überlange Arbeitszeiten zu haben. Insgesamt schafft es mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland nicht, pünktlich in den Feierabend zu gehen. Das geht aus einer repräsentativen Befragung des Deutschen Gewerkschaftbunds hervor. Im Juli war eine Studie der Gehaltsdatenbank Gehalt.de zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Mehr als ein Drittel der Vollzeitbeschäftigten verbringen wöchentlich 45 Stunden und mehr am Arbeitsplatz, 17 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten geben sogar an, über 48 Stunden pro Woche zu arbeiten.

Wer mehr als 45 Stunden die Woche am Arbeitsplatz verbringt, steht der Studie nach oft unter Zeitdruck. 70 Prozent der Befragten, die überlang arbeiten, gaben an, sich sehr häufig gehetzt zu fühlen. Bei den Arbeitnehmern, die 35 bis 44 Stunden die Woche arbeiten, stehen 49 Prozent unter Zeitdruck.

Viele Beschäftigte arbeiteten nicht freiwillig 45 Stunden und mehr pro Woche, sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Sie erinnert an die gesetzlichen Höchstarbeitszeiten: Meist seien mehr als acht Stunden am Tag verboten. "Wir brauchen neue Regeln, damit die Beschäftigten ihre Arbeitszeit flexibel und selbstbestimmt gestalten können."

Eine gesetzliche Verpflichtung zu Überstunden existiert nicht. Sofern keine ausdrückliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer besteht, können Mitarbeiter Nein sagen. Dann müssen sie nur in Notfällen oder anderen unvorhersehbaren Fällen nach Feierabend ran.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag aus unserer Arbeitsrechtsdatenbank: Wie viele Überstunden sind erlaubt?

kha/dpa

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insgesamt 50 Beiträge
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1. Die 40-Stunden-Woche...
trader_07 11.02.2016
Die 40-Stunden-Woche wurde erst 1965 realisiert, davor waren 48 Stunden Standard. Also kein Aufreger, wenn man 45+ Stunden arbeitet... ein Selbständiger schmunzelt eh über diese Stundenzahl.
2. Flexibilität ist der Tod des Feierabends
nuramnoergeln 11.02.2016
man will ja seine Arbeit schaffen und macht daher länger. Desto flexibler die Arbeitszeit, um so eher wird auch länger gemacht. Nicht der DGB sondern der Arbeitgeberverband sollte zur flexibleren Arbeitszeiten aufrufen, um den Arbeitnehmer besser übervorteilen zu können. 40 Stunden einkaufen und 45 Stunden bekommen, ein Rabatt von 12,5%. Na wo bekomme ich denn so was, von menem Arbeitnehmer.
3. Überstunden sind unsolidarisch
dasdondel 11.02.2016
30 Mio Beschäftigte, davon ein Drittel sind 10 Millionen. 8 Arbeiter mit je 5Überstunden, ersetzen einen Vollzeitbeschäftigten. Das sind insgesamt 1.25Millionen vernichtete Arbeitsplätze.
4. @trader_07
Finnland55 11.02.2016
Ihre Argumentation ist keine. Vor 100 Jahren gab es auch noch Kinderarbeit, also warum nicht wieder einführen? Selbständige - bin ich selbst - treffen diese Entscheidung für sich selbst. Wenn im Vertrag 40 Stunden vereinbart sind und alles darüber hinaus in keinster Weise abgegolten wird, ist es schlicht und einfach ein Verstoß gegen den Vertrag, egal, was früher oder sonstwo gilt. Menschen arbeiten vielerorts umsonst - Überstunden werden oft nicht bezahlt und der Freizeitausgleich funktioniert auch nicht immer. Heißt, das drückt den Durchschnittstundenlohn und der AG bekommt Arbeit geschenkt. Nimmt man die in diesem Lande geleisteten Überstunden zusammen, kann man sehen, dass die mit zusätzlichen Arbeitsplätzen abzudecken wären, bei entsprechender Verteilung. Und von wegen man kann "Nein" sagen - klar kann man das von Gesetz wegen - aber kommen Sie damit mal einem Chef.
5. Auf gehts
zynik 11.02.2016
Zitat von trader_07Die 40-Stunden-Woche wurde erst 1965 realisiert, davor waren 48 Stunden Standard. Also kein Aufreger, wenn man 45+ Stunden arbeitet... ein Selbständiger schmunzelt eh über diese Stundenzahl.
....und Anfang des 19. Jahrhunderts haben die Leute noch mehr gearbeitet. Dabei haben sie auch nicht ständig wegen zu niedrigen Löhnen rumgemeckert. Wenn doch, konnte man wenigstens mal dazwischen hauen. Also weiter so und frohe Selbstausbeutung.
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