Von Jochen Leffers
Sie werden als Brückenschweine, Brückenschlampen oder auch Brückenteufel beschimpft. Ihre Spezialität: vorausschauendes Freizeitmanagement. Ein versierter Kurzurlaubsplaner nimmt stets an den Brückentagen zwischen Feiertag und Wochenende Urlaub, und das gleich für das ganze Jahr im Voraus - so früh, dass die lieben Kollegen nicht mehr zum Zuge kommen.
2013 geht ja gleich gut los. Schon die Weihnachtszeit war ein Fest für Brückenteufel, Silvester fiel auf einen Montag, der 1. Januar auf den Dienstag. Wer gleich die nächsten drei Tage Urlaub genommen hat, kann sich in aller Ruhe vom Silvesterkater erholen. Und damit beginnt ein ziemlich arbeitnehmerfreundliches Jahr, denn die meisten Feiertage liegen in der Woche.
Das ist zunächst das Osterwochenende. Wenig überraschend ist auch 2013 der Karfreitag ein Freitag, und der Ostermontag korrekt! Wer vorher oder nachher ein Quartett an freien Tagen sammelt, kommt auf zehn Tage am Stück. Soweit normal. Dafür fällt der 1. Mai, Tag der Arbeit, dieses Jahr geschmeidig auf einen Mittwoch, und das drängt sich auf für eine weitere Woche mit ohne Arbeit.
Im Mai geht es munter so weiter, Schlag auf Schlag. 9. Mai: Christi Himmelfahrt - ein Donnerstag, Feiertag in allen Bundesländern, wie auch der Pfingstmontag am 20. Mai. Von der Ballung kirchlicher Feiertage profitieren ansonsten vor allem die Südstaatler. Fronleichnam bietet am 30. Mai, einem Donnerstag, eine schöne Steilvorlage für ein langes Wochenende. Darüber dürfen sich neben Katholiken auch Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften, Agnostiker und Atheisten freuen. Aber nur, wenn sie in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder dem Saarland wohnen. Oder in manchen sächsischen und thüringischen Gemeinden.
Nordlichter müssen mehr arbeiten
Beschäftigte in weiten Teilen Bayerns sowie im Saarland können um den 15. August herum erneut Brücken bauen: Mariä Himmelfahrt ist ebenfalls ein Donnerstag. Das gilt auch für den 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit und bundesweit eine Chance für eine neuntägige Auszeit, wenn man vier Urlaubstage nimmt und die Wochenenden einrechnet.
Schon wieder ein Donnerstag ist der Reformationstag am 31. Oktober, schön für Arbeitnehmer in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Allerheiligen steht am Freitag, 1. November, an. Ein langes Wochenende gönnen, können sich Berufstätige in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie im Saarland.
Exklusiv haben die Sachsen inzwischen den Buß- und Bettag, am 20. November 2013, einem Mittwoch: arbeitsfrei, anders als in allen anderen Bundesländern. In Bayern haben wenigstens auch die Schüler frei. Und Arbeitnehmer in Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein? Sie müssen ganz tapfer sein: Bei den meisten kirchlichen Feiertagen schauen sie in die Röhre - die Feiertagsregelungen sind stark südlastig.
Dafür klingt wie schon das vergangene Jahr bundesweit auch das neue Jahr ausgesprochen arbeitnehmer- und familienfreundlich aus: Der 1. und 2. Weihnachtsfeiertag fallen auf einen Mittwoch und einen Donnerstag. In vielen Unternehmen kommt Heiligabend als halber oder komplett freier Tag hinzu, wie auch Silvester 2013, ein Dienstag. Wer sich gleich dazu die Arbeitstage am 23. Dezember (Montag), 27. (Freitag) sowie 30. Dezember (Montag) frei schaufelt, erreicht zwölf Tage am Stück.
Das sind doch keine schlechten Aussichten. Immer vorausgesetzt, ähnlich ausgefuchste Kollegen grätschen dem Brückenteufel nicht seine ganze schöne Planung zu Klump.
jol
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