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Workaholics Vier Extremarbeiter - und was sie antreibt

Manche Top-Manager ackern, als gäbe es kein Morgen. Die Chefs von Audi, Bertelsmann, Celesio und Beiersdorf schultern ein enormes Pensum. Mitleid ist nicht angebracht: Sie tun genau das, was sie wollen.

Qualitätsversessen: VW-Chef Martin Winterkorn hat jede Kleinigkeit im Blick Zur Großansicht
dapd

Qualitätsversessen: VW-Chef Martin Winterkorn hat jede Kleinigkeit im Blick


Tampa, Florida, Samstag, 6.30 Uhr. Martin Winterkorn, 65, zeichnet beseelt lächelnd die Linie eines vor ihm in der Sonne glänzenden Audi Q7 nach. Das Licht der aufgehenden Sonne sei perfekt, um das Design eines Autos zu begutachten, wird Winterkorn später sagen. Dass er nur vier Stunden geschlafen hat, dass ihm ein mehrstündiger Test diverser Audi-Modelle bevorsteht und er wieder einmal Samstag und Sonntag in der Ferne verbringt, das spielt in diesem Moment keine Rolle.

Tagt der Vorstand ab halb neun, hat Winterkorn sich häufig schon zwei Stunden vorher neue Modelle und Entwürfe präsentieren lassen - und den Tag um fünf Uhr morgens mit Medienscreening auf dem Hometrainer begonnen. Fliegt er zur Messe nach Moskau, diskutiert er an Bord mit seinen engsten Vertrauten letzte Änderungen des neuen VW Golf oder des nächsten Q7 und debattiert nächtens auf dem Rückflug beim Bier die neuesten US-Trends bei Tuning-Teilen.

Ist das noch Arbeit oder schon Feierabend? Egal. "Meine Begeisterung für Autos ist unerschöpflich", hat Winterkorn einmal gesagt.

Qualität steht für Winterkorn stets an erster Stelle. So ist es der VW-Chef gewohnt, seit Ferdinand Piëch ihn, der damals noch bei Bosch Kühlschränke entwickelte, 1981 zu Audi holte. Piëch machte ihn konsequenterweise bald zum Qualitätschef, vertraute ihm das Schicksal seiner Visionen an. Piëch und Winterkorn: Bewunderung auf der einen, Vertrauen auf der anderen Seite. So funktioniert das autobesessene Duo bis heute.

Doch auch Winterkorn zahlt einen Preis für das Dicht-an-Dicht der 16-Stunden-Tage. Für seine Familie, seine Frau und die zwei Kinder, bleibt wenig Zeit. Immerhin, das gemeinsame, wenn auch sehr frühe Frühstück ist ihm heilig. Aber sonst? Zwei Wochen gemeinsamer Urlaub, dieses Jahr in Italien, das muss reichen.

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