• Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Vorurteile unter Ärzten Ich, Halbgott

3. Teil: Kinderholer, Knochenbrecher, Krösusse

Zur Großansicht
DPA

Frauenarzt: Pressen!

Böse Zungen behaupten, die Entscheidung, Gynäkologe zu werden, falle vor dem Spiegel. Heute, da die meisten jungen Ärzte in Wahrheit Ärztinnen sind, spielt das keine so große Rolle mehr. Ideales Fach für handwerklich Geschickte, die trotzdem Köpfchen haben, deren manuelle und intellektuelle Fähigkeiten für die Neurochirurgie aber leider nicht ausreichen. Wer mit dickbäuchigen, kreischenden Frauen und deren Nachwuchs nicht kann, für den bietet die Gynäkologie ausreichend Ausweichmöglichkeiten. Alle anderen können ein Leben lang jeden Gesprächspartner neidisch machen oder, je nach Façon, nerven, wenn sie erzählen, dass es nichts Schöneres gibt, als Kinder auf die Welt zu bringen.

Zur Großansicht
DPA

Orthopäde: Der Knochenbrecher

Sieht sich als Stützapparat der Menschheit und war doch jahrzehntelang nicht mehr als der Einlagenverschreiber der Nation. Derzeit beschäftigt er sich hauptsächlich damit, weitgehend sinnfrei Schmerzmittel in die Rücken geplagter Patienten zu spritzen. Nachdem nicht einmal mehr die Orthopäden selbst wissen, wozu es dafür eines eigenen Facharztes bedarf, haben sie sich 2008 konsequenterweise mit den Unfallchirurgen zusammengeschlossen und fügen jetzt zusammen, was Motorrad und Asphalt oder Ski und Eis voneinander getrennt haben.

Zur Großansicht
DPA

Radiologe: Ein Topf voll Gold

Es gibt eine Vielzahl von Ärztewitzen, bei denen es darum geht, welcher Arzt am schnellsten einen Topf Gold erreicht. Immer mit dabei: der Radiologe, der für einen Topf Gold gar nicht erst losläuft. Sein Reichtum ist legendär, er führt einsam jede Einkommensliste wenigstens der niedergelassenen Mediziner an. Diese halten ihn für einen merkwürdigen Kauz, der bei heruntergelassenen Jalousien tagsüber im Dunkeln sitzt, um negative Schwarzweißaufnahmen zu betrachten und unverständliche Befunde zu diktieren. Das kompensiert er durch ständig neue, immer teurere Spielzeuge - Computertomograf, Kernspin, Maserati.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 96 Beiträge
n+1 21.01.2013
(es soll angeblich in Japan auch schlimm sein) wird so viel durchleuchtet wie in Deutschland. Röntgen gibt Geld. Der Radiologe ist an der Spitze der Verdienstpyramide, jeder Zahnarzt hat inzwischen sein eigenes Gerät. Grund: die [...]
(es soll angeblich in Japan auch schlimm sein) wird so viel durchleuchtet wie in Deutschland. Röntgen gibt Geld. Der Radiologe ist an der Spitze der Verdienstpyramide, jeder Zahnarzt hat inzwischen sein eigenes Gerät. Grund: die Honorierung. Hier müsste angesetzt werden. Eine Halbierung der Vergütung würde wohl die schlimmsten Auswüchse verhindern. Schließlich bringt einmal Röntgen mehr Strahlung in den Körper als die jahrelange Arbeit in einem Kernkraftwerk.
rydd 21.01.2013
Interessante Behauptung. Gibt es eine Quelle für diese Aussage? Was bedeutet für Sie "einmal Röntgen"? Eine Hand? Einen Thorax? Klassisches Röntgen? CT? Viel relevanter scheint dies hier: Zwei 12,5h Flüge bewirken [...]
Zitat von n+1[...] Schließlich bringt einmal Röntgen mehr Strahlung in den Körper als die jahrelange Arbeit in einem Kernkraftwerk.
Interessante Behauptung. Gibt es eine Quelle für diese Aussage? Was bedeutet für Sie "einmal Röntgen"? Eine Hand? Einen Thorax? Klassisches Röntgen? CT? Viel relevanter scheint dies hier: Zwei 12,5h Flüge bewirken in etwa die gleiche Strahlendosis wie eine RöThorax Aufnahme (Strahlenexposition - DocCheck Flexikon (http://flexikon.doccheck.com/de/Strahlenexposition#Nat.C3.BCrliche_Strahlenexposition)). Denn es gibt wohl mehr Flugzeuggäste als Kraftwerksarbeiter, nicht? ;-) Zum Artikel: Es ist, wenn natürlich auch etwas überzogen, viel Wahres dabei. Herzlichen Dank dafür.
perryhagedorn 21.01.2013
Solange Krankenkassen nicht auf die Idee kommen Ärzte einzustellen werden wir weiterhin bis ans Ende des Tunnels geführt wo Dunkelheit herrscht. Es vielen Ärtzen nicht darum den Patinent zu heilen sondern Kasse zu machen. Die [...]
Solange Krankenkassen nicht auf die Idee kommen Ärzte einzustellen werden wir weiterhin bis ans Ende des Tunnels geführt wo Dunkelheit herrscht. Es vielen Ärtzen nicht darum den Patinent zu heilen sondern Kasse zu machen. Die Verlockung der Pharmaindustrie sind sehr groß. Sehr groß. Ich weiss es.
rrot 21.01.2013
Der Radiologe fordert keine Untersuchung an, sondern der Überweiser beim Radiologen. Eine Halbierung der Untersuchubgskosten führte also eher zu doppelter Untersuchungszahl (weil billiger anzufordern) als zu einer geringereren. [...]
Der Radiologe fordert keine Untersuchung an, sondern der Überweiser beim Radiologen. Eine Halbierung der Untersuchubgskosten führte also eher zu doppelter Untersuchungszahl (weil billiger anzufordern) als zu einer geringereren. Ein wenig Kenntnis vom System täte hier gut. Davon abgesehen haben Radiologen die höchsten Anschaffungs-, Erhaltungskosten und mit das höchste unternehmerische Risiko. Das soll und muss auch angemessen vergütet werden. "Abgesahnt" wird ohnehin nicht. Jeder dahergelaufene BWLer oder Jurist kann über ärztliche Vergütung nur schmunzeln. Überall und an allen Ecken und Enden wird unser Gesundheitssystem auf Wirtschaftlichkeit getrimmt. Alles wird Kosten-Nutzen-gegengerechnet und abgewogen. Aber Wehe der Arzt denkt einmal unternehmerisch! Dann ist der Aufschrei groß. Das ist doch paradox...
paddler0 21.01.2013
Jede Reise nach Malle bedeutetein x-Faches an Strahlen als ein Besuch beim Radiologen
Jede Reise nach Malle bedeutetein x-Faches an Strahlen als ein Besuch beim Radiologen
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik KarriereSPIEGEL
alles aus der Rubrik Berufsleben
alles zum Thema Ist der Ruf erst ruiniert - KarriereSPIEGEL

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 4/2013 Die Psycho-Falle Therapeuten streiten über die Grenze zwischen Gesundheit und seelischer Erkrankung



Social Networks


TOP