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Steuerrecht So lässt sich das Arbeitszimmer von der Steuer absetzen

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Dies ist ein Home Office: Die Regeln für die steuerliche Absetzbarkeit bleiben

Der Bundesfinanzhof hat entschieden: In Sachen Arbeitszimmer bleiben die strengen Regeln erhalten. Was heißt das für Ihre nächste Steuererklärung?

  • Der Bundesfinanzhof hat darüber entschieden, wann sich ein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen lässt. Was muss man wissen?

Alles bleibt beim Alten, aus Arbeitnehmersicht: leider. Das Urteil bedeutet, dass auch weiterhin die Ausgaben für ein Arbeitszimmer in der Wohnung nur dann bei der Steuer geltend gemacht werden können, wenn es nahezu ausschließlich beruflichen Zwecken dient. Hätte das oberste Steuergericht anders entschieden, wäre auch eine Aufteilung zulässig gewesen. Zum Beispiel: Wer ins Arbeitszimmer eine Schlafcouch stellt und es hin und wieder als Gästezimmer nutzt, hätte die Flächen aufteilen können und vielleicht ein 60-Prozent-Arbeitszimmer mit 40-Prozent-Gästebereich gehabt. Doch diese lebensnahe Herangehensweise wurde nun höchstrichterlich verworfen.

  • Warum wird ein Teilzeit-Arbeitszimmer nicht anerkannt?
Nach Ansicht der Richter lässt sich kaum überprüfen, wie viel Zeit der Arbeitnehmer tatsächlich in dem Raum arbeitet. 20 Prozent seiner gesamten Arbeitszeit, oder doch eher 40 Prozent? Es wurde sogar über ein Zeitenbuch diskutiert, in dem der Steuerzahler seine Anwesenheit im häuslichen Arbeitszimmer dokumentiert, was aber aus Sicht der Richter keinen Beweiswert gehabt hätte. Das wäre vielleicht auch zu bürokratisch geworden.

  • Nochmal zum Mitschreiben: Wann kann ich ein Arbeitszimmer steuerlich geltend machen?

Ein Arbeitszimmer dient allein beruflichen Zwecken. Wer hin und wieder private Mails an seinem Computer beantwortet, hat damit noch kein Problem. Wer aber etwa einen großen Teil der Zeit nutzt, um die Webseite des Handballvereins zu pflegen, verstößt gegen geltende Bestimmungen. Auch eine Arbeitsecke im Wohnzimmer sieht der Fiskus nicht als Arbeitszimmer an. Im aktuellen Fall hatte ein Mann in seinem Arbeitszimmer nebenher mehrere vermietete Wohnungen verwaltet. Das gehört aber nicht zu seinen beruflichen Aufgaben.

  • Für wen ist das Arbeitszimmer damit absetzbar?

Es wird zwischen zwei Varianten unterschieden.

Bei Variante A erkennt das Finanzamt ein Heimbüro an, wenn es Dreh- und Angelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit ist. Arbeitet ein freier Journalist oder Buchautor zum Beispiel ausschließlich von daheim aus, kann er seine Kosten fürs heimische Arbeitszimmer in unbegrenzter Höhe in seine Steuererklärung hineinnehmen. Auch Hausfrauen und -männer können versuchen, all ihre Kosten anzusetzen, wenn sie sich etwa mit dem Verkauf von Versicherungen, Kosmetik oder anderem etwas dazu verdienen. Ebenso Rentner mit Nebenjob, die beispielsweise Arbeiten für die frühere Firma daheim am Computer erledigen. Dann ist ihr Heimbüro zwangsläufig Mittelpunkt ihrer Tätigkeit, und die Ausgaben für das Zimmer sind Werbungskosten.

Variante B betrifft mehr Bürger: Fehlt ein fester, eigener Schreibtisch im Betrieb, dürfen Kosten für das eigene Arbeitszimmer von bis zu 1250 Euro pro Jahr in die Steuererklärung eingetragen werden. Von diesem Bonus können zum Beispiel Lehrer profitieren, aber auch etliche Außendienstmitarbeiter, Versicherungsmakler und Freiberufler quer durch alle Berufsgruppen. Ihren heimischen Arbeitsplatz absetzen könnten auch Steuerzahler, die in Aus- oder Fortbildung sind, ein Fernstudium oder sonstige Weiterbildungsmaßnahmen durchziehen. Kein Problem mit dem Finanzamt dürfte auch bekommen, wer am Arbeitsplatz zu Hause während der Elternzeit oder Arbeitslosigkeit für den künftigen Job lernt.

  • Muss man beim Zuschnitt des Zimmers etwas beachten?

Für die Größe des Arbeitszimmers gibt es keine starren Vorgaben. Was zu beachten ist: Der Raum muss mit einer Tür abgetrennt sein, ein Durchgangszimmer geht nicht. Die Wohnung muss zudem so groß sein, dass noch genügend sonstiger Raum bleibt. Wer bei 48 Quadratmetern Wohnfläche ein 30 Quadratmeter großes Arbeitszimmer absetzen will, dürfte sich eine Abfuhr beim Finanzamt holen.

  • Welche Möbel und Geräte sind erlaubt?

Beruflich Notwendiges wie Schreibtisch, Stuhl, Regale, Bücherschrank sollte dominieren. Eine Sitzecke, Blumen und Bilder sind erlaubt. Heikel wird es, wenn Gästebett, Fernseher oder ein Kühlschrank im Arbeitszimmer stehen.

  • Welche Kosten genau kann man absetzen?

Anrechenbar sind die anteilige Miete und Versicherungen, ebenso Schornsteinfeger- und Müllkosten, Aufwendungen für Lift, Strom, Wasser und Reinigung - alles bis maximal 1250 Euro. Zusätzlich dürfen Arbeitsmittel sowie Schreibtisch, Computer und Ähnliches geltend gemacht werden.

  • Und wenn ich ein Arbeitszimmer außerhalb meiner Wohnung miete?

Das macht die Sache einfacher, denn die Rechtslage ist dann eindeutig: Das Finanzamt wird alle Kosten akzeptieren. Außerdem hat man es dann mit dem hübschen Steuerrechtswort "außerhäuslich" zu tun. Außerhäuslich ist ein Arbeitszimmer schon dann, wenn es, getrennt von der Wohnung, in einer anderen Etage liegt.

mamk/jol/dpa

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insgesamt 32 Beiträge
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1.
FrankDr 27.01.2016
Wie ist es, wenn man statt Miete einen Neubau hat und für diesen die Erstellung abzahlt (Bankkredit)?
2. Kein Kühlschrank?
Statler-Waldorf 27.01.2016
Wieso soll ein Kühlschrank problematisch sein? In fast jeder Firma gibt es Kühlschränke für die Mitarbeiter.
3. monatlich? Jährlich?
Jack Bauer 27.01.2016
Und mal wieder wird nicht exakt beschrieben. Bei den 1250,-Euro die abgesetzt werden können, ist das im Jahr? Warum ist man nicht in der Lage das gleich hinzuschreiben?
4.
edocrab 27.01.2016
Ich studiere und arbeite nebenher im Homeoffice (bin max. 2x pro Monat im Büro). Ist auch vertraglich so festgehalten. Da ich allerdings Student bin und mir nicht mehr als ein WG-Zimmer leisten kann ist mein Arbeitszimmer sowohl Schlaf- als auch Arbeitszimmer. D.h. ich kann laut der gesetzlichen Vorgabe nichts absetzen?
5. verdeckte Subvention
Schlangenzung 27.01.2016
Die geltende Regelung ist vor allem eine kaum verdeckte Subvention für Hausbesitzer. In einer Mietwohnung oder in einer Eigentumswohnung scheitert die Einrichtung eines vorschriftenkonformen Arbeitszimmers so gut wie immer an der zu geringen Wohnfläche.
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Reduzierte Tagesarbeitszeit
Der Klassiker, der kaum Freiräume ermöglicht. Ein Angestellter arbeitet zum Beispiel nur vormittags oder nachmittags. Die Zeitfenster ändern sich nicht.
Reduzierte Wochenarbeitszeit
Eine fast ebenso gängige Variante: Drei- oder Viertagewoche, die übrigen Tage sind frei, und Teilzeitmitarbeiter bestimmen in Absprache mit ihrem Team den freien Tag oft selbst.
Reduzierte Monatsarbeitszeit
Wenig verbreitet: Man verteilt ein Zeitbudget beliebig auf den Kalendermonat. Drei Wochen am Stück arbeiten, eine Woche frei - das geht.
Gleitzeit
Auch "gleitende Arbeitszeit" genannt, bedeutet, dass Beginn, Ende und Dauer der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit nicht festgelegt sind, sondern zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern verabredet werden. Man unterscheidet "einfache" und "qualifizierte" Gleitzeit. Bei der "einfachen" Gleitzeit wird eine feste "Kernarbeitszeit" und ein "Gleitzeitrahmen" festgelegt, z.B. 7-20 Uhr Gleitzeitrahmen / 10-17 Uhr Kernarbeitszeit. Bei der "qualifizierten" Gleitzeit wird die "Kernarbeitszeit" noch einmal reduziert oder ganz abgeschafft. Vereinbart wird meist eine bestimmte Stundenzahl in der Woche, im Monat oder im Jahr. Die weitere Planung der Arbeitszeit übernimmt der Arbeitnehmer in eigener Verantwortung.
Arbeitszeitkonten
Viele Unternehmen haben mittlerweile Konten eingeführt, auf welchen die Arbeitszeit laut Vertrag, Tarif oder Vereinbarung mit der tatsächlich geleisteten Arbeit verrechnet wird. Besonders bei Modellen wie Gleitzeit oder bei Schichtarbeit werden sie eingesetzt; zudem gibt es meist Vereinbarungen, wie viel "Guthaben" oder "Schulden" auf einem solchen Konto angesammelt werden dürfen.
Sabbatical
Im Sabbatjahr ließen die Bauern Israels, so erzählt das Alte Testament, die Felder ruhen und alle Schulden wurden erlassen. In der Arbeitswelt können Beschäftigte in regelmäßigen Zeiträumen ein bezahltes Sabbatjahr nehmen, wenn sie zum Beispiel Arbeitszeit angespart oder eine Zeitlang Vollzeit für das halbe Gehalt gearbeitet haben.
Jahresarbeitszeit
Streng genommen eine Variante der Gleizeit: Arbeitgeber und Angestellte verteilen in Absprache das Arbeitszeitvolumen eines Betriebs nicht gleichmäßig, sondern flexibel über ein Jahr. Dieses Modell bietet sich dann an, wenn es vorhersehbare saisonale Schwankungen im Arbeitsaufkommen gibt.
Job-Sharing
Ein recht seltenes Modell: Ein, zwei oder auch drei Kollegen teilen sich eine Vollzeitstelle. Wer wann im Büro sitzt, machen sie unter sich aus. Jeder Jobpartner ist im Prinzip für sich selbst verantwortlich. Eine weitere Variante ist das "Job-Pairing", bei dem mehrere Kollegen ein Team bilden, das die Verantwortung, meist für ein weit gestecktes Arbeitsziel oder Projekt, gemeinsam trägt.
Vertrauensarbeitszeit
Dieses Arbeitszeitmodell hat kaum noch mit dem genauen Zeitraum zu tun, der für Arbeit aufgewandt werden muss. Es orientiert sich eher an einem bestimmten Arbeitsziel, einem Produkt zum Beispiel, das bis zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein soll. Bei der Vertrauensarbeitszeit liegt es weitgehend in der Verantwortung des Arbeitnehmers, seine Zeit und seine Arbeit zu organisieren. Überstunden gibt es bei diesem Modell nicht, dafür auch kein Zuspätkommen. Eine vertraglich festgelegte Arbeitszeit aber sehr wohl, sie wird jedoch meist nicht kontrolliert.


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