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Schikane am Arbeitsplatz Wie Sie Ihren Chef verklagen

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5. Teil: Wann sich die Kündigung lohnt

Es klingt vielleicht banal, da aber viele Betroffene diesen Schritt zu spät oder gar nicht erwägen, sei er hier noch einmal ausdrücklich erwähnt: Wenn Sie bereits eine Strafanzeige oder eine Unterlassungsklage erwägen, ist das Verhältnis zu Ihrem Arbeitgeber vermutlich schwer oder gar irreparabel belastet.

Sie sollten dann genau abwägen, ob Sie sich den Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber wirklich noch antun - oder lieber gleich kündigen.

"Es ist äußerst ungesund, sich über längere Zeit einem hohem sozialen Stress auszusetzen", sagt Arbeitspsychologe Dieter Zapf, Leiter der Abteilung Arbeits- und Organisationspsychologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. "Sollten Sie es im Job partout nicht aushalten, gehen Sie lieber sofort."

Auch Nägele empfiehlt, diese Option zu erwägen. "Aus taktischen Gründen empfiehlt es sich zwar, rechtliche Maßnahmen zu ergreifen - und den Arbeitgeber dazu zu zwingen, Ihnen zu kündigen, in der Erwartung, eine Abfindung verhandeln zu können", sagt der Arbeitsrechtler. "Sie sollten aber genau überlegen, ob die möglicherweise monatelange Qual das Geld wirklich wert ist."

Wenn Sie Ihre Anschuldigungen hieb- und stichfest belegen können, Ihre Gewinnchancen vor Gericht also hoch sind, gibt es ohnehin noch eine andere Möglichkeit, sagt Nägele: "Sie können fristlos kündigen und von Ihrem Arbeitgeber für den Gehaltsausfall für eine Übergangszeit Schadenersatz verlangen."

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insgesamt 30 Beiträge
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1.
honschi 30.05.2012
Sehr interessanter Artikel, leider existiert bei uns im Unternehmen weder ein Betriebsrat noch eine Personalabteilung an die ich mich wenden könnte. Diese Konstellation ist bei den großen Discountern üblich.
2. ohne
Asirdahan 30.05.2012
Zitat von sysopWas tun, wenn der Vorgesetzte einem Mitarbeiter den Job zur Hölle macht? Ständige Beleidigungen und Schikanen muss niemand ohnmächtig hinnehmen. Es gibt Auswege aus dem Dilemma: Mit Strategien von der Anti-Mobbing-Allianz bis zur Klage können Sie sich wehren. Wie Sie Ihren Chef verklagen: Juristische Tipps - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,835344,00.html)
Was heißt, ständige Schikanen und Beleidigungen? Schon eine einzige Beleidigung muss ich nicht hinnehmen. Am Ende läuft doch alles darauf hinaus, ob und wie ich mich wehre. Dann kann ich das auch gleich nach der ersten Beleidigung tun. Jeder muss wissen, welchen Druck er aushält. Ich persönlich bin immer dafür, auch dem Chef auf Augenhöhe zu begegnen. Wer mich beleidigt, der bekommt auch von mir scharfe Worte zu hören. Anders kann es zwischen erwachsenen Menschen nicht ablaufen. Das allererste Schlucken einer Demütigung ist der fatale Abstieg in die Unterwürfigkeit. Der Chef hat in Grenzen das Recht, mir meine Arbeit vorzuschreiben. In Grenzen, damit meine ich, wenn ich ein Spezialgebiet bearbeite, von dem er keine Ahnung hat, dann sollte auch er sich in Bescheidenheit üben. Im Umgang zwischen Mensch zu Mensch hat er sich mir gegenüber höflich zu verhalten, auch wenn er mich kritisiert. Etwas anderes muss ich mir nicht gefallen lassen. Leider ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt in manchen Branchen derart, dass die Arbeitnehmer sich ins duldende ohnmächtige Schweigen verkriechen müssen, bis sie platzen. Dann ist es meistens zu spät für eine vernünftige Regelung.
3. Warum gleich verklagen
talackova 30.05.2012
Zitat von sysopWas tun, wenn der Vorgesetzte einem Mitarbeiter den Job zur Hölle macht? Ständige Beleidigungen und Schikanen muss niemand ohnmächtig hinnehmen. Es gibt Auswege aus dem Dilemma: Mit Strategien von der Anti-Mobbing-Allianz bis zur Klage können Sie sich wehren. Wie Sie Ihren Chef verklagen: Juristische Tipps - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,835344,00.html)
Abmahnunen an den Arbeitgeber sind ein wunderbaren Mittel, um aus der dreimonatigen Sperre für Arbeitslosengeld bei eigener Kündigung herauszukommen.
4. Artikel sehr problematisch
ernstmoritzarndt 30.05.2012
a.) Mobbing stellt eine drastische Missachtung der Arbeitnehmerrechte dar und gehört geahndet. b.) Wenn ein Chef denn verurteilt wird zur Unterlassung (das ist im Artikel falsch dargestellt) wird verurteilt zur Unterlassung bei Meidung von Ordnungsgeld bis zu € 250.000,-- ersatzweise ordnungshaft oder Ordnungshaft. c.) Das ist zu kurz gekommen: Es muß Material gesammelt werden, auf die gründlichste Art und Weise, das hat extrem substantiell zu geschehen, Zusammenhänge zwischen einzelnen Vorgängen herstellen. Immer wieder: substantielles Material. Es gibt bisher kaum erfolgreiche Mobbingprozesse. Diese bleiben meistens wegen unvollständiger Materialsammlungen stecken. Am besten ist es, wenn ich eine "Linie" des Fehlverhaltens darstellen kann, wie im Falle des bekannten Leiturteils des Thüringischen LAG. Ohne die Entscheidung läuft nichts. d.) Unterstützung von Kolleginnen/Kollegen meistens sehr problematisch. Die haben Angst, selbst in die Schußlinie zu geraten.
5. gekündigt, arbeitslos und dann?
john789 30.05.2012
Was wird wohl der zuständige Bearbeiter der Arge sagen? Man habe selbst gekündigt, also erstmal 3-monatige Streichung der Arbeitslosenhilfe!! Etwaige "Beweise", die man über den Chef gesammelt hat, werden nicht anerkannt, also muss man doch wieder klagen, diesmal gegen die Arge, um an sein Recht zu kommen. Da kann man auch gleich gegen den eigenen Chef klagen. So oder so, es geht an die Substanz, finanziell wie psychisch. Darf man entsprechendes, eindeutiges Verhalten seines Chefs eigentlich heimlich filmen? Nicht zur Veröffentlichung, sondern den Film dann einem Notar oder so zur Aufbewahrung geben bis zur Gerichtsverhandlung?
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