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Krisenvorbereitung Die meisten Firmen wollen ihre Mitarbeiter halten

Personalbestand in der Flaute: Ergebnisse der Ifo-Randstad-Umfrage Fotos
Corbis

Das kommende Jahr wird wirtschaftlich schwierig, darauf bereiten Ökonomen die Öffentlichkeit seit Wochen vor. Doch noch droht keine neue Jobmisere. Über 70 Prozent der Unternehmen planen auch in der Krise keine Entlassungen.

Was tun, wenn in einer Konjunkturkrise die Aufträge ausbleiben? Oft war die Antwort in den vergangenen Jahrzehnten ebenso schlicht wie schlimm: entlassen, was das Zeug hält. Die Belegschaft durfte erst dann wieder wachsen, wenn die Geschäfte besser liefen. Den gekündigten Kollegen nützte das meist wenig, sie waren ihren Job ja los. Und die Unternehmen trugen oft auch einen Schaden davon, denn fürs Wachstum im anschließenden Boom fehlten erfahrene Mitarbeiter.

Es scheint, als wolle es die deutsche Wirtschaft in der anrollenden Flaute schlauer machen. 71 Prozent der Personalchefs deutscher Unternehmen gehen davon aus, dass sie den Bestand der Stammbelegschaft nicht antasten werden, auch wenn die Geschäfte 2013 schlechter laufen. Vielmehr wollen sie im großen Stil Überstunden abbauen, wenn es nichts für die Mitarbeiter zu tun gibt.

Das geht aus einer Umfrage des Ifo-Instituts und der Personalvermittlung Randstad hervor, bei der Führungskräfte aus rund tausend Unternehmen Auskunft über ihre Personalplanung gegeben haben. Die Studie liegt SPIEGEL ONLINE exklusiv vor.

Demnach wollen 75 Prozent der Betriebe Überstunden abbauen, 52 Prozent in der kommenden Schwächephase die gut gefüllten Arbeitszeitkonten ihrer Mitarbeiter leeren. So können kurzfristig nicht benötigte Mitarbeiter bei vollem Gehalt nach Hause geschickt werden: Die bezahlte Arbeitsleistung haben sie längst erbracht und auf dem Konto angespart.

Auch Kurzarbeit dürfte laut 46 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle spielen. Allerdings konnten in diesem Punkt rund 20 Prozent noch gar keine Angaben machen. Verständlich, denn dazu müssen diverse arbeitsrechtliche Bedingungen erfüllt sein. Damit die Gehaltsausfälle der Mitarbeiter durch ein Kurzarbeitergeld der Arbeitsagentur teilweise ausgeglichen werden, muss das Unternehmen Kurzarbeit beantragen.

In der letzten Konjunkturkrise von 2008 hatte die Bundesregierung das Volumen der Kurzarbeit massiv ausgedehnt. Diese Maßnahme gilt heute als einer der Gründe, weshalb bereits damals der Beschäftigungsabbau geringer ausfiel als in früheren Konjunkturflauten.

Am deutlichsten dürften einen Konjunktureinbruch die Leiharbeiter zu spüren bekommen, die in den Unternehmen arbeiten. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe wollen 71 Prozent der Befragten zuerst diese Beschäftigten nach Hause schicken - sie bleiben dann aber weiter beim Verleiher beschäftigt. Ansonsten unterscheiden sich die Werte zwischen den Branchen wenig.

Die Umfrage wurde im Rahmen der vierteljährlichen Flexindex-Erhebung durchgeführt. Dabei möchten Ifo und Randstad wissen, wie sich der Einsatz von Instrumenten zur flexiblen Gestaltung von Arbeit entwickelt, zum Beispiel Überstunden, Arbeitszeitkonten, Fristverträge, Minijobs oder Zeitarbeit.

  • Matthias Kaufmann (Jahrgang 1974) ist Redakteur von KarriereSPIEGEL und manager magazin online.

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insgesamt 36 Beiträge
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    Seite 1    
1. Sie wollen die Stammbelegschaft halten.....
si tacuisses 27.12.2012
Zitat von sysopCorbisDas kommende Jahr wird wirtschaftlich schwierig, darauf bereiten Ökonomen die Öffentlichkeit seit Wochen vor. Doch noch droht keine neue Jobmisere. Über 70 Prozent der Unternehmen planen auch in der Krise keine Entlassungen. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/wirtschaftsflaute-firmen-wollen-ihre-mitarbeiter-halten-a-874442.html
Das ist nur ein Teil der Realität. Viele aus der angeblichen Stammbelegschaft sind Zeitarbeiter. Wenn meine Belegschaft zu 20 % aus ZA besteht und das über Jahre dann gehören diese wohl zur Stammbelegschaft. Allerdings sind die Köpfe wahllos austauschbar. Ist einer zu teuer wird er durch einen Willigen für weniger Lohn ersetzt. Man könnte es für die Industrie noch viel einfacher machen: 40 % der Belegschaft werden gleich als Kurzarbeiter eingestellt. Der Staat weitet das Kurzarbeitergeld auf unbestimmte Zeit aus. So werden teure Einarbeitungszeiten konsequent eingespart und vor allem wird der Arbeitnehmer nicht übermütig und fordert angesichts der Gewinne höhere Löhne. Die Gewerkschaften bleiben auch ruhig weil ja angesichts der Gefahr des Rückgangs der Wirtschaftsleistung sonst der Einbruch des Wirtschaftswachstums droht. Was auch immer das sein mag.
2. Die meisten Firmen wollen ihre Mitarbeiter halten
GSYBE 27.12.2012
Ja klar, die bauen schon mal vor weil mittlerweile jeder halbwegs Vernünftige fordert, dass in Deutschland ein sehr grosser Nachholbedarf bei den Löhnen besteht. Jetzt kommt wieder die alte Drohung `entweder weniger Lohn oder weniger Arbeitsplätze´. Dieses Lied wurde in den letzten 15 Jahren nun doch etwas zu oft gedudelt.
3. Verkürzte " Krisenzyklen " ...
sagmalwasdazu 27.12.2012
Gab es nach dem II.ten WK. so im mittel, alle 6-7 jahre eine Krise in der Wirtschaft, so sind die Krisenzyklen im letzten Jahrzehnt rasant verkürzt (worden). Die ANs können sich bei bevorstehenden Tarifverhandlungen NICHT mehr auf einen zuvorigen Zeitraum guter Wirtschaftslage und Erträge berufen. Eine Krise jagt die nächste,- immer schneller... somit kann und wird indoktriniert, es sei " kein Spielraum " für einen Reallohnzuwachs vorhanden. Die Rekordgewinne vieler Großunternehmen sprechen da jedoch eine " Ganz andere Sprache " ! Die " Krisen " sind nur ein Hologramm von bezahlten sogenannte " Wirtschaftsexperten " !
4. Wahnsinn
Der_Franke 27.12.2012
" sie bleiben dann aber weiter beim Verleiher beschäftigt" Einfach Wahnsinn. Denen passiert gar nichts, da sie quasi verbeamtet sind. Wie gut ist es doch, Leiharbeiter zu sein.
5.
loops-2000 27.12.2012
Na ja, die Überschrift stimmt nicht ganz. Die richtige Überschrift muß heißen: "Die meisten Firmen müssen ihre Mitarbeiter halten". Der Hintergrund ist der sich abzeichnende Mangel an Fach- und Führungskräften. Daher können wir es uns nicht erlauben, die Mitarbeiter ziehen zu lassen. Gruss aus Heidelberg
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