Früher trommelten die Gewerkschaften für Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn - doch die tatsächlichen Arbeitszeiten entwickeln sich allmählich in die entgegengesetzte Richtung. Vollzeitbeschäftigte arbeiten im Schnitt 42 Stunden pro Woche. Das ist eine halbe Stunde mehr als noch 1991. Nach der deutschen Einheit 1990 war dies das erste Jahr mit gesamtdeutschen Zahlen.
Exakt betrug die Arbeitszeit im vergangenen Jahr 41,9 Wochenstunden, teilt das Statistische Bundesamt mit. Während in den vergangenen 21 Jahren Vollzeitbeschäftigte immer länger arbeiteten, gingen die Zeiten bei Teilzeitkräften zurück. Der Durchschnitt von 20 Stunden 1991 fiel auf 18 Stunden 2012. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Zahl derjenigen, die nur wenige Stunden pro Woche in einem Minijob arbeiten, zugenommen hat.
Auch insgesamt ist die Zahl der Teilzeit-Beschäftigten seit der Wiedervereinigung gestiegen, von 14 auf 27 Prozent. So erklärt sich schließlich, dass die Wochenarbeitszeit aller Erwerbstätigen zusammengenommen sinkt, und zwar von 38,4 Stunden auf rund 35,5 Wochenstunden 2012.
50 Wochenstunden - im Durchschnitt
Selbstständige arbeiten nach eigener Einschätzung pro Woche fast zehn Stunden länger als Arbeitnehmer. Sie bezifferten Ihre Wochenstunden im vergangenen Jahr auf 50,4. Dagegen kommen die Arbeitnehmer auf 40,7 Stunden, wenn die Selbständigen nicht eingerechnet werden.
afp/dpa-afx/mamk
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