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Kollegen-Etikette Kritzel-Kampf im Büro

Zettelkrieg: "Die kleine Tomati möchte aus dem Kühlschrankland abgeholt werden" Fotos

Können die sich bitte mal benehmen? Wo in Deutschlands Büros schlechte Manieren walten, geben Rechthaber es einander schriftlich. Gern anonym. Solche Erziehungsversuche werden zum derben Zank mit Zetteln. Eine Typologie der Mahner und Warner, Papierkrieger und Hass-Kleber.

Mit Kollegen soll man es sich nicht verscherzen, heißt es immer. Schließlich verbringen viele Menschen im Laufe ihres Lebens mehr Zeit bei der Arbeit als mit der eigenen Familie - und wer weiß, vielleicht können die anderen Mitarbeiter im Laufe des Berufslebens noch mal förderlich sein. Man sieht sich immer zweimal und so.

Allerdings: Es gibt Kollegen, mit denen kann man einfach schwer auskommen. Fußatmer, Schnürsenkelbügler, Büroketzer - eben Nervensägen, die immer der gleichen Meinung sind wie der Chef, extrem pedantisch oder chronisch unzufrieden. Schon ist das Büroklima verpestet.

Wenn es gut läuft, klärt man's von Mann zu Mann, von Frau zu Frau oder kreuzweise. Im schlechten Fall kommt es zum verdeckten Bürokrieg. Als Waffe dienen der Bürodrucker oder handgekritzelte Zettel; bevorzugte Kampfzonen sind die Gemeinschaftsräume, nämlich Kaffeeküche und Büroklo.

Das klingt dann so: "Bitte den Mikrowellendeckel nutzen! Vertrocknete Essensreste in der Mikrowelle sind ekelhaft!" - "Beim Verlassen der Toilette: Klodeckel zu und Licht aus!" - "Tassen abspülen! Es ist nicht zumutbar, seinen Kollegen eine derart verschmutzte Küche zu hinterlassen!"

Wumm. Sätze wie Streubomben. Und sie können jeden treffen: Hat der Verfasser etwa beobachtet, wie ich meinen Becher kürzlich - große Ausnahme natürlich! - ungespült im Waschbecken versenkt habe?

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7  Bilder
Brüller, Smiley, Poet: Typologie der Büro-Zettelkrieger
Das Perfide am Zettelkrieg: Die Widersacher bleiben gesichtslos. Keiner weiß, von wem die Kampfansage stammt und an wen sie gerichtet ist. "Die Verfasser wollen ihrem Ärger Luft machen, dabei aber anonym bleiben", sagt Michael Kastner, Leiter des Instituts für Arbeitssoziologie und Arbeitsmedizin in Herdecke. Der gemeine Insbürogeher äußert seine Kritik an anderen nun mal nicht gern direkt. Dabei kann man sich nicht mal sicher sein, ob die Anhänger der Zettel-Guerilla nicht selbst zur Misere beitragen: "Wer solche Zettel schreibt, hält sich oft selbst nicht an die Regeln", so Kastner.

Die Botschaft darf auch mal wehtun

Richtig fies wird es, wenn der Angreifer unter die Gürtellinie zielt. Zum Beispiel auf der Herrentoilette: "Geh näher ran, er ist kürzer als du denkst." Ehrverletzend und lustig zugleich - so ein Satz wirkt nach. Emotionalisieren nennt der Wissenschaftler das. "Mit dem erhobenen Zeigefinger wird der Zettelschreiber sein Ziel kaum erreichen", so Kastner. "Eine Botschaft ist wirksamer, wenn sie die Kollegen zum Schmunzeln bringt." Dann dürfen die Nachrichten auch gern mal wehtun. Sind ja nicht persönlich gemeint.

Alles in allem halte er aber nicht allzu viel von den Zettelbotschaften, sagt Kastner. "Es wird sich erst was ändern, wenn falsches Verhalten bestraft wird." Etwa wenn Kaffeetassen-Sünder fürs Nichtabwaschen einen Euro in die Gemeinschaftskasse blechen müssen.

Vielleicht sollten wir aber auch einfach umdenken: Wie wäre es zur Abwechslung mit Abrüstung? Mit Friedensbotschaften, mit Zetteln, die entspannen? Eine Saarbrückerin hat den Versuch auf der Straße unternommen und auf dem Papier Zeit, Freude und Mut verschenkt. Bedürftige können die Schnipsel mit der Aufschrift "Alles wird gut" oder "50 Minuten Zeit" abreißen und mit nach Hause nehmen. Ein Prototyp fürs Büro? Einen Versuch wäre es wert.

Humorvoll und kreativ oder eine derbe Schimpfkanonade - die Zettel selbst sind so unterschiedlich wie ihre Verfasser. Für eine bessere Orientierung in der Welt der Papierkrieger haben wir sie in sechs Kategorien unterteilt.

Zettelkrieg: Das Fundbüro

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insgesamt 18 Beiträge
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    Seite 1    
1.
loreley! 23.04.2012
also ich bin auch eine, die schon des öfteren zettel geschrieben hat, eher aus fassungslosigkeit, wie sich manche benehmen, ob nun küche, kopierer oder wc! das heißt nicht, das ich mich nicht an die regeln halte. ich wundere mich nur immer wieder, wer bestimmte dinge macht, wo doch alle ganz fein und gestyled zur arbeit kommen, mit kostümchen und stöckelschühchen. bei der optik traut man solche schlimmen dinge nämlich keinem zu - aber es hat sich schon immer bewahrheitet -> außen hui und innen pfui. im endeffekt wird sich im büro genau so benommen, wie auch in der gesamten gesellschafft da draussen, ellenbogen raus und bloß nich an andere denken. und " irgendein blöder" macht meinen dreck ja schon mit weg. alle die im büro arbeiten und so kopf- und rücksichtslos durch den arbeitsalltag irren ( und das sind bestimmt 80 % ) - schämt euch !!!!
2.
Oberleerer 23.04.2012
In unserem Gebäude sind auch mehrere Teeküchen je Etage. Mich stört diese Verschandelung mit Zetteln. Dabei ist es nicht wie auf dem Foto nur ein Zettel, sondern mitunter alle Schränke. Neuerdings sind einige mit dem (kostenlosen) Automatenkaffee unzufrieden und haben eigene Maschinen besorgt. Jetzt stehen da also 3 zusätzliche Automaten. An den Schränken hängen jetzt zusätzlich Reinigungsanleitungen, Strichlisten für Kaffee und Milch. Das Problem mit herumstehenden Müll, dreckigem Geschirr, Bremsspuren im Klo und beißenden Gestank verursachenden Stehpinklern (die sich fürs Urinal zu fein sind) lösen diese Zettel nicht. Diese Zettel lassen die Räumlichkeit schon im Vornherein schmuddelig erscheinen.
3.
mangeder 23.04.2012
Solche Texte machen es einem aber auch nicht leicht, den Inhalt zu verstehen: "Müll Brinnen Sie mich. Raus Konteiner am Montag gekommen !!!"
4.
deus-Lo-vult 23.04.2012
Zitat von loreley!also ich bin auch eine, die schon des öfteren zettel geschrieben hat, eher aus fassungslosigkeit, wie sich manche benehmen, ob nun küche, kopierer oder wc! das heißt nicht, das ich mich nicht an die regeln halte. ich wundere mich nur immer wieder, wer bestimmte dinge macht, wo doch alle ganz fein und gestyled zur arbeit kommen, mit kostümchen und stöckelschühchen. bei der optik traut man solche schlimmen dinge nämlich keinem zu - aber es hat sich schon immer bewahrheitet -> außen hui und innen pfui. im endeffekt wird sich im büro genau so benommen, wie auch in der gesamten gesellschafft da draussen, ellenbogen raus und bloß nich an andere denken. und " irgendein blöder" macht meinen dreck ja schon mit weg. alle die im büro arbeiten und so kopf- und rücksichtslos durch den arbeitsalltag irren ( und das sind bestimmt 80 % ) - schämt euch !!!!
Allerdings! Ich frage mich dann immer, wie es bei diesen Leuten zu Hause aussehen muss! *würg*
5.
deus-Lo-vult 23.04.2012
Zitat von OberleererIn unserem Gebäude sind auch mehrere Teeküchen je Etage. Mich stört diese Verschandelung mit Zetteln. Dabei ist es nicht wie auf dem Foto nur ein Zettel, sondern mitunter alle Schränke. Neuerdings sind einige mit dem (kostenlosen) Automatenkaffee unzufrieden und haben eigene Maschinen besorgt. Jetzt stehen da also 3 zusätzliche Automaten. An den Schränken hängen jetzt zusätzlich Reinigungsanleitungen, Strichlisten für Kaffee und Milch. Das Problem mit herumstehenden Müll, dreckigem Geschirr, Bremsspuren im Klo und beißenden Gestank verursachenden Stehpinklern (die sich fürs Urinal zu fein sind) lösen diese Zettel nicht. Diese Zettel lassen die Räumlichkeit schon im Vornherein schmuddelig erscheinen.
Das war das schöne beim Bund: Der Schlüssel zur Toilette konnte beim zuständigen "Revierdienst" abgeholt werden. Danach wurde kontrolliert. Plötzlich war die Sauberkeit kein Problem mehr! Vlt hätten Sie ja einen Vorschlag, was anstelle der Zettel getan werden kann?
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