Berufsprestige Und der Sieger ist die Feuerwehr

Feuerwehrleute und Pfleger, Ärzte und Polizisten - diese Berufe genießen das höchste Ansehen in der deutschen Bevölkerung, wie eine neue Umfrage des Beamtenbundes zeigt. Beamte schneiden mäßig ab. Ein noch größeres Imageproblem haben Manager, Werbemenschen und Versicherungsvertreter.

Feuerwehrleute: Beim Berufsprestige ganz vorn
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Feuerwehrleute: Beim Berufsprestige ganz vorn


Umfragen zum Image von Berufen haben ihre Tücken, ein hübsches Gesellschaftsspiel sind sie allemal. Jetzt haben Beamtenbund und Tarifunion die Ergebnisse einer Befragung vorgelegt, die sie beim Meinungsforschungsinstitut Forsa in Auftrag gaben. Ganz vorn liegt eine Reihe klassischer, nicht akademischer Berufe: Feuerwehrmänner genießen laut Forsa das höchste Ansehen, vor Alten- oder Krankenpflegern, Ärzten, Polizisten und Kindergartenmitarbeitern.

Auf den nächsten Plätzen folgen so unterschiedliche Berufe wie Pilot, Richter, Müllmann, Lehrer und Techniker. Im breiten Mittelfeld liegen zum Beispiel Dachdecker und Briefträger, Soldaten, Unternehmer und Anwälte, gefolgt von Studienräten, Journalisten und Steuerberatern.

Die Beamten rangieren im letzten Drittel, ihr Image hat sich aber in den letzten Jahren seit 2007 deutlich verbessert. Für Manager dagegen ging es mit dem Ansehen deutlich bergab, sie liegen nur noch knapp vor Gewerkschaftsfunktionären. Die letzten Plätze auf der Ansehens-Skala nehmen Telekom-Mitarbeiter, Mitarbeiter von Werbeagenturen sowie Versicherungsvertreter ein.

Forsa befragte rund 3000 Bundesbürger, ein Drittel davon Angehörige des öffentlichen Dienstes. Das Image von Staatsdienern steht im Mittelpunkt der Untersuchung, die darum auch "Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2011" heißt. Die Befragten sollten bei 30 Berufen angeben, wie hoch die jeweiligen Berufe bei ihnen angesehen sind.

Vertrauen Sie mir, ich bin Arzt

Eine exakte Wissenschaft ist das sicher nicht: Wie bei allen Umfragen hängt das Ergebnis stark davon ab, welche Fragen man wie genau formuliert, ebenso davon, welche Berufe überhaupt zur Auswahl stehen - und wie sie benannt sind. In der Forsa-Umfrage etwa schneiden Lehrer deutlich besser ab als Studienräte, die aber in aller Regel ebenfalls Lehrer sind.

Auch das Institut für Demoskopie Allensbach ermittelt bereits seit Mitte der sechziger Jahre regelmäßig das Ansehen ausgewählter Berufe, zuletzt im Februar 2011. Dabei gibt es einige Parallelen zur Forsa-Umfrage; deckungsgleich sind die Ergebnisse allerdings nicht, zumal die Allensbacher Meinungsforscher den rund 1800 Teilnehmern teils ganz andere Berufe vorgegeben hatten.

In ihrer "Berufsprestige-Skala" gewannen Ärzte vor Krankenschwestern. Die Lehrer, die so ausdauernd und lautstark über ihr vermeintlich schlechtes Image jammern können, gingen als Dritter durchs Ziel, vor Handwerkern, Ingenieuren und Professoren. Nur die letzten drei Plätze blieben für Politiker, Banker/Bankangestellte und Fernsehmoderatoren.

Besonders auffällig fanden die Allensbacher Demoskopen den Ansehensverlust von Pfarrern in den letzten Jahren, während Ingenieure einen Prestigegewinn verzeichneten. Da ahnt man die Zusammenhänge: hier die Kirchen-Skandale um sexuellen Missbrauch, dort die Lobpreisung deutscher Ingenieure im Zuge des Fachkräftemangels.

jol

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