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Mystery Jobber beim Unternehmenstest "Sind Sie nicht viel zu alt für unser junges Team?"

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Corbis

Wie freundlich sind Unternehmen zu Bewerbern? Sieben Mystery Jobber haben den Test gemacht

Fiese Sprüche, keine Antworten: Um zu testen, wie freundlich Unternehmen zu Bewerbern sind, hat eine Agentur 2000 fiktive Bewerbungen an 500 Firmen verschickt. Nur jede zweite wurde schnell beantwortet. Auch bei den Jobinterviews konnten nur wenige Unternehmen punkten.

Auf dem Weg zum neuen Job müssen sich Bewerber einiges gefallen lassen. Wie hart der Bewerbungsmarathon wirklich ist, haben sieben Mystery Jobber im Auftrag der österreichischen Agentur GPK untersucht: Sie schrieben von Anfang Juni bis Ende August 2000 Initiativbewerbungen an 500 deutsche Unternehmen aus 22 Branchen. Das Ergebnis: Jede zweite Firma antwortete überhaupt nicht oder später als 14 Tage auf die Bewerbungen.

Die Tester gaben sich als Jugendliche, Bachelor-Absolventen, Abiturienten oder Hochschulabsolventen aus und bewarben sich auf Ausbildungs- und Praktikumsplätze oder Vollzeitstellen. Besonders wenige oder späte Antworten bekamen Bewerber mit einem Masterabschluss: Nur jedes dritte Anschreiben wurde erwidert. Geschlecht und Migrationshintergrund wirkten sich nicht auf das Antwortverhalten der Firmen aus.

Besonders zuverlässig wurden die Bewerbungen von Anlagen- und Maschinenbauern beantwortet. Drei von vier Bewerbern erhielten eine Antwort. Zeitarbeitsunternehmen reagierten nur auf eines oder zwei von vier Anschreiben.

"Sie machen keinen kommunikativen Eindruck"

Auch bei den Vorstellungsgesprächen lief einiges schief: Ein Bewerber wurde mit den Worten empfangen: "Sie machen ja überhaupt keinen kommunikativen Eindruck!" Ein anderer wurde gefragt, ob er nicht viel zu alt sei für das junge Team und ob und wo er bisher operiert worden sei. Weitere Härteproben: 40 Minuten alleine im Besprechungsraum warten und eine Unterschriftenprobe über zwei DIN A-4 Seiten abliefern.

In der Gesamtwertung, in der auch die Qualität der Internetauftritte berücksichtigt wurde, erreichte kein Arbeitgeber die volle Punktzahl. Bewerberfreundlichster Arbeitgeber wurde der Stromkonzern E.on mit 86 Prozent der erreichbaren Punkte vor der Telekom und der Commerzbank. Im Branchenvergleich schnitten die Unternehmensberatungen am besten ab, vor Banken und Versicherungen. Auf dem letzten Platz: Unternehmen der Bau- und Holzbranche.

Unter den Unternehmen, die nicht auf eine Bewerbung reagierten, waren auch Firmen mit aufwendig gestalteten Internetseiten. "Wer sich eine hervorragende Karrierewebsite leistet oder professionell auf Facebook auftritt, beantwortet nicht unbedingt auch in angemessener Zeit Initiativbewerbungen", sagt Studienleiterin Lotte Gasser.

In sozialen Netzwerken präsentieren sich nur 174 der 500 Unternehmen. 67 dieser Firmen posten allerdings nur Stellenanzeigen und Pressemitteilungen. Der öffentliche Dienst schnitt beim Social Media-Test besonders schlecht ab.

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