Protokolle: Fabienne Kinzelmann und Verena Töpper
"Am Anfang war ich wie alle anderen unsicher: Ist der Bachelor mit dem Diplom gleichzusetzen? Kann ich damit wirklich schon ins Berufsleben starten? Nach dem ersten Semester Kommunikationswissenschaft an der Uni Hohenheim fand ich: Der Master muss sein.
Ich habe Markt- und Mediaforschung sowie PR als Schwerpunkte gewählt und mein Studium schnell beendet. Nicht mal ein Auslandssemester habe ich gemacht, sondern alles in Regelstudienzeit straight durchgezogen. Im Sommer 2009 habe ich meinen Bachelor of Science abgeschlossen und mich für Masterstudiengänge an Unis und Fachhochschulen beworben.
Dann das Drama: Meine Uni stellte mir mein endgültiges Zeugnis ewig nicht aus. Hätte ich in Hohenheim weiter studieren wollen, wäre das kein Problem gewesen - so aber verstrichen nach und nach alle Fristen, die Hochschulen wurden nervös und mussten mir schließlich absagen.
Ich war ziemlich verunsichert, dass es mit dem Master nur wegen des fehlenden Zeugnisses nicht geklappt hat. Dann trudelte eine Mail ein, dass IBM Praktikanten sucht. Die Firma war mir schon ein bisschen vertraut, weil mein Vater dort arbeitet. Deshalb habe ich mich beworben - und das Praktikum im Bereich Marketing für den Mittelstand auch bekommen. Ich war zuständig für das Erstellen eines Intranetportals. Dafür habe ich Texte geschrieben und mit HTML gearbeitet.
Mein Zeitvertrag gibt mir Sicherheit
Es war ungewohnt, aus dem Journalismus in die Wirtschaft zu gehen, obwohl ich auch an der Uni schon entsprechende Kurse hatte. Ich habe mich aber enorm reingehängt. Meine Chefin hat mitbekommen, dass ich eigentlich den Master machen wollte, und schlug mir das neue Masterprogramm von IBM vor.
Seit März 2010 bin ich immer von Montag bis Donnerstag in der Firma, Freitag und die meisten Samstage in der Uni. Dazu kommt eine Vorlesung am Mittwochabend. Das ist manchmal ganz schön hart, dafür bringt es mich weiter. Der Bachelor ist eine perfekte Grundlage, aber jetzt habe ich praxisorientiertere Fächer wie Marketingstrategie oder Führungskompetenzen.
Mein Zeitvertrag bei IBM umfasst die Dauer des Masterstudiengangs, also zwei Jahre. Mir gibt das viel Sicherheit: Im Journalismus war ich immer freie Mitarbeiterin, das ist ein ziemlicher Druck. Dadurch, dass ich bei IBM fest angestellt bin, arbeite ich viel konzentrierter und muss mir keine Gedanken über die Finanzierung des Studiums machen. Außerdem ist es gut, schon mal bei einem Unternehmen den Fuß in der Tür zu haben - bei mir haben da Glück und Schicksal eine große Rolle gespielt."
fab
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