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Berufseinstieg mit Bachelor Schmalspurer oder Blitzstarter?

2. Teil: Sandra Hegewald, Kommunikationswissenschaftlerin auf Abwegen: Eine Zeugnispanne führte zu IBM

  Sandra Hegewald , 25, absolviert das Masterprogramm beim IT-Konzern IBM Zur Großansicht
privat

Sandra Hegewald, 25, absolviert das Masterprogramm beim IT-Konzern IBM

"Am Anfang war ich wie alle anderen unsicher: Ist der Bachelor mit dem Diplom gleichzusetzen? Kann ich damit wirklich schon ins Berufsleben starten? Nach dem ersten Semester Kommunikationswissenschaft an der Uni Hohenheim fand ich: Der Master muss sein.

Ich habe Markt- und Mediaforschung sowie PR als Schwerpunkte gewählt und mein Studium schnell beendet. Nicht mal ein Auslandssemester habe ich gemacht, sondern alles in Regelstudienzeit straight durchgezogen. Im Sommer 2009 habe ich meinen Bachelor of Science abgeschlossen und mich für Masterstudiengänge an Unis und Fachhochschulen beworben.

Dann das Drama: Meine Uni stellte mir mein endgültiges Zeugnis ewig nicht aus. Hätte ich in Hohenheim weiter studieren wollen, wäre das kein Problem gewesen - so aber verstrichen nach und nach alle Fristen, die Hochschulen wurden nervös und mussten mir schließlich absagen.

Ich war ziemlich verunsichert, dass es mit dem Master nur wegen des fehlenden Zeugnisses nicht geklappt hat. Dann trudelte eine Mail ein, dass IBM Praktikanten sucht. Die Firma war mir schon ein bisschen vertraut, weil mein Vater dort arbeitet. Deshalb habe ich mich beworben - und das Praktikum im Bereich Marketing für den Mittelstand auch bekommen. Ich war zuständig für das Erstellen eines Intranetportals. Dafür habe ich Texte geschrieben und mit HTML gearbeitet.

Mein Zeitvertrag gibt mir Sicherheit

Es war ungewohnt, aus dem Journalismus in die Wirtschaft zu gehen, obwohl ich auch an der Uni schon entsprechende Kurse hatte. Ich habe mich aber enorm reingehängt. Meine Chefin hat mitbekommen, dass ich eigentlich den Master machen wollte, und schlug mir das neue Masterprogramm von IBM vor.

Seit März 2010 bin ich immer von Montag bis Donnerstag in der Firma, Freitag und die meisten Samstage in der Uni. Dazu kommt eine Vorlesung am Mittwochabend. Das ist manchmal ganz schön hart, dafür bringt es mich weiter. Der Bachelor ist eine perfekte Grundlage, aber jetzt habe ich praxisorientiertere Fächer wie Marketingstrategie oder Führungskompetenzen.

Mein Zeitvertrag bei IBM umfasst die Dauer des Masterstudiengangs, also zwei Jahre. Mir gibt das viel Sicherheit: Im Journalismus war ich immer freie Mitarbeiterin, das ist ein ziemlicher Druck. Dadurch, dass ich bei IBM fest angestellt bin, arbeite ich viel konzentrierter und muss mir keine Gedanken über die Finanzierung des Studiums machen. Außerdem ist es gut, schon mal bei einem Unternehmen den Fuß in der Tür zu haben - bei mir haben da Glück und Schicksal eine große Rolle gespielt."

fab

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insgesamt 37 Beiträge
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1. der klassiche "Ex ud Hopp" Akademiker
christian_walter 24.01.2012
Na klar, wir haben es auch im Hochschulbetrieb geschafft und den "wirtschaftlichen Anforderungen" der Unternehmen genuege getan. Das alles um den "Standort Deutschland" zu sichern. Nichts anderes. Bildungshochburg sind wir schon lange nicht mehr. Nun schnell ein paar Pseudoakademiker "Baqchelor" aus der taufe gestampft und diese in die Perspektivlosigkeit der Arbeitswelt entlassen. Ein deutscher Bachelor ist ein Abschluss zweiter Klasse "der zu nichts qualifiziert". der Abschluss hat weniger t Fachhochschulniveau, wobei letztere Absolventen wenigstens noch Praxisnezug mitbringen und in der Regel ueber eine sehr viel qualifiziertere Ausbildung verfuegen. Ich arbeite im Moment in einem Land, wo die durchschnittliche Abschlussqualifikation der Akademiker desolat ist. Titel koennen erworben werden. Soweit ist es in D noch nicht. Doch schon der Dreisatz bereitet manchem echte Akademiker artge Schwierigkeiten. Vom Abstraktionsvermoegen und einer Problembearbeitung auf akademischen Niveau spreche ich schon nicht mehr. Ich will aber davon absehen, das Lied zu singen: Frueher war alles besser..... Auch damals war es nicht einfach nach demStudium eine angemessen bezahlte Stellung zu finden, schon gar nicht in dem Bereich in dem ich studiert habe. Ich habe auch ein wenig Glueck gehabt, das gebe ich zu! Dafuer habe ich laenger studiert, mir wuerde etwas vernuenftiges vermittelt , musste natuerlich reinpowern (das muessen die armen Wuerstchen heute auch). Studieren hat sehr viel mit Kopf und Sichtweise oeffnen zu tun und solide Fachkenntnis. Doch, dass schnallen unsere Politiker nicht mehr. Heute geht es darum Halbqualifizierte zu generieren, die sich als Praktikanten oder 26.000 Brutto zur Mehrwertsteigerung des Unternehmens den Arm aufreissen oder gleich als Packer oder Hartz IV beginnen. Traurig das Ganze und vor allem unnoetig in einem der reichsten Laender der Erde, welches sich einmal durch Denker ausgezeichnet hat.
2. Nicht ganz !
danielohondo 24.01.2012
Herr Wirtschaftsingenieur vergleicht seinen Bachelor mit dem Diplom an seiner FH, als ob es das gleiche wäre. Nun, es mag vielleicht an seiner FH so sein, bei uns ist es anders. Da ich noch auf Diplom studiere und meine Diplomarbeit jetzt schreibe und wir auch im Betrieb noch Bachelorstudenten haben, kann ich sehr gut vergleichen. Auch die Studien- und Prüfungsordnungen musste ich mir genau angucken, so war der Vergleich ganz einfach. Das Bachelor-Studium an der FH wurde um einen Semester gekürzt und es wurden zum Teil einige Fächer rausgeworfen, bzw. gekürzt oder anders aufgebaut. Dafür wurden mehr Übungsstunden eingefügt, wo die Studenten mehr den Stoff einprägen können. Die Praktische Phase wurde dadurch kürzer. Man muss nun die Bachelorarbeit und das Praxissemester innerhalb des 7ten Semester erledigen. An sich sind die Veränderungen klein, da die Praxisphase kürzer ist und einige Fächer etwas beschnitten wurden, aber es ist immer noch ein vollwertiges Studium mit einem akademischen Grad, den man auch verdient bekommt. Trotz allem ist es nicht mit Diplom vergleichbar, da man durch längere Praxisphase, sprich Diplom 6 Monate, Praxissemester 6 Monate deutlich mehr Praxisbezug hatte. Außerdem konnte man die Fächer auch so belegen, wie man es wollte. Man war nicht gezwungen streng nach Plan zu studieren und konnte noch nebenbei Arbeiten. Heute müssen die Bachelorstudenten Auflagen erfüllen mit Creditpoints und möglichst den Plan einhalten, weil sonst Nachteile für Studenten entstehen. An der Uni ist der Bachelorabschluss nichts weiter als erweitertet Vordiplom mit paar Fächern mehr und einer Bachelorarbeit die vom Umfang her eine Projektarbeit nicht überschreiten muss, aber kann. Praxisbezug gleich null, es sei denn der Student macht selbst Praktika in Semesterferien oder ganzes Semester währende des Studiums. Es sind dann 6 Semester insgesamt ohne Praxis. Nun, wenn ich Personaler wäre und entscheiden müsste, ob ich Bachelor(FH) oder Bacherlo(Uni) einstellen soll, dann ist wohl die Entscheidung klar, wer bessere Karten hat. Eindeutig der FHler, da dieser immer noch solide ausgebildet werden mit sehr kleinen Abstrichen, die man aber locker wettmacht gegenüber den älterden Diplom(FH). Also, wenn man an der Uni seinen Bachelor bekommen hat, dann würde ich unbedingt einen Master dranhängen, sonst hat man einfach keinen vollwertigen Abschluss. MFG.
3. Das deutsche Bildungssystem...
mauimeyer 24.01.2012
Zitat von sysopMal preisen Unternehmen das Tempo des Bachelor-Modells, mal belächeln sie es als kleine Hafenrundfahrt:*Sind das überhaupt richtige Akademiker? Fünf Absolventen erzählen, wie sie mit dem Studium Bolognese in den Beruf starten - oder warum sie doch lieber den Master draufsatteln. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,810404,00.html
..hatte diese Europäische Regelung nicht nötig! Jetzt soll sogar die Krankenschwester zum Bachelor ausgebildet werden. Wird sie dadurch besser? Was wir mit Sicherheit haben, ist eine Inflationierung der Bildungsabschlüsse. Die Spreizung der Leistungen innerhalb der gleichen Gruppe ist erheblich und teilweise mit gutem Gewissen kaum vertretbar. Die gehaltsrelevante Beurteilung von Professoren durch Studierende hat zu erheblichen Konzessionen bei der Zensuren-Bildung geführt. Nach dem x-ten Versuch ist dann die "5" das "Aus" fürs Leben. Dann wird eben eine "4" daraus gemacht. Vermeidet auch Ärger. Wenn man die Pseudo-Zertifikate mancher Unis aus dem Club-Mediterranee anschaut, muß man ja hier ein wenig "nachsichtig" handeln. Diese Situation hat sich mit dem Bachelor verstärkt.Auswendiglernen-auskotzen in der Prüfung-vergessen- aber nicht begreifen. Dabei sind die alle nett und höflich! So ist das, wenn man (OECD) >35% eines Altersjahrgangs studieren läßt. Zum Schluß haben wir Viele, die vieles wissen (wenn schon) aber nichts können. Die frühere "Höhere Handelsschule" war auf Grund ihrer Klientel (richtige Abiturienten, wo man Mathe noch nicht abwählen konnte)) meist über dem heutigen Niveau "Bachelor of Business Administration". Ich weiß, ich bin alt! Macht nichts. Mir muß man nicht glauben! Die Wahrheit deckt der Arbeitsmarkt unerbittlich auf! Kauri
4.
jehudi 24.01.2012
Ich kann nur jedem davon abraten bei dem B- Studium stehen zu bleiben. Wir stellen viele Akademiker ein, aber so gut wie nie einen Bachelor. Leute , Zähne zusammenbeißen und nochmals hinsitzen. Es lohnt sich.... Sonst habt Ihr einfach nur 3,5 Jahre vergeudet und hättet einfach besser eine Berufsausbildung gemacht.
5. Mag sein, dass Sie alt sind, aber ...
--_Der_Kleine_Prinz_-- 24.01.2012
Zitat von mauimeyer..hatte diese Europäische Regelung nicht nötig! Jetzt soll sogar die Krankenschwester zum Bachelor ausgebildet werden. Wird sie dadurch besser? Was wir mit Sicherheit haben, ist eine Inflationierung der Bildungsabschlüsse. Die Spreizung der Leistungen innerhalb der gleichen Gruppe ist erheblich und teilweise mit gutem Gewissen kaum vertretbar. Die gehaltsrelevante Beurteilung von Professoren durch Studierende hat zu erheblichen Konzessionen bei der Zensuren-Bildung geführt. Nach dem x-ten Versuch ist dann die "5" das "Aus" fürs Leben. Dann wird eben eine "4" daraus gemacht. Vermeidet auch Ärger. Wenn man die Pseudo-Zertifikate mancher Unis aus dem Club-Mediterranee anschaut, muß man ja hier ein wenig "nachsichtig" handeln. Diese Situation hat sich mit dem Bachelor verstärkt.Auswendiglernen-auskotzen in der Prüfung-vergessen- aber nicht begreifen. Dabei sind die alle nett und höflich! So ist das, wenn man (OECD) >35% eines Altersjahrgangs studieren läßt. Zum Schluß haben wir Viele, die vieles wissen (wenn schon) aber nichts können. Die frühere "Höhere Handelsschule" war auf Grund ihrer Klientel (richtige Abiturienten, wo man Mathe noch nicht abwählen konnte)) meist über dem heutigen Niveau "Bachelor of Business Administration". Ich weiß, ich bin alt! Macht nichts. Mir muß man nicht glauben! Die Wahrheit deckt der Arbeitsmarkt unerbittlich auf! Kauri
... dennoch haben Sie weder immer Unrecht noch immer Recht. Ich bin übrigens auch über 50. Und ich bin Ingenieur, Dipl.-Ing., um genau zu sein. Das Problem des Bachelors ist ein anderes, denke ich: Die Wirtschaft wollte billige Arbeitskräfte, die Ansprüche an die Arbeitnehmer steigen in unserer "durchtechnisierten" Welt, die Politiker als Klientel-Bediener haben den Dipl.-Ing. geopfert. So sieht es für mich aus. Denn der Dipl.-Ing. war ein absolutes Qualtitätsprädikat, auch im tiefsten Afrika wusste man damit etwas anzufangen. (Nicht, dass jeder Dipl.-Ing. wirklich gut war, nene, das nun nicht. Da gab es ebenfalls Schatten.) Außerdem war diese Reform zum Batscheloor ja auch DIE Gelegenheit zur Einführung von Studiengebühren, nicht wahr, werte Politikerkaste? Und nun stellen alle entsetzt fest, dass das Ganze ein Fehlschlag war. Da gibt es Unis, die den Diplomstudiengang wieder einführen (sehr vernünftige Leute!). Und unsere Politiker ... tja, die stehen da und staunen. Es ist sehr traurig, dass hier nur große, ernsthafte Leute am Werk waren. Besonders für die Kinder, die sich zum Bachelor ausbilden ließen - die Industrie hat nämlich inzwischen bemerkt, dass das mit den billigen Arbeitskräften nichts ist. Die machen eben auch nur billige Produkte. Mit ein wenig Nachdenken hätte man da auch vorher drauf kommen können.
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