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Autodidaktisches Lernen in der Werbeagentur "Ins kalte Wasser geschmissen"

Patrick Zachries, 27, war Trainee in der Werbeagentur Grey in Düsseldorf Zur Großansicht
Alexander Hauser

Patrick Zachries, 27, war Trainee in der Werbeagentur Grey in Düsseldorf

Als Trainees reifen Berufseinsteiger zu Führungskräften heran - theoretisch. Doch in der Praxis heißt es manchmal Ausbeutung statt Ausbildung, Langeweile statt Leistung. Fünf Trainees erzählen von guten wie schlechten Erfahrungen. Und verraten, was sie ihren Nachfolgern raten.

"Ich habe eine Ausbildung als Veranstaltungskaufmann gemacht und danach als Trainee bei der Werbeagentur Grey angefangen. Eigentlich werden bei Grey nur Trainees mit Hochschulabschluss genommen, ich war eine Ausnahme. Ich war von Anfang an ein vollwertiges Teammitglied. Die Einarbeitungszeit war knackig, aber ausreichend. Dann habe ich schnell eigene Aufgaben übernommen, zum Beispiel das internationale Anzeigengeschäft für Porsche Design. Ich habe die Anzeigen koordiniert, mich um Gestaltung, Umsetzung und um die Druckdatenlieferung gekümmert.

Einen Ausbildungsplan gab es nicht, eher einige selbstgesteckte Ziele, die wir im Vorstellungsgespräch geklärt haben. Und ich war verpflichtet, an der Grey-Akademie teilzunehmen, das ist eine interne Fortbildung mit fixem Termin.

Falsche Vorstellungen

Ich glaube, dass viele falsche Vorstellungen von einem Trainee-Programm haben. Gerade in der Agentur wird man relativ schnell ins kalte Wasser geschmissen, lernt dadurch aber auch schneller schwimmen. Es war weniger wie eine Ausbildung, man könnte auch salopp sagen: Man wird als volle Arbeitskraft angestellt, aber nicht bezahlt.

Das war mir allerdings im Vorfeld klar. Mir wurde vorher genau gesagt, was das Trainee-Programm beinhaltet und was nicht. Außerdem genießt ein Trainee bei Grey einen gesonderten Schutz, falls mal etwas schief läuft. Im Rückblick muss ich sagen: Die Zeit dort hat mich enorm weitergebracht.

Das Gehalt war in Ordnung, eine goldene Nase konnte ich mir allerdings nicht verdienen. Insgesamt war ich zufrieden. Ich glaube, für Leute, die sich gern Sachen autodidaktisch beibringen und vor Eigenverantwortung nicht zurückschrecken, ist das Trainee-Programm in einer Agentur sehr gut.

Die Agentur hätte mich übernommen, aber ich wollte lieber noch studieren: Kommunikation und Medienmanagement in Düsseldorf. Ich will noch einen Master in Marketing in England dranhängen, um anschließend wieder ins Brand Management einzusteigen."

(jam)

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