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Bewerber an Personaler Facebook? Gefällt mir nicht

Nur bedingt beliebt: Studenten suchen persönliche Firmen-Kontakte statt Netzwerkgedöns - sie sollen ja später auch persönlich zur Arbeit erscheinen und keinen Avatar schicken Zur Großansicht
DPA

Nur bedingt beliebt: Studenten suchen persönliche Firmen-Kontakte statt Netzwerkgedöns - sie sollen ja später auch persönlich zur Arbeit erscheinen und keinen Avatar schicken

Xing, Facebook, Twitter - ohne soziale Netzwerke geht bei der Talentsuche gar nichts mehr, Unternehmen schwören darauf. Nur haben sie wohl vergessen, die Bewerber zu fragen. Die nämlich wollen viel lieber persönliche Gespräche als Facebook-Fanpages, wie eine Umfrage unter Studenten zeigt.

"Wie wollen Sie von den Unternehmen angesprochen werden?" Das fragten die beiden Studenteninitiativen Market Team sowie MTP - Marketing zwischen Theorie und Praxis e.V ihre Mitglieder. Die meisten der knapp 600 Befragten studieren Betriebswirtschaft und haben schon Erfahrungen mit Unternehmen gemacht, zum Beispiel durch Praktika.

Das Ergebnis, das kürzlich erstmals auf dem Fachkongress für Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting in München präsentiert wurde, dürfte manchen Personalmanager überraschen: An erster Stelle (Mehrfachnennungen waren möglich) stehen mit 80 Prozent Vorträge und Workshops an der Uni. Platz zwei (57 Prozent) nehmen Firmenkontaktmessen an der Uni ein, gefolgt von Recruiting-Veranstaltungen (51 Prozent) und Ständen an der Uni (47 Prozent).

Lediglich 27 Prozent finden einen Auftritt auf Plattformen wie Xing gut. Und Anzeigen in sozialen Netzwerken wie Facebook gefallen sogar nur 23 Prozent.

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Bewerber-Ansprache: Das Ranking der Karriereseiten
Aufschlussreich sind dabei auch die Unterschiede zwischen Xing und Facebook: 90 Prozent der Befragten haben einen Zugang zu Facebook, etwa die Hälfte nutzt die Plattform Xing. Während die Studenten Xing sowohl für die Kontaktaufnahme durch Unternehmen als auch für die Informationsbeschaffung akzeptieren, nutzen sie Facebook vor allem für private Zwecke und die Vernetzung mit Freunden. So erreicht die Ansprache durch Unternehmen bei Facebook lediglich einen Durchschnittswert von 3,1 auf einer zehnstufigen Skala, bei Xing liegt der Wert bei 9,0.

Bitte merken: Bewerber sind Menschen und keine "Human Resources"

Aufschlussreiche Antworten gab es auch auf die Frage, wie sich die Studenten über potentielle Arbeitgeber informieren. An erster Stelle steht zwar die Unternehmenshomepage, aber dann folgen auch hier die persönlichen Kontaktmöglichkeiten wie der Messestand auf Firmenkontaktmessen und Info-Stände an der Uni. Den letzten Platz nimmt die Facebook-Fanpage ein.

In offenen Fragen konnten die Studenten zudem Wünsche an Arbeitgeber äußern. Auch hier ist der Tenor eindeutig: "Bewegt Euch auf einer persönlichen Ebene mit Studenten, unterschätzt sie nicht, behandelt sie mit Respekt, ladet sie in das Unternehmen ein, tauscht Euch mit ihnen aus", schreibt ein Student. Ein anderer ergänzt: "Online-Bewerbungsportale sind sehr unpersönlich, ich bevorzuge das Kontakte-knüpfen auf Messen, Kongressen, an der Uni und schätze die Möglichkeit, meine Bewerbung persönlich an einen bestimmten Ansprechpartner zu richten."

Gute Sprache, schlechte Sprache

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Christine Dresel, Bundesvorstand bei Market Team, appelliert daher an die Unternehmen umzudenken: "Wir wollen persönliche Gespräche und als Persönlichkeiten wahrgenommen werden und nicht nur als Human Resources, die Personallücken füllen."

Foto: Helga Kaindl
Bärbel Schwertfeger ist freie Journalistin in München.

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Wozu Datenschutzbeauftragte nötig....
raute18 05.04.2011
Talent zu beweisen ist immer das Persönliche in einer Person. Manipulation ist vorprogrammiert. Solche sprich "Soziale Netzwerke" meide ich Persönlich. Es wird zu viel Persönliches hergegeben um solchen Sozialen Netzwerke wie Face Bock und andere. Diese sozialen Netzwerke gieren nur darauf etwas von einer Person zu erfahren und im Hintergrund ein Profil des ausgespähten zu erstellen. Dahinter steckt aber auch viel Potenzial für die Netzwerke Umsätze zu Steigern und das Produkt ist die Person die sich im Netz bewegt. Sogar Apps sind Kontrolle für den Benutzer, Standort immer festgehalten und das bewegen Kontrolliert. Brauchen wir wirklich diese Kontrollmacht?
2. Ich habe kaum Geheimnisse ...
DirkWmr 05.04.2011
Mit sozialen Netzwerken gehe ich nicht besonders sorgfältig um. Viele Dinge um meine Person dürfen andere Mensch, unanhängig ob in Netzwerken oder persönlich, gerne Wissen, wee es sie interessiert. Ich habe nichts zu verbergen, kann mich so präsentieren, wie ich bin und möchte niemanden mit falschen oder geschönten Informationen über mich hinters Licht führen. Ergo: Ich habe keine Angst vor sozialen Netzwerken.
3. Das Persönliche macht doch den Unterschied
apfelspross 05.04.2011
Wir alle wollen doch keiner Maschine ausgeliefert sein und auch nicht Menschen, die lediglich ein Maschinenprogramm er-klären wie bei der Bank, einer Versicherung oder bei Behörden es häufig der Fall ist. Facebook (Großaktionär Goldman Sachs) ist in meinen Augen auch der großangelegte Versuch, Menschen freiwillig zur Preisgabe ihrer intimsten persönlichen Informationen zu bewegen. Was ist aber, wenn man Worte zum Gefühl macht, jeden Tag so viel gibt, wie es nur geht anstatt Ansprüche gegenüber einer Maschine aufzutürmen. Kann eine gebende Hand jemals lehr werden ?
4. Zuckerberg unser, der Du bist....
SGBottwartal 05.04.2011
...und unseren täglichen Facebook Thread gibt uns heute, und vergib uns... Bin mal gespannt, wann dieser Facebookhype endlich wie Scientology für gefährliche Hirnmanipulation erkannt wird.
5. man sollte schon aufpassen
etheReal 05.04.2011
Zitat von DirkWmrMit sozialen Netzwerken gehe ich nicht besonders sorgfältig um. Viele Dinge um meine Person dürfen andere Mensch, unanhängig ob in Netzwerken oder persönlich, gerne Wissen, wee es sie interessiert. Ich habe nichts zu verbergen, kann mich so präsentieren, wie ich bin und möchte niemanden mit falschen oder geschönten Informationen über mich hinters Licht führen. Ergo: Ich habe keine Angst vor sozialen Netzwerken.
Auch wenn ich nichts zu verbergen habe, finde ich, dass manche Dinge, die ich mit guten Freunden austausche, nicht von jedem entfernten Geschäftskontakt gelesen werden sollten. Mit Freunden, die ich gut kenne, tausche ich gerne ein paar zynisch/sarkastische Sprüche aus - und meine Freunde wissen, wie es gemeint ist. Wenn mich jemand aber nur flüchtig kennt, könnte er mich deshalb völlig falsch einschätzen. Man redet mit Fremden einfach erst einmal anders, als mit guten Freunden, das macht man automatisch - im Social Network ist diese Automatik aber schnell ausgehebelt, da man leicht vergisst, wer alles mitlesen kann.
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