CEO of the Future Bei den ganz Großen mitmischen
Der Wettbewerb "CEO of the Future" ist ein Spaß für junge Management-Talente. Aber ist er auch ein Türöffner? Daniel Kob hat im Vorjahr gewonnen, Matthias Hoffmann stand im Finale. Die beiden erzählen von ihren Erfahrungen: Wie sie neue Freunde fanden und plötzlich in Schubladen gesteckt wurden.
Die Eltern von Daniel Kob, 25, sind mittlere Beamte, er ist der Erste in seiner Familie, der einen akademischen Abschluss hat. Im vergangenen Jahr wurde er zum "CEO of the Future" gekürt. Außerdem hat er sein Studium mit Bestnoten abgeschlossen und ist nach einem Trainee-Programm beim Hamburger Verlag Gruner und Jahr zum Assistenten des Finanzvorstands aufgestiegen.
Eine ganze Menge für einen Mittzwanziger. Ob sein Aufstieg die Juroren des Wettbewerbs für Jungmanager irgendwie beeindruckt hat, weiß Kob nicht: "Ich glaube, ich habe die einfach gut unterhalten. Ich hatte Spaß an der Präsentation und habe meine Geschichte erzählt."
Eine Veranstaltung wie der "CEO of the Future", den die Unternehmensberatung McKinsey, SPIEGEL ONLINE und manager magazin auch in diesem Jahr wieder zusammen mit großen Unternehmen ausrichten, ist eine sportliche Herausforderung für jeden, den Managementaufgaben reizen - Kob hatte großen Spaß daran, sich mit den anderen Teilnehmern zu vergleichen. Aber hilft seine Auszeichnung auch beim Aufstieg in die Chefetage?
Einen Mentor hat auch Daniel Kob als Sieger des "CEO of the Future"-Wettbewerbs an die Seite bekommen. "So habe ich zwei sehr intensive Gespräche mit Kasper Rorsted, dem Vorstandsvorsitzenden von Henkel, geführt, in denen ich neue Impulse und wertvolles Feedback bekommen habe", sagt Kob. Meist handelt es sich um Manager aus dem Kreis der Unternehmen, die den Wettbewerb tragen - in diesem Jahr Bayer, Bertelsmann, Porsche, ThyssenKrupp und Vodafone. Claudia Herrmann, die 2009 unter die besten zehn kam, wurde Herbert Henzler als Mentor zur Seite gestellt, der langjährige Europa-Chef von McKinsey. Wie intensiv das Mentorenverhältnis am Ende ist, hängt davon ab, ob die Chemie stimmt.
Daniel Kob hat aus dem Wettbewerb nicht zuletzt die Gespräche mit Trainern und anderen Teilnehmern mitgenommen. Während der beiden Wochenendseminare vor dem Finale gab es dazu viel Gelegenheit. Ins Finale schafften es 20 von 2000 Bewerbern, aus ganz verschiedenen Branchen: viele aus der Wirtschaft, aber auch Mediziner, Natur- und Geisteswissenschaftler. "Was uns im Kern vermutlich alle vereint hat, war eine gewisse Offenheit, aber eben auch eine Lust am Spielen und daran, sich in so einem Wettbewerb zu messen", sagt Kob.
Ebenfalls im Finale von 2011 stand Matthias Hoffmann, der kurz danach Leiter der Vertriebsplanung bei RWE wurde. Die Entscheidungsrunden des Wettbewerbs entsprechen letztlich einem Assessment Center, findet er, und die "begünstigen einen bestimmten Typ Mensch, der extrovertiert ist, der unbesorgt vor Leuten sprechen und sich auch in der Gruppendiskussion mal durchsetzen kann. Es ist aber genauso wichtig, sich selbst zurück nehmen und zuhören zu können", sagt der Mathematiker aus dem Ruhrgebiet.
Wie wichtig das Auftreten ist, betont auch Eliteforscher Hartmann. "Das Verhalten ist alles entscheidend", sagt er. Schon beim Betreten eines Raumes sendeten Angehörige des Bürgertums Signale aus, die verdeutlichen: Ich komme da her, wo ihr auch herkommt. Das zeige sich in der Sprache, dem Umgang mit Macht, vor allem aber in einer Selbstverständlichkeit im Auftreten. Nur, dass laut Hartmann kaum ein sozialer Aufsteiger sich diese Eigenschaften später noch aneignen kann, wenn er sie nicht von Kind an mitbekommen hat. Im Spiel um die Macht wird er so erst gar nicht qualifiziert.
"Ich mag den Begriff 'Elite' nicht"
Welchen Einfluss ein Managementwettbewerb auf die eigene Karriere hat, hängt am Ende von jedem selbst ab. "Die Teilnahme kann die Karrierechancen durchaus beeinflussen, vor allem indem man Kontakte zu Unternehmern knüpft. Aber er verändert eben nicht die Persönlichkeit", sagt Hartmann. Andererseits hänge auch viel von der persönlichen Geschichte der Juroren ab. "Wenn ein Juror selbst sozial aufgestiegen ist, kann es sein, dass er einen Teilnehmer mit Arbeiterhintergrund positiver bewertet", sagt Hartmann.
Matthias Hoffmann kommt aus einer Akademikerfamilie und weiß um das Glück, von seinen Eltern früh gefördert worden zu sein. "Aber im Wettbewerb hat es überhaupt keine Rolle gespielt, wer welchen Hintergrund hat", sagt er. Bei den Großen mitmischen will er trotzdem irgendwann: "Für mich sind Angehörige einer Elite Menschen, die einen gewissen Hebel ergreifen, etwas zu verändern. Man kann sagen, sie übernehmen Verantwortung", so Hoffmann. Diese Verantwortung zu übernehmen und Dinge selbst zu gestalten, das treibe ihn an.
Daniel Kob mag den Begriff "Elite" nicht. "Weiterkommen, Probleme lösen, neue Herausforderungen", darum gehe es ihm immer, sonst werde ihm schnell langweilig. Als Mensch, der in jungen Jahren schon viel erreicht habe, sei er immer wieder in Schubladen gesteckt worden. "Man wird abgetan als Akademikerkind, das auf einer Eliteuni war - aber das stimmt in vielen Fällen einfach nicht", sagt Kob.
Den Wettbewerb hat er als sehr freundlich empfunden: "Ich habe keine Ellenbogen gespürt. Im Gegenteil: Da sind echte Freundschaften entstanden." Vielleicht ist das Spiel mit den Großen damit ja eröffnet.
Bewerbungen für den diesjährigen Wettbewerb "CEO of the Future" werden noch bis 16. September entgegengenommen. Mehr Informationen hier.
- KarriereSPIEGEL-Autorin Melanie Hofmann (Jahrgang 1984) ist freie Journalistin in Berlin und schreibt über Themen wie Karriere, Bildung, Energie und Trends.

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