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Absolventen Manager von morgen enttäuschen Personalchefs

Generation Y: Bologna-geschädigt und wenig zu harter Arbeit bereit? Zur Großansicht
Corbis

Generation Y: Bologna-geschädigt und wenig zu harter Arbeit bereit?

Es ist kein gutes Zeugnis für die nächste Managergeneration: Personalchefs bemängeln schlechteres Fachwissen und geringere Führungsbereitschaft der Uni-Absolventen. Das zeigt eine Umfrage unter Entscheidern.

Der Fachkräftemangel macht sie zur begehrtesten Generation seit langem - doch oft entsprechen Ausbildung und Einstellung heutiger Absolventen nicht den Erwartungen der Unternehmen. Dies ergab eine Umfrage unter den Personalchefs der 500 größten Unternehmen in Deutschland.

Vor allem die Folgen der Bologna-Reform und der Umstellung auf das System von Bachelor und Master sehen die befragten Personalchefs kritisch. So wird das fachliche Wissen der Bachelor-Absolventen aus der "Generation Y" (ab 1980 geboren) deutlich schlechter beurteilt als das der vorangehenden "Generation X" (geboren 1965 bis 1979).

Dies gilt sowohl für Jura und Betriebswirtschaft als auch für Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften. Das Know-how der Master-Absolventen sehen die Befragten dagegen auf oder gar über dem Niveau der früheren Diplom- und Magister-Abgänger.

Die Umfrage führte das manager magazin gemeinsam mit der Personalberatung Odgers Berndtson durch. Die Ergebnisse werden exklusiv in der aktuellen Ausgabe veröffentlicht (Erscheinungstermin: 16. November).

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Karriereverweigerer: Talente verzichten auf Führungsanspruch
Auch mit Blick auf das nicht rein fachliche Können ist das Urteil der Personalchefs über die "Generation Y" zurückhaltend. 42 Prozent sagen, die Fähigkeit zu kritischem und selbstständigem Denken habe abgenommen; 71 Prozent glauben, die Bereitschaft, berufliche über private Belange zu stellen, sei gesunken. Und 52 Prozent nehmen bei den aktuellen Absolventen eine deutlich geringere Bereitschaft wahr, Führungsverantwortung zu übernehmen.

Wo "Ypsiloner" doch noch punkten

Allerdings gibt es auch Bereiche, in denen die "Ypsiloner" punkten können. So bescheinigen ihnen die Personaler deutlich bessere Fremdsprachenkenntnisse; stolze 100 Prozent der Befragten loben den kundigeren Umgang mit Computern, Internet und neuen Medien. 88 Prozent loben den gewandteren Umgang mit anderen Kulturen.

Verbesserungsbedarf sehen die Personalchefs vor allem an den Universitäten und Fachhochschulen. Diese müssten neben größerer fachlicher Tiefe deutlich praxisnäher werden und Unternehmen sowie wirtschaftsnahe Fragestellungen stärker in den Lernstoff integrieren.

Der Trend, sich ins Private zurückzuziehen und dem Familienleben mehr Raum zu geben, beschränkt sich allerdings nicht auf Berufseinsteiger. Im Sommer 2012 hatte das manager magazin mit dem Deutschen Führungskräfteverband die Einstellungen von Managern abgefragt. Ergebnis: Eine große Mehrheit über die Generationen hinweg wünscht sich mehr private Freiräume und will nicht mehr alle Lebensaspekte der Karriere unterordnen.

  • Klaus Werle (Jahrgang 1973) ist Redakteur beim manager magazin.

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insgesamt 25 Beiträge
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1. Turbo
tizian 16.11.2012
Zitat von sysopCorbisEs ist kein gutes Zeugnis für die nächste Managergeneration: Personalchefs bemängeln schlechteres Fachwissen und geringere Führungsbereitschaft der Uni-Absolventen. Das zeigt eine Umfrage unter Entscheidern. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/generation-y-personaler-enttaeuscht-von-jungen-absolventen-a-867253.html
Wenn man den Bildungsturbo einschaltet (Früheinschulung, G8-Abi, Bologna) sollte man sich nun wirklich nicht wundern, dass keinerlei Softskills mehr vorhanden sind. Wer so durch die Abschlüsse geschoben wird um möglichst schnell für die Wirtschaft verfügbar zu sein, hat keine Zeit mehr für andere Sachen und kann nicht alles mitbringen. Das ist ein hausgemachtes Problem, es wurde auf die Wirtschaft gehört (schneller Absolventen in die Abschlüße zu spülen), jetzt muss die Wirtschaft damit leben. Auf der anderen Seite zeigt sich, dass die Politik besser nicht auf die Wirtschaft gehört hätte... Gab Leute, die vor genau sowas gewarnt haben, wurden als Bedenkenträger beiseite geschoben... Wirtschaft dient dem Menschen, nicht umgekehrt (sinngemäß nach Ludwig Erhard)
2.
SchneiderG 16.11.2012
Zitat von sysopCorbisEs ist kein gutes Zeugnis für die nächste Managergeneration: Personalchefs bemängeln schlechteres Fachwissen und geringere Führungsbereitschaft der Uni-Absolventen. Das zeigt eine Umfrage unter Entscheidern. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/generation-y-personaler-enttaeuscht-von-jungen-absolventen-a-867253.html
Ich arbeite seit über 23 Jahren für ein Deutsches Unternehmen im Ausland und kann Ihnen voll bestätigen, das alle 5 Personalchef in meiner Zeit (in Deutschland), ihrer von mir zu erwartetenden Qulifikation nicht im geringsten gerecht wurden. Ein vernünftige und qualifizierte Ausbildung von Personalführungskräften seh ich als vorrangiges Problem an, um qualifizierte Mitarbeiter auf dem Markt zu finden.
3. Positive Entwicklung
sushiboi 16.11.2012
Es ist doch wunderbar, wenn sich zukünftig weniger Egomanen in den Chefetagen Revierkämpfe liefern, wenn der Chef oder die Chefin z.B. auch die familiären Belange der Angestellten im Blick hat, was z.B. zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowohl für Frauen und zukünftig vielleicht auch vermehrt für Männer führt. Wegen der zunehmenden Komplexität der Arbeitsaufgaben ist ein stärker auf Teamfähigkeit ausgerichteter Arbeitsstil eigentlich sogar erforderlich. Dass die "Alten" nicht mehr begreifen, lässt sich verschmerzen, so sie ihre Position nicht dazu missbrauchen, nur Gleichdenkende oder familiär Verbandelte die Karriereleiter aufsteigen zu lassen. Wer darüber hinaus noch wirtschaftsorientierteres Denken verlangt, verspielt auch die Zukunftsfähigkeit. Denn Innovation, noch eine der Stärken der hiesigen Wirtschaft, orientiert sich nicht an Wirtschaftlichkeit. Erst deren Umsetzung in tatsächliche Produkte muss sich logischerweise dem Diktat der Wirtschaftlichkeit unterwerfen. Solche Artikel machen doch, ganz im Gegensatz zur hier dargestellten Meinung der interviewten Personalchefs, eher Mut und Hoffnung, dass sich die Wirtschaft vielleicht doch wandeln und damit erfolgreich den Zukunftsaufgaben stellen kann.
4. Verheizt werden
wortmannin 16.11.2012
Mangelnde Führungsbereitschaf? Vielleicht hat diese Absolventengeneration ja mitansehen müssen, wie ihre Väter verheizt wurden. Meiner wurde 60 Jahre alt. Er starb nach 40 Arbeitsjahren und einem Monat Frührente. Er hatte über 100 Mitarbeiter zu führen. Leute die geführt werden müssen, würde ich in unserer R&D Organisation garnicht erst einstellen.
5. bullshit artikel
janffm 16.11.2012
wie wärs wenn die personaler sich besser bilden bzw. informieren
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