Von manager-magazin-Redakteur Klaus Werle
Der Fachkräftemangel macht sie zur begehrtesten Generation seit langem - doch oft entsprechen Ausbildung und Einstellung heutiger Absolventen nicht den Erwartungen der Unternehmen. Dies ergab eine Umfrage unter den Personalchefs der 500 größten Unternehmen in Deutschland.
Vor allem die Folgen der Bologna-Reform und der Umstellung auf das System von Bachelor und Master sehen die befragten Personalchefs kritisch. So wird das fachliche Wissen der Bachelor-Absolventen aus der "Generation Y" (ab 1980 geboren) deutlich schlechter beurteilt als das der vorangehenden "Generation X" (geboren 1965 bis 1979).
Dies gilt sowohl für Jura und Betriebswirtschaft als auch für Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften. Das Know-how der Master-Absolventen sehen die Befragten dagegen auf oder gar über dem Niveau der früheren Diplom- und Magister-Abgänger.
Die Umfrage führte das manager magazin gemeinsam mit der Personalberatung Odgers Berndtson durch. Die Ergebnisse werden exklusiv in der aktuellen Ausgabe veröffentlicht (Erscheinungstermin: 16. November).
Wo "Ypsiloner" doch noch punkten
Allerdings gibt es auch Bereiche, in denen die "Ypsiloner" punkten können. So bescheinigen ihnen die Personaler deutlich bessere Fremdsprachenkenntnisse; stolze 100 Prozent der Befragten loben den kundigeren Umgang mit Computern, Internet und neuen Medien. 88 Prozent loben den gewandteren Umgang mit anderen Kulturen.
Verbesserungsbedarf sehen die Personalchefs vor allem an den Universitäten und Fachhochschulen. Diese müssten neben größerer fachlicher Tiefe deutlich praxisnäher werden und Unternehmen sowie wirtschaftsnahe Fragestellungen stärker in den Lernstoff integrieren.
Der Trend, sich ins Private zurückzuziehen und dem Familienleben mehr Raum zu geben, beschränkt sich allerdings nicht auf Berufseinsteiger. Im Sommer 2012 hatte das manager magazin mit dem Deutschen Führungskräfteverband die Einstellungen von Managern abgefragt. Ergebnis: Eine große Mehrheit über die Generationen hinweg wünscht sich mehr private Freiräume und will nicht mehr alle Lebensaspekte der Karriere unterordnen.
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