Von Julia Graven
Es sind nur drei Stunden Zeitverschiebung zwischen Kitzbühel und São Paulo, doch diese drei Stunden retten Markus Beck einen Arbeitstag. Weil der Flieger schon am Montagmorgen um sechs Uhr Ortszeit in der brasilianischen Metropole landet, muss er nur einen Tag Urlaub nehmen für die Finalrunde des McKinsey-Wettbewerbs "CEO of the Future".
Während andere Teilnehmer noch auf dem Weg ins Düsseldorfer Büro oder an die Uni sind, sitzt Beck bereits wieder an seinem PC und handelt für die Noble Group Kaffee oder Zucker. Montagabend stehen noch Vorlesungen für seinen berufsbegleitenden MBA auf dem Terminplan.
Schneller als andere ist der Jungmanager auch beim Reden. Kein Wunder, Markus Beck hat einiges zu erzählen, was er in den Jahren seit dem Abitur so gemacht hat: Auslandsjahr in Peru, Doppelstudium in Madrid und Reutlingen, Summer School in Harvard, Praktika in Deutschland, Bangladesch und bei Rothschild in Madrid, Master in Paris und MBA und erster fester Arbeitsplatz in São Paulo... Natürlich spricht Beck fließend Englisch, Französisch und Spanisch. Sein Portugiesisch ist auf einem guten Weg.
Absagen stehen nicht im Lebenslauf
Dabei läuft auch bei ihm nicht immer alles glatt. Das verschweigt der Lebenslauf, den die Juroren im Kitzbüheler Wettbewerb vor sich liegen haben. Für seine Auslandspläne bewarb sich Beck um Stipendien bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, bei Fulbright und beim DAAD - und kassierte überall Absagen. Andere hätten spätestens da aufgegeben. Beck probierte es weiter und hatte schließlich bei der Studienstiftung Erfolg. "Klar", sagt er heute, "ich hab da viel investiert."
Spätestens der Goldman Sachs Leader Award katapultierte Markus Beck in eine andere Umlaufbahn. Er lernte Leute aus der ganzen Welt kennen, sie studierten in Cambridge oder Harvard, globale Karrieremöglichkeiten sind für sie selbstverständlich. Beck übernimmt diese Sichtweise. Von nun an ist er dabei. Immer mehr "einmalige Herausforderungen" und "neue Chancen" pflastern seinen Weg. Beck will sie nutzen, möglichst alle. Dabei gibt er zu, dass er manchmal Schwierigkeiten hat, sich auf eine Sache zu konzentrieren und ruhig zu bleiben. "Ich weiß nicht, ob ich ADHS habe oder so", sagt er.
Am Abend nach der Siegerehrung - unter die drei Sieger hat er es nicht geschafft - unterhält er sich lange mit Metro-Chef Eckhard Cordes. Der erzählt ihm von seinen langen Jahren bei Daimler. Quälend lange Zeiträume für einen Menschen wie Markus Beck. Heute, findet er, müsse so eine Karriere viel schneller gehen. Für sich selbst empfindet er schon Zweijahres-Schritte fast als Zumutung. "Wer weiß schon, was in zwei Jahren passiert."
Dass bei dieser Taktfrequenz Freunde kommen und gehen, findet Beck normal. Klar, er vermisst seine Familie, vor allem seine Großeltern. An Madrid denkt er wehmütig zurück. Und er gibt auch zu, dass nicht nur eine Beziehung im Rahmen der Karriereplanung zu Bruch gegangen ist. "Aber", findet Markus Beck, "man muss auch immer etwas opfern."
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