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Juristenschwemme Wohin nur mit all den Anwälten?

Juristen: Katzenjammer bei den Großkanzleien Fotos

Mandanten knausern, Profite schrumpfen, die erfolgsverwöhnten Wirtschaftskanzleien rutschen in die Krise. Und weiter drängen Tausende Advokaten in den Markt. Jungen Juristen drohen schwere Zeiten mit Zwergenlöhnen statt Schampus in der glamourösen Law Firm.

Es war eine Party, von der München noch lange sprach. In der Widenmayerstraße 10, einem Jugendstilgebäude unweit der eleganten Maximilianstraße, bezog in einer lauen Juni-Nacht des Jahres 2002 das Laster Quartier.

Die Lokalpresse hielt fest: Sadomasosklaven gaben die Türsteher. Drinnen tanzten Tempeldienerinnen Striptease. Champagner floss in Strömen, auch Hummer, Erdbeersuppe in Tuben und gebratene Heuschrecken wurden gereicht. Sogar eine Dunkelkammer zum Abtasten gab es, notierte die "Süddeutsche Zeitung".

Wer wem in dieser Nacht näher kam, das wissen - wenn überhaupt - nur die neun Anwälte der amerikanischen Wirtschaftskanzlei Gibson Dunn & Crutcher, die mit der erotischen Sause (einer Idee ihres Chairman, des Franzosen Bernard Grinspan) ihre Dependance an der Isar eröffneten. Zu Hause gebliebene Ehefrauen jedenfalls sollen den Gästen, all den stadtbekannten Anwälten und honorigen Unternehmensjustiziaren, später ordentliche Szenen bereitet haben.

Die Herren werden schuldbewusst "Nie wieder" geflüstert haben - sie konnten ihr Versprechen halten. Denn die große Party, sie ist vorbei. In die Anwaltswelt ist Ernüchterung eingezogen. Gibson Dunn & Crutcher gibt es immer noch in München. Demnächst kommt ein neues Team an Bord. Doch von Champagner und Heuschrecken ist keine Rede mehr. Man denke an "eine kleine Form von Einstand" zur Begrüßung der neuen Kollegen, sagt Bürochef Michael Walther.

Ernüchterung in der Anwaltswelt

Rund anderthalb Jahrzehnte lang, von Mitte der neunziger Jahre bis zur Finanzkrise 2007/08, tanzte die Topliga der Rechtsberater auf dem Ball der ganz großen Gewinne. Wirtschaftsanwälte in großen internationalen Law Firms brachten es binnen weniger Jahre zu Multimillionären. Doch nach dem Absturz der Weltwirtschaft im Zuge der Lehman-Pleite kam das Geschäft nie vollends zurück.

Mittlerweile droht der Branche die größte Krise ihrer noch jungen Geschichte, sie könnte etliche Kanzleien die Existenz kosten. Zu beklagen ist:

  • Die Bottom Line für den Kanzleierfolg, der sogenannte Profit per Partner, erodiert. Nur noch 66 der 100 größten Law Firms der Welt melden für das Geschäftsjahr 2012 Zuwächse beim Partnergewinn. In Deutschland, wo die Fachzeitschrift "Juve" geschätzte Umsätze der Equity-Partner veröffentlicht, mussten Platzhirsche wie Freshfields, Linklaters oder White & Case bereits im Geschäftsjahr 2011/12 Einbußen hinnehmen.
  • Große Transaktionen, traditionell wichtigster Umsatzbringer, bleiben aus. In den angloamerikanischen Heimatmärkten der Law Firms genauso wie in Deutschland; hierzulande schrumpfte das Dealvolumen mit Mergers & Acquisitions (M&A) von 54 Milliarden Dollar 2003 auf 32 Milliarden im ersten Halbjahr 2012.
  • Der Mandant, das beauftragende Unternehmen, budgetiert die Honorare streng wie nie. Der Nimbus des oberschlauen und deshalb leider superteuren Wirtschaftsanwalts schwindet. Der Druck auf die Margen begrenzt die Gewinne der Partner und den Nachzug junger Anwälte auf die Partnerebene.
  • Der Anwaltsmarkt ist überbesetzt. Tausende Associates, die in Law Firms nicht Partner wurden, gründeten Spin-offs und balgen sich alle um dieselben Mandate.

Das US-Wirtschaftsmagazin "Bloomberg Businessweek" lädt schon zur Beerdigung der erfolgsverwöhnten Masters of the Universe of Law. "Was sind 176.000 Anwälte auf dem Meeresgrund?", fragte das Magazin im Mai auf dem Cover und antwortete im Heftinneren: "Die Zukunft".

Doomsday für die Anwälte also? Klingt das nicht reichlich übertrieben? Sicher - den Erbrechtler und Scheidungsanwalt um die Ecke wird es immer geben. Aber etliche niedergelassene Organe der Rechtspflege können schon heute von ihrer Kunst kaum leben.

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Hungertuch-Alarm: Was Junganwälte verdienen
Fast 161.000 Anwälte sind derzeit in Deutschland zugelassen - beinahe dreimal so viele wie 1990. Im Jahr 1950 mussten sich knapp 5000 Deutsche einen Anwalt teilen. 2013 kommen auf einen Anwalt nur noch 499 Bürger. Und pro Jahr drängen 3000 neu Zugelassene zusätzlich auf den Markt. Ginge die Entwicklung so weiter wie in den vergangenen 20 Jahren, würde die Zahl der Anwälte im Jahr 2180 die Millionenmarke knacken.

Im Ernst: Die Advokatenschwemme führt jetzt schon zu "wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Anwaltschaft", räumt Swen Walentowski ein, Sprecher des Deutschen Anwaltvereins (DAV), der gerade eine Studie zur Zukunft des Berufsstands veröffentlicht hat. Rosig ist diese Zukunft nicht - der DAV prophezeit fallende Preise und Kanzleiinsolvenzen.

Umsatz pro Anwalt deutlich abgesackt

Schon zwischen 1994 und 2011 ist der durchschnittliche Umsatz pro Rechtsanwalt laut einer Erhebung des Soldan Instituts von 116.311 auf 97.002 Euro abgesackt. Angestellte Junganwälte müssen teils Minigehälter von 30.000 Euro brutto hinnehmen. Andere lassen sich über die Zeitarbeitsfirma Perconex als "Projektjuristen" vermitteln.

Von Glück kann reden, wer es in den auskömmlichen und sicheren Staatsdienst geschafft hat. Die Mehrheit des Nachwuchses fragt sich bang: Wohin nur mit all den Juristen?

Senior Partner Georg Thoma, seit Ende Mai zugleich Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank, hatte Shearman über 20 Jahre zu einer der feinsten Adressen unter deutschen Anwalts-Consiglieri gemacht. Im persönlichen Umgang stets leise und konzentriert, fädelte Thoma intensiv mit am Geschehen wirklich großer Deals: Er war Treuhand-Berater, Abwickler der Deutschland AG, Dirigent bei der Fusion Daimlers mit Chrysler und dem anschließenden Desinvestment. Thoma brachte heikle Mandate stets sicher ins Ziel. Und erreichte zu Bestzeiten Umsätze von 35, 40 Millionen Euro pro Jahr.

2010 war Howrey (700 Anwälte) über Cashflow-Probleme gestolpert. Die Gemengelage war ähnlich: Zu hohe Fixkosten konnten bei sinkenden Umsätzen nicht lange bedient werden, der Exodus wesentlicher Partner verschärfte die Probleme zusätzlich.

Gemeinsam gedeihen - oder absteigen

Ebenfalls mit "amerikanischen" Schwierigkeiten hat Hogan Lovells zu kämpfen - wenn auch nicht in existenziellen Dimensionen. Seit der Fusion vor drei Jahren schwankt der neue Rechtsgigant in schwerer See. In der deutschen Organisation grummelt es, die Stimmung vor allem im Frankfurter Büro ist am Boden, an allen Standorten sorgt die Anreicherung der "Lockstep"-Vergütung, die die Gleichheit der Partner betont, mit stärker leistungsbezogenen Elementen ("Eat what you kill") für Frust.

Zwar meldete die deutsche Praxis für 2012 erstmals seit dem Schulterschluss ein Umsatzplus von 6,4 Prozent auf knapp 150 Millionen Euro - doch global war ein Rückgang zu verbuchen. Kontinentaleuropa-Chef Christoph Küppers hält trotzdem am Merger fest: "Das war das Mittel der Wahl, um weiter in der ersten Liga spielen zu können."

Shearman, Hogan, Howrey und Dewey zeigen: Anwälte internationaler Großkanzleien sind zu Schicksalsgemeinschaften verdammt, die gemeinsam gedeihen oder absteigen. Dafür haben die Kanzleien selbst gesorgt, als sie sich ein standortübergreifendes Management und einheitliche Vergütungsregeln gaben. Seither kann kein Anwalt in seinem Heimatmarkt still herumwerkeln, sondern muss sich an allgemein gültigen Umsatzzielen messen lassen, um seinen Gewinnanteil zu rechtfertigen.

Derzeit stehen die Zeichen eher auf Untergang. Nur in Asien entwickeln sich die Geschäfte noch prall und rund mit zweistelligen Zuwächsen. Ansonsten - Stagnation, Schrumpfung. Von bis zu 30 Prozent personeller Überkapazität nach Lehman sprechen Insider.

Ein schöner Erfolg - doch weit davon entfernt, repräsentativ für einen Markt zu sein, der mit dem Abwärtstrend ringt. Ein Großteil der Mandate deutscher Law-Firm-Ableger bestand lange in Firmentransaktionen amerikanischer Kunden, für deren Betreuung auch in Deutschland Büros eröffnet worden waren. Doch der einst prallvolle "Deal Highway" zwischen New York und Frankfurt ist derzeit so belebt wie eine Straße am autofreien Sonntag. Mehr Prozesse ("Litigation") und Compliance-Beratung, von denen Advokaten als Heilsbringer schwärmen, können das nur in Teilen auffangen.

Die Folge: Der heilige Gral der Wirtschaftsanwälte, der Profit per Partner (PPP), erodiert. Beispiel Linklaters: Im Ranking des US-Fachblatts "American Lawyer" von 2008 protzte die Kanzlei mit einem weltweiten PPP von knapp 2,6 Millionen Dollar - 2012 waren noch 1,9 Millionen übrig. Andere Großspieler teilen das Schicksal. Goldene Zeiten ade.

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insgesamt 92 Beiträge
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    Seite 1    
1. wirklich Mitleid?
seikor 03.10.2013
Zitat von sysopMandanten knausern, Profite schrumpfen, die erfolgsverwöhnten Wirtschaftskanzleien rutschen in die Krise. Und weiter drängen Tausende Advokaten in den Markt. Jungen Juristen drohen schwere Zeiten mit Zwergenlöhnen statt Schampus in der glamourösen Law Firm. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/juristenschwemme-zu-viele-juristen-draengen-auf-den-arbeitsmarkt-a-919819.html
Angesichts der Topverdiener mag das ja wenig sein. Aber andere akademische Berufsgruppen verdienen zu Berufsbeginn auch nicht wesentlich mehr. Selbst gesehen in einer Familienstreitigkeit: Anwälte, denen man tausende von Euro als Honorar reinbuttert, die dann vor Gericht aber doch nur hilflos dastehen... Oder eine simple Scheidung ohne Konflikte? Und schon ist ein Monatsgehalt an Honorar weg. Arbeitsaufwand für den Anwalt: ein paar Emails hin- und her, etwas Postverkehr, ein Gerichtstermin... Natürlich mag es auch andere Fälle geben, in denen recherchiert wird und Zeit für Gespräche draufgeht. Aber einen guten Eindruck hatte ich bisher leider nicht vom Preis-/Leistungsverhältnis. Was soll also dieses Gejammere? Wer nicht will, muss es ja nicht studieren.
2. Jammern auf hohem Niveau !
jesse01 03.10.2013
Na ja also 1,9 statt über 2 Mille pro Partner im Jahr kann man verkraften !! Aber stimmt schon, der Anwaltsmarkt ist total überlaufen. Das ist nicht so wie bei den Ärzten, die an hunderten Patienten pro Quartal verdienen. Statistisch benötigt man als Bundesbürger maximal 2 Mal im Jahr juristischen Rat. Das reicht halt nicht aus, um seine kleine Kanzlei über Wasser zu halten. Staatsdienst ist sehr beschränkt. pro Jahr vielleicht 3-4 Richterstellen pr Bundesland plus langer, langer Warteliste. Hohe Quali sprich im Schnitt über 9 Punkte, zumindest ein Vollbefriedigend je nach Bundesland. Die großen Law-Firms verlangen gleich Supermann mit 2 mal VB plus LLM plus Promotion. Das schafft nur der liebe Gott. Man kann nur vor dem Jurastudium warnen. Leider studieren das alle, da BWL ja Mathe enthält ! Da macht man dann halt Jura, weil nicht so festgelegt als Generalist ! Ganz großer Fehler !!!! Am Ende steht dann das 5 Punkte-Examen und die Zukunft ist futsch.
3. Schauen Sie mal ...
mathildesch. 03.10.2013
Schauen Sie mal in das Preußische Amtsblatt von 1816 und lesen Sie dort in etwa: "Die Bezirksregierung Braunschweig warnet vor der Aufnahme des Studiums der Jurisprudenz. Die Ämter können keine weiteren Referendariatsstellen schaffen, die Unterhaltung derselben Referendare ist nur bei entsprechender eigener Vorsorge möglich. ...." Ich würde mich nicht wundern, wenn es entsprechende Anmerkungen bereits aus römischen Quellen gibt. Gute Anwälte gibt es nie genug. Gute Anwälte sind nicht die karrierefixierten, die in Frankfurter Bürotürmen sitzen und vor lauter Angst beispielsweise nicht den Mund gegen die für Anwälte, Patentanwälte dramatische Bespitzelung ihrer Korrespondenz durch die N/USA aufmachen. Die mögen einmal gut gewesen sein - im Examen. Gute Anwälte sind Menschen mit gesundem Rechtsgefühl, wie jene, die nun die "Hamburger Erklärung" veröffentlicht haben. Gute Anwälte sind die, die den Beruf aus Interesse ergriffen haben und nicht nur, weil sie 'was Honoriges machen wollten und mit Mathe und Physik auf Kriegsfuss standen. Gute Anwälte können wir nicht genug haben. Aber wie man nun in der Arztausbildung langsam feststellt: Gut ist nicht gleich zu setzen mit guten Examensnoten, sondern mit Einfühlungsvermögen in die Interessenslagen und scharfer Analyse. DIESE Fehlentwicklung gilt es zu beklagen. Wir haben zuviele "Scheinqualifizierte", die weder vom Leben noch von den Interessen der Menschen etwas verstehen, die sie bloß belehren, statt zu helfen. Gute Anwälte kann man nie genug haben. Sie sind ein Bollwerk für die Freiheit gegenüber dem Staat und den Konzerninteressen.
4. Wenn Sie Ihren Kindern ...
Lesender01 03.10.2013
Zitat von sysopMandanten knausern, Profite schrumpfen, die erfolgsverwöhnten Wirtschaftskanzleien rutschen in die Krise. Und weiter drängen Tausende Advokaten in den Markt. Jungen Juristen drohen schwere Zeiten mit Zwergenlöhnen statt Schampus in der glamourösen Law Firm. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/juristenschwemme-zu-viele-juristen-draengen-auf-den-arbeitsmarkt-a-919819.html
ein Vorbild sein wollen, dann lösen Sie Probleme im persönlichen Gespräch, beim Bier, oder ignorieren Sie bestimmte Sachverhalte. Was soll diese Spinnerei mit diesen Anwälten? Wie viele Bürger haben sich jahrelang vor Gericht gesehen, um dann doch nichts erreicht zu haben? Oft gehts um das liebe Geld. Später zur Therapie.
5.
sonntagskind87 03.10.2013
Zitat von seikorAngesichts der Topverdiener mag das ja wenig sein. Aber andere akademische Berufsgruppen verdienen zu Berufsbeginn auch nicht wesentlich mehr. Selbst gesehen in einer Familienstreitigkeit: Anwälte, denen man tausende von Euro als Honorar reinbuttert, die dann vor Gericht aber doch nur hilflos dastehen... Oder eine simple Scheidung ohne Konflikte? Und schon ist ein Monatsgehalt an Honorar weg. Arbeitsaufwand für den Anwalt: ein paar Emails hin- und her, etwas Postverkehr, ein Gerichtstermin... Natürlich mag es auch andere Fälle geben, in denen recherchiert wird und Zeit für Gespräche draufgeht. Aber einen guten Eindruck hatte ich bisher leider nicht vom Preis-/Leistungsverhältnis. Was soll also dieses Gejammere? Wer nicht will, muss es ja nicht studieren.
Da kann ich nur lauthals lachen. Neulich den Arbeitsvertrag einer Küchenhilfe in einer Kantine gesehen, kein Schulabschluß, keine Berufsausbildung -- 30.000 € im Jahr oder 2.5000 € brutto im Monat, also so viel wie ein Akademiker mit 2 Staatsexamen als Berufsanfänger --- angemessen? In Familienrechtsstreitereien wie einer unkomplizierten Scheidung liegt das Anwaltshonorar ohne MWSt bei rund 1.300 € --- bei 5.000 € monatlichem Nettoeinkommen der Eheleute, bei 100.000 monatlichem Nettoeinkommen der Eheleute bekommt der Anwalt rund 5.500 € Honorar für die Scheidung, finden Sie das etwa zuviel? Dabei ist es unerheblich, ob er drei oder hundert Seiten schreibt, einen oder 15 Besprechungstermine mit dem Mandanten hat oder 1 oder 5 Gerichtstermine in dieser Angelegenheit. Eine Hochzeit lassen sich die Menschen wesentlich mehr kosten ...
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