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KarriereSPIEGEL im Hörsaal Gibt es die ideale Bewerbung?

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Corbis

Jede Bewerbung ist auch ein Stresstest. Die Personaler wissen, wen sie suchen. Die Jobkandidaten hingegen ahnen nur, womit sie punkten. Was zählt wirklich beim Berufsstart? Über perfekte Bewerbungen debattiert KarriereSPIEGEL mit Experten und Studenten in Hörsälen großer Unis.

Die Aussichten sind überwiegend sonnig. Nicht für jede Branche, nicht pauschal für alle jungen Akademiker. Aber wer heute auf Stellenpirsch geht, trifft auf einen recht freundlichen Arbeitsmarkt. Der Fachkräftemangel spielt gut qualifizierten Einsteigern in die Karten - gerade Ingenieuren, Natur- und Wirtschaftswissenschaftlern.

Die zwei größten Hürden muss jeder aus eigener Kraft überspringen: erst mit der schriftlichen Bewerbung überzeugen, dann im Vorstellungsgespräch oder im Assessment Center. "Bereiten Sie sich gut vor! Bleiben Sie authentisch! Schauspielern Sie nicht (denn der Personaler merkt's sowieso)!" Solche Klassiker der Ratgeberliteratur kennt fast jeder - aber sie helfen nur begrenzt. Denn die Rollen sind bei jeder Bewerbung klar verteilt: Die einen wollen den Job, die anderen haben ihn. Hier regiert Lampenfieber, dort routinierte Gelassenheit. Auf der einen Seite des Tisches ein Anfänger, auf der anderen Profis.

Was zählt beim Berufsstart wirklich? Welche Kandidaten würden Arbeitgeber sich häkeln, wie sieht eine ideale Bewerbung aus? Und worauf kommt es im Vorstellungsgespräch an? Um dieses Thema geht es im Sommersemester bei "KarriereSPIEGEL im Hörsaal". Zu den Veranstaltungen treffen sich Studenten und Experten an zwei großen Universitäten. Die Termine:

  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
    Montag, 10. Juni 2013, 17 Uhr (Eintritt frei)
    Großer Hörsaal im Neuen Hörsaalgebäude, Ulmenweg 18, Universitätsklinikum Erlangen
    mit Helene Endres (manager magazin), Gerhard Winkler (Trainer und Bewerbungsexperte), Giannoula Petroglou (Bosch)

  • KIT Karlsruhe
    Mittwoch, 12. Juni 2013, 17 Uhr (Eintritt frei)
    Campus Süd, Audimax, Gebäude 30.95, Straße am Forum 1, Karlsruhe
    mit Thomas Sattelberger (Ex-Personalvorstand Deutsche Telekom), Helene Endres, Gerhard Winkler, Dr. Gregor Heemann (Bosch) - mehr zu den Teilnehmern unten

Anschließend gibt einen Bewerbungsmappen-Check: Die Teilnehmer können ihre Lebensläufe und Bewerbungsunterlagen mitbringen; Personalexperten des Veranstaltungspartners Bosch und Bewerbungstrainer Gerhard Winkler prüfen sie und geben wertvolle Tipps. Wer seine Mappe checken lassen möchte, kann sich zuvor unter dieser Mailadresse anmelden.

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Bewerbungen: Wo geht's denn hier zum Job?
Bei der Diskussion geht es auch um die Frage, wann eine Bewerbung zu perfekt wirken kann, zu glatt und stromlinienförmig also. Denn manche Personaler irritiert inzwischen eine Entwicklung, die Unternehmen selbst forciert haben: Über viele Jahre predigten sie den Wert von Auslands- und Praxiserfahrung, eines schnellen Studiums und guter Noten. Studenten sollten ihre Uni-Jahre nicht verbummeln und möglichst flott in den Job wechseln.

Und heute? Heute klopfen mitunter 22-jährige Bachelor-Absolventen an die Firmentür, die schon als Abiturienten ultrapragmatisch waren und danach kühl am Lebenslauf polierten. Umwege kamen für sie nie in Frage, verwegene Hobbys verkniffen sie sich, durch die Welt streunen wollten sie lieber nicht - es könnte ja kostbare Lebenszeit fressen.

Wo, bitte, sind die Ecken und Kanten?

Das scheint Personalern nun auch wieder nicht recht zu sein. Weil sie in den normierten Bewerbungen etwas vermissen, das ihre Aufmerksamkeit kitzeln könnte. Vernehmlich murren sie über Jobinteressenten, die zwar bestens qualifiziert sind und artig auftreten, aber so gar keine Ecken und Kanten zeigen.

Vielleicht sind manchmal die krummen Wege die geraden; vielleicht ticken erfahrene Personaler etwas anders, als Bewerber annehmen. Auch das ist ein Thema für diese Diskussionsteilnehmer von "KarriereSPIEGEL im Hörsaal":

  • Gerhard Winkler arbeitet als Trainer und Bewerbungshelfer in Berlin. In der Reihe "Erste Hilfe Karriere" schreibt er für KarriereSPIEGEL über Berufsstart und Berufsalltag, er hat mehrere Bewerbungsbücher veröffentlicht und bloggt auf www.jova-nova.com.
  • Thomas Sattelberger war von 2007 bis 2012 Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom; die gleiche Position hatte er zuvor beim Autozulieferer Continental. Sattelberger kümmert sich als Vize-Präsident der EFMD (European Foundation of Management Development) in Brüssel um die Verbesserung der Manager-Weiterbildung.
  • Dr. Gregor Heemann ist erfahrener Personaler bei der Robert Bosch GmbH, genauer: Senior Vice President Human Resources im Geschäftsbereich Diesel Systeme. Er erläutert bei der Podiumsdiskussion in Karlsruhe, welche Wege das Unternehmen im Recruiting geht und wie Berufseinsteiger dort punkten.
  • Giannoula Petroglou ist Leiterin des Personalwesens im Werk Nürnberg der Robert Bosch GmbH und der Bosch Rexroth AG Nürnberg. Sie erklärt bei der Nürnberger Veranstaltung, welche Bewerbungen Bosch, mit weltweit über 300.000 Mitarbeitern eines der größten deutschen Unternehmen, sich wünscht.
  • Helene Endres ist Redakteurin im Karriere-Ressort vom manager magazin und veröffentlichte zusammen mit Klaus Werle das Buch "Können Sie Chef?".
  • Beide Veranstaltungen moderiert Armin Himmelrath, KarriereSPIEGEL-Autor, freier Journalist, Buchautor und Radiomoderator aus Köln.

Jochen Leffers (Jahrgang 1965) ist SPIEGEL-ONLINE-Redakteur und leitet das Ressort KarriereSPIEGEL.

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insgesamt 19 Beiträge
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    Seite 1    
1. Kuki, Miki, Liki
nana22 27.05.2013
Die ideale Bewerbung ist: wenn bekannt ist das man Kundenkind, Mitarbeiterkind oder Lieferantenkind ist. Die Wahrscheinlichkeit die Stelle zu bekommen steigt mit der Bedeutung der Beziehung zum Kunden, der Position des Mitarbeiters ( am Besten Sohn vom Chef) oder der Wichtigkeit des Lieferanten. Schön ist es auch wenn der Bewerber aus dem selben Ort wie der Personaler kommt oder Fussballfan des selben Vereins ist oder dieselbe Mutter hat.
2. Nicht nur die Personalabteilung bestimmt
dieterbk2 27.05.2013
Was mich an diesen ganzen Berichten immer stört ist, dass immer nur darüber geschrieben wird, wie die Personalabteilung die Bewerbungen bewertet. Gerade in technischen Bereichen (in größeren Unternehmen) hat aber die eigentliche Fachabteilung ein großes Mitspracherecht. Sicher, die Personalabteilung sortiert schon mal alle "allzu schlimmen" Bewerbungen aus. Aber die Personalabteilung bestimmt nicht, wer von möglichen Kandidaten denn letztendlich eingestellt wird. Dies entscheidet die Fachabteilung und dort spielen die ganzen "weichen" Faktoren nicht die wichtigste Rolle. In erster Linie ist hier wichtig, dass die Fachabteilung der Meinung ist, dass der Bewerber die technischen Erfahrungen hat (oder sich schnell einarbeiten kann) um sinnvoll im Team mitzuarbeiten
3. ...
jujo 27.05.2013
Zitat von nana22Die ideale Bewerbung ist: wenn bekannt ist das man Kundenkind, Mitarbeiterkind oder Lieferantenkind ist. Die Wahrscheinlichkeit die Stelle zu bekommen steigt mit der Bedeutung der Beziehung zum Kunden, der Position des Mitarbeiters ( am Besten Sohn vom Chef) oder der Wichtigkeit des Lieferanten. Schön ist es auch wenn der Bewerber aus dem selben Ort wie der Personaler kommt oder Fussballfan des selben Vereins ist oder dieselbe Mutter hat.
Passt zwar nicht ganz, geht aber in die gleiche Richtung. Wir bewarben uns um ein begehrtes Mietshaus. Vorstellung beim Entscheider. In seinem Büro einige Bilder mit Segelschiffmotiven. Ich, Seemann und Segler hatte sofort das Thema. Es entwickelte sich eine angeregte Fachsimpelei, Ich fragte dann mal so nebenbei wie es denn so mit dem Haus stände. Verblüfftes aufmerken, wegwerfende Handbewegung und ein: "das ist doch klar!" und schob uns den Vertrag herüber!
4.
elusive100 27.05.2013
Und wieder wird die Mär vom Fachkräftemangel zum 1001.++ Mal in die Welt gesetzt! Da taucht dann die Frage auf, wenn es einen wirklichen Fachkräftemangel gibt, warum sind die Unternehmen dann so pingelig wenn es um die "perfekte Bewerbung" geht und warum wird eine ganze Wissenschaft daraus gemacht? Warum werden dann noch teure tests im Assessment-Centren durchgeführt und die klassische Methode des persönlichen Vorbeikommens mit der Einreichung der Bewerbung abgelehnt, wenn es doch so dringend an Fachkräften bedarf? Die perfekte Bewerbung kann es gar nicht geben, da die Geschmäcker von Personalern viel zu verschieden sind. Die oft geforderte Kreativität bei der Bewerbung mag den einen Personaler begeistern, den anderen wiederum schreckt sie ab. Der andere mag es wiederum schlicht, womit man bei einigen anderen Punktverluste erntet. Natürlich gibt es gewisse Grundregeln, die man zu beachten hat. Dazu gehören u.a.: Korrekte Rechtschreibung, Übersichtlichkeit, saubere Formatierung und aussagekräftige Statements. Hält man sich daran, hat man schon eine gute Basis. Ob man nun den Cyan-Farbwert der einen Linie etwas stärker oder schwächer setzt oder den Abstand des Zeilenumbruchs 0,5mm weiter rechts oder links, darum schert sich keine Sau. Hauptsache, der Gesamteindruck ist stimmig. Es braucht auch keine teuren und umfangreichen Ratgeber á la Püttjer & co. Wenn einige Autoren und Schlaumeier behaupten dass es die perfekte Bewerbung gibt die der Hungucker schlechthin ist, würde ich ihnen empfehlen anstatt Bücher zu schreiben lieber direkt Bewerbungen für Kandidaten zu erstellen. Ich bin mir sicher dass die Kunden viel Geld dafür zahlen würden wenn doch die Erfolgsquote so hoch sein sollte. Schnell würde aber Ernüchterung folgen mit der Erkenntnis, dass ohne spezifische Berufserfahrung oder nahe Kontakte auch die "perfekte" Bewerbung den Umstand nicht ausgleicht.
5. Personaler?
Nonvaio01 27.05.2013
Zitat von sysopJede Bewerbung ist auch ein Stresstest. Die Personaler wissen, wen sie suchen. Die Jobkandidaten hingegen ahnen nur, womit sie punkten. Was zählt wirklich beim Berufsstart? Über perfekte Bewerbungen debattiert KarriereSPIEGEL mit Experten und Studenten in Hörsälen großer Unis. KarriereSPIEGEL im Hörsaal: Auf der Suche nach der idealen Bewerbung - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/karrierespiegel-im-hoersaal-auf-der-suche-nach-der-idealen-bewerbung-a-900627.html)
Also ich bin es gewohnt das evtl einer vom HR dabei sitzt aber die entscheidungen treffen immer noch der manager (mein zukuenftiger vorgesetzter) Wenn ich selber leute einstelle mache ich das meist ohne HR, da die eh nur nerven und nicht genau wissen wonach ich suche. All das ganze zeugs von Bewerbungs trainern, ist unwichtig, am ende kommt es nur auf die Chemie an, qualifikationen sind bei mehreren Kandidaten gleich. Das meiste am Interview ist eh wie man sich verkauft, denn das der Bewerber das fachwissen hat weiss ich ja schon denn sonst haette ich ihn nicht eingeladen. Was den lebenslauf angeht, da gibt es kein all heilmittel, jder Mensch bevorzugt etwas anderes, ich habe keine lust mich durch 10 seiten zu lesen. Zeugnisse sind mit bei einem 30 jaehrigen total egal, andere legen totalen wert auf lueckenlose Bewerbungen, ich will nur einen einstellen der das kann was ich brauche, der rest ist mir egal, udn den meisten meiner Kollegen auch. Ich lebe in Irland seit 13 jahren, in D wuerde ich mit einer bewerbung garnicht klarkommen.
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