• Drucken
  • Senden
  • Nutzungsrechte
 

KarriereSPIEGEL im Hörsaal Gibt es die ideale Bewerbung?

Zur Großansicht
Corbis

Eine Bewerbung ist auch ein Stresstest. Die Personaler wissen, wen sie suchen. Die Jobkandidaten ahnen nur, womit sie punkten. Was zählt wirklich beim Berufsstart? Über perfekte Bewerbungen debattiert KarriereSPIEGEL mit Experten und Studenten - am heutigen Donnerstag an der Uni Mannheim.

Die Aussichten sind sonnig. Nicht für jede Branche, nicht pauschal für alle jungen Akademiker. Aber wer heute auf Stellenpirsch geht, trifft auf einen recht freundlichen Arbeitsmarkt. Der Fachkräftemangel spielt gut qualifizierten Einsteigern in die Karten - gerade Ingenieuren, Natur- und Wirtschaftswissenschaftlern.

Die zwei größten Hürden muss jeder aus eigener Kraft überspringen: erst mit der schriftlichen Bewerbung überzeugen, dann im Vorstellungsgespräch. "Bereiten Sie sich gut vor! Bleiben Sie authentisch! Schauspielern Sie nicht (denn der Personaler merkt's sowieso)!" Solche Klassiker der Ratgeberliteratur kennt fast jeder - aber sie helfen nur begrenzt. Denn die Rollen sind bei jeder Bewerbung klar verteilt: Die einen wollen den Job, die anderen haben ihn. Hier regiert Lampenfieber, dort routinierte Gelassenheit. Auf der einen Seite des Tisches ein Anfänger, auf der anderen Profis.

Was zählt beim Berufsstart wirklich? Welche Kandidaten würden Arbeitgeber sich häkeln, wie sieht eine ideale Bewerbung aus? Um dieses Thema geht es im Wintersemester bei "KarriereSPIEGEL im Hörsaal". Zu den Veranstaltungen treffen sich Studenten und Experten an zwei großen Universitäten. Die Termine:

  • Universität Mannheim
    Fuchs-Petrolub-Festsaal, Raum O 138, Im Schloss, Ostflügel, 68131 Mannheim
    Donnerstag, 29. November 2012, 17 Uhr (Eintritt frei)
    mit Helene Endres (manager magazin), Bewerbungshelfer Gerhard Winkler, Dr. Karl-Heinz Schrödl (Bosch)

  • RWTH Aachen
    SuperC, Generali Saal, Templergraben 57, 52056 Aachen
    Donnerstag, 6. Dezember 2012, 17 Uhr (Eintritt frei)
    mit Klaus Werle (manager magazin), Gerhard Winkler, Erika Rasch (Bosch) - mehr zu den Teilnehmern unten

Anschließend gibt einen Bewerbungsmappen-Check: Die Teilnehmer können ihre Lebensläufe und Bewerbungsunterlagen mitbringen; Personalexperten des Veranstaltungspartners Bosch und Bewerbungstrainer Gerhard Winkler prüfen sie und geben wertvolle Tipps.

Bei der Diskussion geht es auch um die Frage, wann eine Bewerbung zu perfekt wirken kann, zu glatt und stromlinienförmig also. Denn manche Personaler irritiert inzwischen eine Entwicklung, die Unternehmen selbst forciert haben: Über viele Jahre predigten sie den Wert von Auslands- und Praxiserfahrung, eines schnellen Studiums und guter Noten. Studenten sollten ihre Uni-Jahre nicht verbummeln und möglichst flott in den Job wechseln.

Und heute? Heute klopfen mitunter 22-jährige Bachelor-Absolventen an die Firmentür, die schon als Abiturienten ultrapragmatisch waren und danach kühl am Lebenslauf polierten. Umwege kamen für sie nie in Frage, verwegene Hobbys verkniffen sie sich, durch die Welt streunen wollten sie lieber nicht - es könnte ja kostbare Lebenszeit fressen. Wer aber so früh alles den vermuteten Erwartungen von Arbeitgebern unterordnet, nimmt sich jede Chance für Blicke über den Tellerrand des Studienfachs und für intellektuelle Experimente.

Wo, bitte, sind die Ecken und Kanten?

Das scheint Personalern nun auch wieder nicht recht zu sein. Weil sie in den normierten Bewerbungen etwas vermissen, das ihre Aufmerksamkeit kitzeln könnte. Vernehmlich murren sie über Jobinteressenten, die zwar bestens qualifiziert sind und artig auftreten, aber so gar keine Ecken und Kanten zeigen. "Einzigartigkeit, seriell produziert, wird uniform", sagt Buchautor Klaus Werle. Und auch Ursula Schütz-Kreilkamp vom Handelskonzern Rewe bereitet Sorge, dass "die Biografien sich zunehmend gleichen", wie die Psychologin der "Süddeutschen Zeitung" sagte: "Auf der Strecke bleiben Individualität, Phantasie, Neugier und Nachdenklichkeit", so die Vizepräsidentin des Bundesverbands der Personalmanager.

Vielleicht sind manchmal die krummen Wege die geraden; vielleicht ticken erfahrene Personaler etwas anders, als Bewerber annehmen. Auch das ist ein Thema für diese Diskussionsteilnehmer von "KarriereSPIEGEL im Hörsaal":

  • Gerhard Winkler arbeitet als Trainer und Bewerbungshelfer in Berlin. In der Reihe "Erste Hilfe Karriere" schreibt er für KarriereSPIEGEL über Berufsstart und Berufsalltag, er hat mehrere Bewerbungsbücher veröffentlicht und bloggt auf www.jova-nova.com.
  • Erika Rasch ist leitende Personalerin bei der Robert Bosch GmbH, genauer: Vice President Human Resources Management. Sie erklärt bei der Aachener Veranstaltung, welche Bewerbungen Bosch, mit weltweit über 300.000 Mitarbeitern eines der größten deutschen Unternehmen, sich wünscht.
  • Dr. Karl-Heinz Schrödl ist Leiter der Zentralabteilung Mitarbeiter bei der Robert Bosch GmbH. Er erläutert bei der Podiumsdiskussion in Mannheim, welche Wege das Unternehmen im Recruiting geht und wie Berufseinsteiger dort punkten.
  • Helene Endres ist Redakteurin im Karriere-Ressort vom manager magazin und veröffentlichte zusammen mit Klaus Werle das Buch "Können Sie Chef?".
  • Klaus Werle ist ebenfalls Karriere-Redakteur beim manager magazin und Autor mehrerer Sachbücher, darunter "Die Perfektionierer". Darin beschreibt er, warum das permanente Optimieren in Ausbildung, Beruf und Alltag längst nicht immer die erhofften Vorteile bringt - und wer davon profitiert.
  • Beide Veranstaltungen moderiert Armin Himmelrath, KarriereSPIEGEL-Autor, freier Journalist, Buchautor und Radiomoderator aus Köln.

Jochen Leffers (Jahrgang 1965) ist SPIEGEL-ONLINE-Redakteur und leitet das Ressort KarriereSPIEGEL.

Dem Autor auf Twitter folgen:

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik KarriereSPIEGEL
RSS
alles aus der Rubrik Berufsstart
RSS
alles zum Thema KarriereSPIEGEL im Hörsaal
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH