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Erste Hilfe Karriere Bewerbungsfoto nur mit Schokoladenseite

Markengesicht: Über die Jahre wurde das Kinderschokolade-Foto dem Zeitgeist angepasst Zur Großansicht
DPA

Markengesicht: Über die Jahre wurde das Kinderschokolade-Foto dem Zeitgeist angepasst

Reicht ein Passfoto für die Bewerbung? Nein, findet Gerhard Winkler. Denn es geht nicht darum, das eigene Normgesicht zu dokumentieren, sondern sich von der besten Seite zu zeigen. Deswegen schadet es nicht, wenn das Foto hübscher gerät als der Bewerber selbst.

"Bei der Munich Business School verwirren mich die Angaben zu den erforderlichen Bewerbungsunterlagen. In der Broschüre fordern diese ein 'Bewerberfoto' und auf der Homepage ist von einem 'Passfoto' die Rede. Was für ein Foto sollte ich verwenden?" (T. R.)

Sie wollen, wie jeder Bewerber, an die Tür klopfen oder sogar einen Fuß in die Tür setzen. Dazu können Sie immer auf zwei Beinen aufkreuzen, Ihr ehrliches Gesicht vor sich hertragen und es als Eintrittskarte zeigen.

Sobald Sie sich um eine Ausbildung, einen Studienplatz, ein Stipendium oder einen Job bewerben, trägt das passende Bewerbungsfoto dazu bei, dass jene notorisch kritischen Personen, denen man die Auswahl überlässt, anfangen, Ihnen zu vertrauen. Bewerben heißt, Vertrauen einwerben. Wer Ihnen vertrauen möchte, schaut Ihnen dazu ins Gesicht. Sie geben ein Bewerbungsbild ab, damit andere, die Ihren Anspruch und Ihre Glaubwürdigkeit prüfen, sich ein besseres Bild von Ihnen machen.

Ein Passfoto ist dagegen Bestandteil einer Plastikkarte, die zur Feststellung Ihrer Identität dient. Ob da Ihr Look vertrauenswürdig ist oder befremdlich, ob Sie bunt wie ein Papagei oder verdächtig wie ein Pirat daherkommen, das ist den Türstehern und Kontrolleuren ziemlich egal. Solange nur das Dokument selbst in Ordnung ist und man Bild und Träger gleichsetzen kann, lässt man Sie passieren.

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10  Bilder
Bewerbungsfotos: Bitte recht männlich

Für die einzelnen Parameter eines Passfotos hat unser Regelapparat eine nicht zu hinterfragende Liste an Vorschriften erlassen. Alle Qualitätsmerkmale eines passtauglichen Fotos zeigt unsere Bundesdruckerei zudem auf einer Serie von Mustertafeln. Die Regeln gehen in ihrer Gründlichkeit auf wirklich alle von unseren unterschiedlichen Spitz-, Flach- oder Hohlköpfen bedingten Eventualitäten ein: "Wegen des häufig nicht eindeutig zu bestimmenden oberen Kopfendes sind Passfotos erst dann abzulehnen, wenn die Gesichtshöhe 27 Millimeter unterschreitet oder 40 Millimeter überschreitet."

Einfach hinreißend - oder nur ein Passfoto

Kopfende hin, Ausrichtung her, wer einen beliebigen Ausweis als den eigenen vorzeigt, ist immer gut beraten, wenn Nase und Gesichtsausdruck zum Abbild passen. Auch aus diesem Grund schaut man als Deutscher beim Passfotografen lieber nicht zu freundlich.

Wer dagegen ein Bewerbungsfoto vorlegt, möchte darauf möglichst noch einen Tick strahlender, blendender, gelöster, freundlicher, gewinnender - einfach: hinreißender als im Alltag aussehen. Von Passfotos kann man so was meist nicht behaupten.

Erste Hilfe Karriere
Diese Experten schreiben wöchentlich wechselnd im KarriereSPIEGEL über Bewerbungen, Karriere und die Wechselfälle des Berufslebens: Gerhard Winkler, Svenja Hofert, Martin Wehrle, Uta Glaubitz (von links oben nach rechts unten)

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Ja, und wenn so ein Bewerbungsbild zu schön ist, um wahr zu sein? Werden einem die Personaler daraus einen Strick drehen? Kaum.

Die Aura der glanzvollen Aufnahme wirkt in der Wirklichkeit noch lange nach und der erste Eindruck festigt sich weiter, wenn Sie sich im Telefonat, in der persönlichen Begegnung von Ihren guten Seiten zeigen. Ein Gesprächspartner verliert diese erste, günstige Einschätzung nur dann, wenn man sie mutwillig und absichtsvoll konterkariert.

Ein Bewerbungsfoto drückt aus, dass Sie sich auf eine Begegnung freuen, dass Sie guten Willen und Gesprächsbereitschaft zeigen, dass Sie Ihr Outfit und Ihre Haarpracht an die Erfordernisse der beruflichen Stellung anpassen, dass Ihre Augen nicht erloschen sind und dass Sie weder von Ranküne noch von Selbstzweifeln gequält werden. Alles in allem ist ein Porträt ein verblüffend wirksamer Indikator, ob man mit Ihnen reden kann und ob man mit Ihnen rechnen darf.

Die Kosten für ein Bewerbungsbild sind Teil des Selbstmarketing-Budgets. Das Foto selbst strahlt auf einen zurück. Es hilft enorm bei der Ausbildung eines positiven Selbstbilds. Man kann nur versprechen, was man auch einlösen wird, doch man kann, wenn man mit Ausbildern und Jobanbietern dealt, gar nicht zu sehr von sich selbst überzeugt sein.

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insgesamt 22 Beiträge
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1. hmmmm
justaguy85 23.07.2012
Zitat von sysopReicht ein Passfoto für die Bewerbung? Nein, findet Gerhard Winkler. Denn es geht nicht darum, das eigene Normgesicht zu dokumentieren, sondern sich von der besten Seite zu zeigen. Deswegen schadet es nicht, wenn das Foto hübscher gerät als der Bewerber selbst. Kein Passfoto als Bewerbungsfoto - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,845908,00.html)
Ich habe nie verstanden was ein Foto von mir in der Bewerbung zu suchen hat, solange ich mich nicht als Model bewerbe. Im ersten Anlauf, dem Bewerbungsschreiben, gehts doch eigentlich darum abzuklären, ob der Bewerber die benötigten hard-skills hat. Aufgrund eines Foto lässt sich doch sowieso nicht genug auf die Persönlichkeit schließen. Die Soft-Skills und die persönliche Eignung für einen Job werden dann beim persönlichen Gespräch geprüft - und da ist es immer noch früh genug um zu sehen, wie der Bewerber aussieht...falls das überhaupt relevant ist. Nicht dass ich mich jetzt verstecken will, aber es ist einfach unnötigund umständlich. Für meinen Job in den USA brauchte ich kein Foto auf meinem CV und das war gut so. Die Amis haben irgendwie verstanden, dass ein Foto auf dem CV völlig irrelevant ist. Leider ist Europa noch nicht soweit. Für meinen Job in Deutschland musste ich wieder zum Fotograf laufen, Foto machen, bezahlen, das Foto in meinen CV reinplatzieren was mir das ganze Format zerschossen hat, also dann das Format des CV´s wieder in Ordnung bringen....wenns wenigstens sinnvoll wäre, dann würden mich diese Kleinigkeiten ja nicht stören. Aber es ist einfach so umsonst.
2. ?????
brux 23.07.2012
Zitat von sysopReicht ein Passfoto für die Bewerbung? Nein, findet Gerhard Winkler. Denn es geht nicht darum, das eigene Normgesicht zu dokumentieren, sondern sich von der besten Seite zu zeigen. Deswegen schadet es nicht, wenn das Foto hübscher gerät als der Bewerber selbst. Kein Passfoto als Bewerbungsfoto - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,845908,00.html)
Nach deutschen Vorschriften muss der Gesichtsausdruck auf dem Passfoto "neutral" sein. Lächeln ist nicht erlaubt. Damit erledigt sich die Frage und eigentlich der ganze Artikel.
3. Meine Erfahrung
abby_thur 23.07.2012
Zitat von bruxNach deutschen Vorschriften muss der Gesichtsausdruck auf dem Passfoto "neutral" sein. Lächeln ist nicht erlaubt. Damit erledigt sich die Frage und eigentlich der ganze Artikel.
Das war ja nicht immer so. Früher durfte man auch nett aussehen, ich habe auch schon oft Passfotos als Bewerbungsbilder gesehen. Und viele haben eben noch welche übrig von vor ein paar Jahren und dachten, die können sie noch benutzen.
4.
marthaimschnee 23.07.2012
Tolle Karrierehilfe. Wie bewerbe ich mich bei einem Großkonzern, bei dem bevor es überhaupt fachlich wird, nach Nase (und Schulnoten) aussortiert wird. Für KMUs ist das Foto regelrecht irrelevant, zumal andere "Bewerbungsratgeber" inzwischen eh zu einem Verzicht des Fotos raten.
5. So oder auch so,
winfield06 23.07.2012
Zitat von sysopReicht ein Passfoto für die Bewerbung? Nein, findet Gerhard Winkler. Denn es geht nicht darum, das eigene Normgesicht zu dokumentieren, sondern sich von der besten Seite zu zeigen. Deswegen schadet es nicht, wenn das Foto hübscher gerät als der Bewerber selbst. Kein Passfoto als Bewerbungsfoto - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,845908,00.html)
kann es einem bei einem guten Bewerbungsfoto gehen. Persönlich hatte ich - Bewerbungsgespräch und Rückerhalt der Unterlagen - gerade auf diesen Punkt: eine interessante Andekdote anzuführen. Versehentlich war mein Bewerbungsanschreiben mit zurückgeschickt worden und dort waren neben Eingangsstempel auch verschiedene Notizen des GVLs oder der HR-Dame des Unternehmens vermerkt. Unter anderem eben auch folgende:sieht anders aus als auf Foto - KRANK? Wie gesagt es gibt solche und solche Unternehmen.
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Zum Autor
Gerhard Winkler arbeitet als Trainer und Bewerbungshelfer in Berlin. Er bloggt regelmäßig auf www.jova-nova.com.
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Profis ranlassen
Urlaubs- oder Automatenbilder gehen gar nicht. Besser einen Termin im Porträtstudio buchen. Ein "Business-Shoot" mit mehreren Posen in verschiedenen Outfits dauert eine bis anderthalb Stunden und kostet zwischen 150 und 300 Euro.
Was gibt's für den Preis?
Bei Profi-Aunahmen zu solchen Tarifen sollten eine kurze Outfit-Beratung sowie eine Grundvisagie (Make-up und Basis-Styling) drin sein. Wer die Fotos auch für Veröffentlichungen verwenden will, erwirbt die Nutzungs- und Bildrechte gleich mit. Einen Satz einfache Bewerbungsbilder gibt es ab 20 Euro.
Auf mehrere Karten setzen
Jede Branche hat ihre eigenen Dresscodes, die sich im Bewerbungsfoto widerspiegeln sollten. Banken mögen es klassisch-korrekt, für Werbeagenturen dürfen Kleidung, Pose und Hintergrund lockerer sein. Der Fotograf weiß das, aber man muss ihm sagen, dass die Bilder an unterschiedliche Adressen gehen.
Bunt oder Schwarzweiß?
Auf die Frage, ob Farbe oder Schwarzweiß, gibt es keine branchenspezifische Antwort. Einige Bewerbungsberater halten Schwarzweiß-Aufnahmen für ausdrucksstärker.
Details beachten
Dezente Farben - im Gesicht wie am Körper - kommen am besten an. Kein auffälliger Schmuck, keine extravagante Frisur. Flecken auf dem Anzug oder abgestoßene Hemdkragen sind tabu. Wer immer eine Brille trägt, tut dies selbstverständlich auch auf dem Foto. Und: lächeln!
Aufhübschen nur mit Zurückhaltung
Vorsicht mit fotografischen Finessen wie Kopfanschnitt oder extremer Schieflage der Bildachse. Ebenso Vorsicht mit digitalen Nachbearbeitungen, die mancher übereifrige Fotograf anbietet: Pickel wegretuschieren ist in Ordnung, aber eine Zahnlücke muss der Zahnarzt richten - nicht der Fotograf.
Richtig präsentieren
Wer sich "auf Papier" bewirbt, klebt das etwa 6,5 mal 4,5 Zentimeter große Foto rechts oben auf den Lebenslauf. Keine Büro-Heftklammer nehmen, sondern ein kleines Stück beidseitig klebendes Klebeband. Das Bild einzuscannen und aufzudrucken, empfiehlt sich nur, wenn das Druckergebnis tadellos ist.
Ist größer besser?
Verfechter des "Deckblatts" in Bewerbungen lassen sich oft dazu verleiten, ein größeres Bild und eine andere Darstellung, etwa ein Halbformat, zu verwenden. Die Seriösität darf darunter nicht leiden. Und die Verhältnismäßigkeit muss gewahrt sein: Wer einen Praktikumsplatz sucht, erntet mit einem Bühnenfoto Kopfschütteln.

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