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Business-Vokabular für Trainees No Excuses!

Der Break-Even ist nah! Du fängst demnächst als Trainee bei BayerSiemensBoschTelekom oder irgendeinem anderen Global Player an? Dann ist der folgende Brief Pflichtlektüre: ein Leitfaden zum perfekten Business-Vokabular.

Sehr geehrte Trainees, hi everybody,

schön, dass Sie hier reinlesen in den Kurs "Business English Step One", denn natürlich wissen Sie, wie wichtig in einer globalisierten Welt die richtigen Sprachkenntnisse sind, also die Skills jetzt.

Für Ihre Performance als High Potential ist ja nicht nur entscheidend, dass Sie sich frühzeitig in den Workflow Ihrer Company eingrooven, egal ob Small-Cap oder Blue-Chip. Also so kinky Kram wie: Wann geht's zum Work-out? Wo chillt man am besten? Kann ich den Prakti schon briefen, 'nen Coffee-to-go bei Starbucks zu holen? Chai Latte decaf, please!

Was Sie heute können müssen: browsen, hashtaggen, launchen, backuppen, committen, networken, posen. Führerschein Klasse 3 ist zwar von Vorteil, aber je früher Sie die Corporate Identity Ihrer Brand verstehen, den Spirit, die Assets, umso schneller winken die Benefits. Wichtig ist vor allem Ihre persönliche Attitude, sagt die Heidi auch immer.

Nutzen Sie am Anfang alle Incentives, dackeln Sie zu jedem Get-Together, egal an welcher Location, zu jedem Work-Life-Balance-Seminar und zu jedem Kids Day, auch wenn Sie gar keine haben. Stay tuned, denn Ihre Soft Skills sind die eigentlichen Heavy Weights ... äh ... Milestones ... äh ... Landmarks.

Jetzt connecten, der Rest ist ein Cakewalk

Es ist einfach wichtig, sich schnell zu connecten - egal ob mit den Jungs vom Facility Management oder den Chicks von der Hotline (auch wenn das jetzt gendermäßig vielleicht nicht ganz politically correct ist). Powern Sie sich richtig aus, wenn's sein muss, auch beim Nordic Walking mit den Silver Agern aus dem Board. Okay, man muss ein bisschen auf den Dress Code achten. Baggy Pants auf der Roadshow sind definitely ein No Go. Casual geht echt nur beim Weekend Meet & Greet.

Natürlich müssen Sie Mergers von Acquisitions unterscheiden können und OTC von USP. Das sind ja die Basics. Und klar brauchen Sie den einen oder anderen Scoop. Aber am Ende zählt Credibility mehr als irgendein halbgarer Blockbuster in der Pipeline. Und hey, beim Brainstormen am Flipchart ist noch keiner CEO geworden.

Leveragen Sie also Ihre Skills, rebooten Sie gelegentlich Ihre Roadmap, launchen Sie inhouse neue Claims. At the end of the day - Ihr Look & Feel-Faktor macht's. Think different! Wenn Sie das beherzigen, werden Sie zur Benchmark Ihrer ganzen Hood. Dann lassen sich auch Rollout-Phasen just in time forecasten.

Screenen Sie die Opportunities! Jump through hoops! But watch out! Mobbing kann Hardcore sein, ist aber was für Opfer. Deshalb challengen Sie lieber selbst: Die Junk-Mails der Kollegen kann man - believe it or not - rucki, zucki an den Chief of Staff forwarden, ooops! Das nennt sich übrigens updaten, nicht petzen. Win-win at its best. Der Rest ist ein cakewalk.

Streamlinen Sie Ihre Success Story!

Lean Management ist in Zeiten von Offshoring und Shareholder Value - more or less - ohnehin nur eine Sache des Handlings. Streamlinen Sie Ihre Success Story! Die Couch-Potatoes aus dem Marketing kann man als Erstes outsourcen. Alles All-time-low-Performer. Allein das Wording ist wichtig.

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12  Bilder
Büroleben: Elf Sätze für das Phrasenschwein
Downsizen klingt besser als Rausschmeißen, zumal die Freelancer doch eh immer solche Burnout-Hackfressen hatten, bei denen jede Anti-Aging-Creme verloren wäre. Da hör ich immer das ganze Sustainability-Gequatsche. Come on! Relax! Life's a bitch! No excuses, no regrets!

Und wenn das Board doch nicht für Sie voted? Dann heißt es nur, sich just in time zu überlegen, ob Sie sich mit einem eigenen Start-up und den Key Accounts selbständig machen, vielleicht auch als Spin-off, bootgestrapped, aber wenn genügend Venture Capital vorhanden ist, auch über ein Going-Public. Whatever.

Der Break-Even ist nah, wenn Sie jetzt allmählich merken: Business English ist was für entsetzliche Wichtigtuer und total out, Deutsch dagegen erlebt ein echtes Revival!

Ready to go?

Ihr Senior Vice President Global Language Assessment Center

  • Thomas Tuma ist Ressortleiter Wirtschaft beim SPIEGEL. Sein Text erschien zuerst im UniSPIEGEL.

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insgesamt 10 Beiträge
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    Seite 1    
1. These words..
Vier 21.05.2012
I don't think they mean what you think they mean.. BTW: Business-Denglish ist für mich ein Ausschlusskriterium - wer so etwas braucht, profiliert sich gleich als Schaumschläger ("bubble-hitter")..
2. Volltreffer!!!!
RealSatiriker 21.05.2012
owt
3. oh bitte
wander 21.05.2012
kann jemand den Namen Bosch aus dem Teaser herausnehmen? Der hat dort nicht im entferntesten was verloren. Bosch ist immer noch ein seriöses und menschliches Unternehmen und hat weder mit asozialen Gobalisierungsmonstern noch mit dem Low-Level-Geschwätz aus diesem Artikel etwas gemeinsam. Meine Familie dankt.
4. Beware of trade offs!
Arckenheidt 21.05.2012
To not trade off honesty for courtesy: What an effing load of BS.
5. Rofl
jagenauundso 21.05.2012
Zitat von sysopDer Break-Even ist nah! Du fängst demnächst als Trainee bei BayerSiemensBoschTelekom oder irgendeinem anderen Global Player an? Dann ist der folgende Brief Pflichtlektüre: ein Leitfaden zum perfekten Business-Vokabular. Leitfaden für Trainees zum perfekten Business-Vokabular - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,827080,00.html)
Herrlich, vielen Dank für diesen Artikel. Ich werde ihn unserer Unternehmenskommunikationsleitung zukommen lassen. Denn dort hat man auch noch nicht verstanden, dass ausserhalb der BWLer "Consultants"-Welt niemand diesen Blödsinn lesen will, weil man das in der realen Welt eben auch schlicht nicht versteht. Wer kommunizieren will, muss eine Sprache sprechen, die andere auch verstehen, insofern geht dieser Denglish-Quatsch als interne Kommunikationssprache über alle Fachbereiche gar nicht. Wegen mir können die sich in den Besprechungen ihres Fachbereichs so unterhalten, aber bitte nicht mit mir. Ich mülle die ja auch nicht extrem technischem Fachtermina-Gewäsch zu, weil ich weiss, dass die damit nichts anfangen können.
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