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Modelabels Tipps für Gründer

Trotz Willenskraft und Engagement birgt die eigene Firma eine ganze Menge Risiken. KarriereSPIEGEL nennt die sechs wichtigsten Punkte, die Gründer unbedingt beachten sollten - nicht nur in der Modebranche.

Geschäftsstrategie

"Heute würden wir einiges anders machen", sagen die Gründer von "fairliebt". Vor allem hätte eine Strategie ihnen geholfen, Entscheidungen nicht nur nach dem Bauchgefühl zu treffen. Die Drauflos-Methode hat sich für die beiden als Eigentor entpuppt: Immer nur das zu tun, was gerade anfiel, machte eine gründliche Unternehmensplanung und Zielgruppenanalyse unmöglich. Die Frage "Wo will ich hin?" sollte man sich ganz am Anfang einer Firmengründung stellen.

Kaufmännisches Know-How

Rechnen ist wichtig - zu der Erkenntnis kamen die "fairliebt"-Gründer zu spät: "Uns hat vieles interessiert, aber nicht die dezidierte Auseinandersetzung mit der grauen Welt der Zahlen", sagt Mathias Ahrberg. "Eine Buchhaltung gab es nur für die Steuer. Wir dachten: Schließlich hat man ja alles im Kopf und kennt die eigenen Zahlungsströme." Neugründern empfiehlt der BWL-Stundet ein gutes Warenwirtschaftssystem. "Das liefert überschaubare Daten und hilft bei der Strategiegenerierung."

Qualität

Das A und O bei einem eigenen Label ist die Qualität. Die Designerin Anna Fuchs empfiehlt zwar, mit dem Budget gut zu haushalten, jedoch solle man niemals Qualitätseinbußen beim Produkt akzeptieren. Der Leitsatz "Not macht erfinderisch" sei richtig, gelte aber vor allem für die Bereiche Marketing und PR. Bei Rohstoffen, Lieferanten und Produzenten sollte man keine Abstriche machen.

Zielgruppe

"Warum brauchen Menschen Kleider?", fragt Anna Fuchs. "Um sie Anzuziehen, am besten jeden Tag." Deshalb sollte die Zielgruppe, der man seine Kleider verkaufen will, sehr gut gewählt sein. Dabei spielen nicht nur Alter und Figur eine Rolle, sondern auch das soziale Umfeld und die Kaufkraft der potentiellen Kunden. Wichtig findet Anna Fuchs außerdem einen eigenen Laden, in dem der Designer seine Sachen selbst präsentiert. "Das schafft Nähe zu den Kunden und Kundinnen: Man erfährt, worauf es ihnen ankommt."

Freundschaftsdienste

Bei jeder Neu-Gründung ist am Anfang das Geld knapp, daher ist es unumgänglich, die Ressourcen im Bekanntenkreis anzuzapfen. Bezahlte Profis seinen zuverlässiger und natürlich oft auch kompetenter, sagt Mathias Ahrberg: Echte Models sagen ein Fotoshooting nicht kurz vorher ab. Ahrberg erzählt von mündlichen Absprachen, an die sich am Ende niemand mehr erinnerte. Deshalb: lieber schriftliche Verträge machen. Anna Fuchs rät, Freunde nur anzuheuern, wenn auch für sie durch den Deal Vorteile entstehen: Der Fotograf kann die Bilder in seiner Mappe verwenden, das Model bekommt eine kostenlose Sedcard und Produktionskosten werden selbstverständlich erstattet.

Netzwerken

Werbung ist teuer, ihre Wirkung schwer zu messen. Statt großflächiger Innenstadtplakatierung empfiehlt Anna Fuchs, das eigene Netzwerk zu aktivieren. Mund-zu-Mund-Propaganda, Präsenz in sozialen Netzwerken und eine gelungene Webseite hält sie für essentiell. Außerdem sagt sie: "Das Internet bietet sehr gute Möglichkeiten, sich redaktionell auszuleben. Die muss man nutzen!"

Meine Modemarke - KarriereSPIEGEL traf junge Designer, die zu Gründern wurden. Nicht alle waren damit erfolgreich.

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