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05. Februar 2013, 12:40 Uhr

Firmen auf Bewerberjagd

Die besten Karriereseiten

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Wie ködern Firmen die besten Bewerber? Heute vor allem: Mit einer ausgefuchsten Internetpräsenz. Eine Studie zeigt, wie schwer das ist, neuerdings gehört auch ein Mobilauftritt dazu. Auf den rasanten Wandel reagieren Fresenius, Telekom und ThyssenKrupp am besten.

Manche Unternehmer haben eben erst verstanden, dass da draußen eine digitale Revolution im Gang ist: Das Internet, das sie eigentlich nur für eine Mode gehalten haben, will einfach nicht mehr verschwinden. Und irgendwie nutzen es immer mehr Menschen für die ulkigsten Sachen. Während sie früher - so die antiquierte Vorstellung - nur ein paar belanglose Elektrobriefe an Freunde geschrieben und illegal Musik geladen haben, erledigen sie nun ihre Bankgeschäfte digital, kaufen Autos und Häuser, und suchen sogar ihren nächsten Arbeitgeber im Netz.

Wer noch auf diesem Stand verharrt, dem dürften viele talentierte junge Leute erst gar nicht über den Weg laufen - geschweige denn, dass sie sich in seinem Unternehmen bewerben. Denn eine neue Studie zeigt, dass die Mitarbeiter von Morgen schon wieder einen Schritt weiter sind. Für sie ist nicht nur das Internet das Medium, das ihnen bei der Jobsuche hilft. Immer lieber nutzen sie dafür Handys oder Tabletcomputer wie das iPad, und das verändert die Lage erneut dramatisch.

Wie jedes Jahr hat die Unternehmensberatung Potentialpark die Bewerberkommunikation zahlreicher europäischer Unternehmen untersucht und gefragt: Wie übersichtlich und informativ sind die Internetauftritte? Wie gut sind die Angebote auf die Bedürfnisse einer jungen Zielgruppe zugeschnitten, die die Weichen für die eigene Karriere stellt? Dazu wurden in Deutschland 407 Infoangebote von 142 Arbeitgebern untersucht und gut 2000 Studienabgänger nach ihren Erwartungen befragt.

Eins der Ergebnisse: Während im Vorjahr noch 9 Prozent der Studenten mit einem Mobilgerät auf Jobsuche gegangen sind, tun es 2013 schon 13 Prozent. Vielleicht noch wichtiger: 48 Prozent würden gerne diesen Weg gehen, tun es aber noch nicht, weil sie die Angebote der Unternehmen bislang für ungeeignet halten.

Man muss den Arbeitgebern zu Gute halten, dass sich das Feld sehr schnell wandelt. Vor wenigen Jahren ging es nur um Stellenausschreibungen im Internet, heute findet im Idelfall das gesamte Bewerbungsverfahren dort statt. Bevor Studenten aber persönliche Informationen auf einen Firmenserver hochladen, wollen sie sich informieren, ob ihnen der Arbeitsalltag in der Firma zusagen könnte. Sie wollen Fragen stellen, ohne sich schon festlegen zu müssen. So kamen nach und nach die sozialen Netzwerke wie Facebook und Xing ins Spiel.

Julian Ziesing von Potentialpark stellt fest: "Es gibt kein Unternehmen, das auf allen Kanälen der Bewerberkommunikation perfekt agiert." Aber es gibt Konzerne, die alles in allem schon sehr gut sind - siehe das Ranking am Ende des Artikels. Am besten gelungen finden die Studienautoren die Personalansprache von Fresenius, Deutsche Telekom und ThyssenKrupp. Und während die beiden erstplatzierten bereits früher schon gut abschnitten, hat ThyssenKrupp in diesem Bereich beachtlich zugelegt - um 12 Plätze.

Das ist typisch: Alle Unternehmen müssen in diesem Bereich lernen, immer wieder neu, weil sich das Feld so stark verändert. So hat die Verwendung von Facebook beispielweise um 10 Prozentpunkte zugelegt: 71 Prozent der Befragten erwarten einen Arbeitgeberauftritt dort. Nur: Es ist nicht sinnvoll, die Inhalte der übrigen Karriereseiten des Unternehmens zu kopieren, denn Facebook funktioniert anders. Wer dort Interesse wecken will, muss Inhalte anbieten, die Facebook-Nutzer gerne ihren Freunden zeigen. Als Beispiel sagt Ziesing: "Mein Freund hat ein Foto eines Karriere-Events der Firma XY geteilt - das interessiert mich auch!" Im Idealfall werden dann die Statusmitteilungen des Unternehmens abonniert.

Beim handygerechten Online-Auftritt sieht Ziesing den größten Spielraum. Von 142 Arbeitgebern in Deutschland haben nur 36 eine eigene Mobilseite.

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