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"Recruiting Trends 2013" Es lebe die gute alte Stellenanzeige

Schwarzes Brett statt Xing: Jeder zweite Job wird ganz klassisch über eine Anzeige vergeben Zur Großansicht
Jens-Ulrich Koch/dapd

Schwarzes Brett statt Xing: Jeder zweite Job wird ganz klassisch über eine Anzeige vergeben

Wer einen tollen Job will, muss die richtigen Leute kennen, Netzwerken heißt das Zauberwort. Doch eine neue Studie weckt Zweifel an der Wirksamkeit von "Vitamin B". Bei den tausend größten deutschen Unternehmen gehen acht von zehn Stellen an einen Bewerber, der sich auf eine Anzeige gemeldet hat.

Bewerbungen schreiben nervt. Es kostet Zeit und Geld - und bringt sowieso nichts, denn die wirklich guten Jobs werden sowieso über private Kontakte vergeben, stimmt's? Wer sich anschaut, wie viele Publikationen es zu den Stichworten Jobsuche und Netzwerken gibt, kann leicht diesen Eindruck gewinnen. Tatsächlich sind klassische Bewerbungen erfolgreicher als ihr Ruf.

In den tausend größten deutschen Unternehmen werden noch immer acht von zehn freien Stelle mit Menschen besetzt, die sich auf eine Anzeige in einer Online-Stellenbörse, auf der Unternehmens-Webseite oder in einer Zeitung beworben haben. Knapp fünf Prozent der neuen Mitarbeiter kommen über die Bundesagentur für Arbeit an ihren Job, letztlich also auch über eine klassische Stellenanzeige. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Recruiting Trends 2013", für die Personalverantwortliche der Top-1000-Firmen in Deutschland im Auftrag der Stellenbörse Monster befragt wurden.

Nur rund acht Prozent der Neueingestellten hätten den Job aufgrund einer Mitarbeiterempfehlung bekommen, gaben die Personaler an. Und lediglich drei Prozent der Stellen hätten sie mit Hilfe von sozialen Netzwerken vergeben. Allerdings sagte jeder Zehnte, er suche häufig oder sehr häufig auf Xing nach "interessanten Kandidaten". Und in jedem zweiten Unternehmen sind die Mitarbeiter dazu angehalten, Bewerber zu empfehlen.

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Bewerbungen: Wo geht's denn hier zum Job?

Eine repräsentative Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, für die 15.000 deutsche Unternehmen befragt wurden, war 2011 zu dem Ergebnis gekommen, dass persönliche Kontakte bei der Besetzung von einem Viertel aller offenen Stellen entscheidend sind. Die Studie bezog sich auf die deutsche Gesamtwirtschaft, es wurden also auch kleinere Firmen befragt. Für die "Recruiting Trends 2013" wurden nur die tausend größten berücksichtigt.

"Dass in den von uns befragten Top-1000-Firmen acht Prozent der Neueingestellten von Mitarbeitern empfohlen wurden, finde ich bemerkenswert viel", sagt Studienleiter Tim Weitzel von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Das zeige, wie sehr sich Großunternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels bemühten, ihre freien Stellen doch noch besetzen zu können. "In kleineren Unternehmen, die als Arbeitgeber natürlich unbekannter sind als die Großen, sind Mitarbeiterempfehlungen noch wichtiger." Außerdem seien diese ein sehr effizienter und effektiver Recruiting-Kanal: "Unternehmen und Kandidat haben ein authentischeres Bild, ob beide auch zueinander passen."

Formular statt Bewerbungsmappe

Fast jeder zweite befragte Personalverantwortliche geht davon aus, dass seine Firma in diesem Jahr Stellen ausschreiben wird. Um die Kandidaten noch schneller einordnen zu können, bieten viele Unternehmen standardisierte Bewerberformulare an. Diese werden von 35 Prozent der Jobsuchenden genutzt. 40 Prozent schicken lieber Anschreiben und Lebenslauf per E-Mail und 22,5 Prozent schicken eine Mappe per Post. Damit werde bald Schluss sein, schätzen die Personaler: Sie rechnen damit, dass sich die Formularbewerbung spätestens im Jahr 2017 durchgesetzt hat.

Immer unwichtiger werden bei der Bewerbersuche Printmedien. 2003 wurden noch 37 Prozent aller Stellenanzeigen in einer Zeitung oder Zeitschrift veröffentlicht, im vergangenen Jahr waren es nur noch 19 Prozent. "Printanzeigen dienen heute eher dem Employer Branding, sie sollen den Arbeitgeber attraktiv erscheinen lassen", sagt Studienleiter Weitzel. "Um direkt seine Zielgruppe anzusprechen, eignen sich eher eigene Talent-Pools." In diesen Datenbanken können die Lebensläufe von Bewerbern gespeichert werden, die den Personalern zwar interessant erscheinen, für die sie im Moment aber keine Verwendung haben. Fast 14 Prozent der befragten Firmen beschäftigen bereits Mitarbeiter, die solche Talent-Pools verwalten und sich explizit um die Direktansprache potentieller Bewerber kümmern.

An Bedeutung gewonnen haben in den letzten Jahren Online-Stellenbörsen. 60 Prozent aller freien Stellen werden mittlerweile dort veröffentlicht. Zudem findet man neun von zehn Jobangeboten auch auf der Webseite des jeweiligen Unternehmens. Acht von zehn Personalern gehen davon aus, dass Online-Stellenanzeigen in Zukunft auch dynamische Elemente wie Videos, Spiele oder Twitter-Einbindungen haben werden. Zurzeit hat erst eine von zehn Anzeigen ein solches Zusatzangebot.

vet

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insgesamt 10 Beiträge
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1. ja sicher...
__Chris__ 19.02.2013
wenn die Stelle auch ausgeschrieben wird, oft sind Stellen nur intern (große Unternehmen) ausgeschrieben und ganz oft steht schon fest wer die Stelle bekommt. Um alles formal ablaufen zu lassen, wird dann eine Ausschreibung gemacht. An viele Stellen kommt man nicht mal dran als Aussenstehender. Allerdings sind im Augenblick recht viele Stellen zu finden. Das ist ja schon mal positiv für unser Land
2. Na hoffentlich..
stfns 19.02.2013
Denn leider sind diejenigen die gerne reden nicht die, die auch gerne gut machen. All said.
3. Da kann ich vielem nicht zustimmen
frank1980 19.02.2013
Zustimmen kann ich der Aussage: "Bewerben bringt nichts"... wobei wenn man genug Bewerbungen geschrieben hat findet man schon irgendwann eine. Nicht zustimmen kann ich: 1. Fachkräftemangel: Den gibt es nicht. Der wird nur oft genug wiederholt um zu ermöglichen das billige Arbeitnehmener aus dem Ausland zugelassen werden. 2. Formularbewerbung. Ist zum Glück seid 2009 wieder auf dem Rückzug. Email von den meisten Firmen akzeptiert. Was bedeutet Formularbewerbung: Einen Aufwand für den Bewerber für jede Firme seinen eigenen Lebenslauf nochmal abzuschreiben. Für die Firmen 1.Klick sieben Aus 500 Berwerbungen für eine Stelle wird: lösche => über 28, schlechter als 1,1 , weniger als 1 Jahr Auslandserfahrung, weniger als 5 Jahre Berufserfahrung, weniger als 3 Fremdsprachen. Daraus folgt: nur noch 20 Bewerber pro Stelle. Und sofort wird angefangen über den Fachkräftemangel zu jammern.
4. .. und 2 von 10 Stellen sind die..
lynx2 19.02.2013
Zitat von sysopJens-Ulrich Koch/dapdWer einen tollen Job will, muss die richtigen Leute kennen, Netzwerken heißt das Zauberwort. Doch eine neue Studie weckt Zweifel an der Wirksamkeit von "Vitamin B". Bei den tausend größten deutschen Unternehmen gehen acht von zehn Stellen an einen Bewerber, der sich auf eine Anzeige gemeldet hat. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/recruiting-trends-2013-wie-bewerber-freie-stellen-finden-a-884126.html
.. Management Top Jobs, für die man eben doch Beziehungen braucht. Die anderen 8 sind für die middle, lower and underdogs.
5. Ich auch nicht....
dipl.inge82 19.02.2013
Zitat von frank1980Zustimmen kann ich der Aussage: "Bewerben bringt nichts"... wobei wenn man genug Bewerbungen geschrieben hat findet man schon irgendwann eine. Nicht zustimmen kann ich: 1. Fachkräftemangel: Den gibt es nicht. Der wird nur oft genug wiederholt um zu ermöglichen das billige Arbeitnehmener aus dem Ausland zugelassen werden. 2. Formularbewerbung. Ist zum Glück seid 2009 wieder auf dem Rückzug. Email von den meisten Firmen akzeptiert. Was bedeutet Formularbewerbung: Einen Aufwand für den Bewerber für jede Firme seinen eigenen Lebenslauf nochmal abzuschreiben. Für die Firmen 1.Klick sieben Aus 500 Berwerbungen für eine Stelle wird: lösche => über 28, schlechter als 1,1 , weniger als 1 Jahr Auslandserfahrung, weniger als 5 Jahre Berufserfahrung, weniger als 3 Fremdsprachen. Daraus folgt: nur noch 20 Bewerber pro Stelle. Und sofort wird angefangen über den Fachkräftemangel zu jammern.
Wenn die Suche nach Fachkräften nur etwas Aufwand erfordern würde, wäre der Sittenverfall in der deutschen Arbeitswelt (und speziell dem MINT-Bereich) nicht ansatzweise so rasant wie er tatsächlich ist. Schade für die Schar an gutgläubigen jungen Leuten, die erst nach ihrer Ausbildung feststellen, das die Unternehmen nicht den Boden küssen auf dem sie laufen, obwohl Lehrer, Profs und Dozenten das doch immer behauptet haben. Das ist es auch egal ob die Bewerbung online ist, per Post oder im Social Network.
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