Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

ThemaDie ideale Bewerbung - KarriereSPIEGELRSS

Alle Artikel und Hintergründe


 

Bewerbungs-Check So präsentieren Sie sich richtig auf Xing und LinkedIn

Das komplette Profil: Was gehört hinein, was besser nicht? Zur Großansicht
Foto: Corbis

Das komplette Profil: Was gehört hinein, was besser nicht?

Ein Bild vom Bewerber machen sich Personalchefs oft in sozialen Netzwerken. Vier Experten erklären die schlimmsten Fehler eines fiktiven, aber realitätsnahen Profils bei Xing oder LinkedIn.

KarriereSPIEGEL-Klassiker
Manche Dinge ändern sich (fast) nie: Wie man eine interessante Bewerbung schreibt. Wie man im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck hinterlässt. Die besten zeitlosen Artikel aus dem KarriereSPIEGEL präsentieren wir Ihnen in loser Folge.

1. Das Foto - ein Mann am Schreibtisch
Zur Großansicht
Foto: Corbis

Florian Wurzer, Personalchef beim Halbleiterhersteller Intel: Das Foto sollte in meinen Augen nicht überbewertet werden. Es sagt wenig über fachliche Kompetenzen einer Person, eher über die Qualität der Selbstvermarktung.

Joachim Rumohr, Xing-Experte: Das Bild ist das Wichtigste im Profil - und was ist es anderes als eine Bewerbung? Ich sehe in Profilen immer noch Freizeitbilder, Menschen beim Segeln, ganz selten auch Partyfotos. Das ist nicht gut. Die häufigsten Fehler sind sonst Unschärfe oder ein unruhiger Hintergrund. Stellen Sie keine quadratischen Fotos online. Verstecken Sie sich auf dem Foto nicht hinter dem Schreibtisch. Das sieht zwar beschäftigt aus, aber ich will Sie doch kennenlernen. Und stellen Sie keine alten Bilder ein - der Personalchef sollte Sie erkennen, wenn Sie zum Vorstellungsgespräch kommen.

Robindro Ullah, Leiter Personalmarketing Süd, Deutsche Bahn: Bereits beim Foto Platz zu verschenken, sich selbst nur klein im Hintergrund abzubilden, das ist nicht klug. Das Bild gehört zum Social-Media-Profil, damit können Sie eine Menge ausdrücken.


2. Unternehmensname - "nicht angegeben"

Rumohr: Der Unternehmensname im Profil ist so etwas wie die Schaufensterbeschriftung, weil sie auch bei Google-Suchen erscheint. Bitte keine Gedankenstriche, wenn Sie arbeitslos sind. Schreiben Sie Ihre Tätigkeit, den Ort und Ihre Verfügbarkeit rein. Zum Beispiel: "Art Director, Hamburg, sofort verfügbar".


3. Positionsbeschreibung - leitend

Wurzer: Das ist etwas überverkauft. Wenn jemand in leitender Funktion tätig ist, dann sollte man wissen, wo. Mit dieser Berufserfahrung wäre auch interessant, auf welcher Ebene und in welcher Funktion.


4. Über-mich-Seite - Willkommensgrüße

Regine Siemann, Leiterin Personalmarketing bei der Antriebs- und Energieanlagenfirma Tognum: Ist jemand im Netzwerk präsent, um sich beruflich neu zu orientieren, sagen die beiden Beispielsätze gar nichts aus. "Über mich" entspricht der dritten Seite einer Bewerbung, dort kann man über sich kommunizieren, was inhaltlich weder in Lebenslauf noch Anschreiben passt. Hier kann der Bewerber beispielsweise die Gelegenheit nutzen, ausführlicher besondere Kompetenzen und Qualifikationen aufzuzeigen, oder auch auf Dinge eingehen, die ihm persönlich wichtig sind.

Wurzer: Ein Standardsatz, generell vollkommen in Ordnung.

Rumohr: Sie machen einen großen Fehler, wenn Sie die Rubrik auf diese Weise oder gar nicht ausfüllen. Notieren Sie Ihren Traum in diese Rubrik: Arbeitgeber, Aufgabe, Gehalt. Ziele sind schön, man soll sie aber konkret formulieren. Geschätzte 0,1 Prozent aller Xing-Nutzer machen sich die Mühe und stellen ein animiertes GIF online. Zu wenige. Der Mensch mag bewegte Bilder, er mag klare, kurze Aussagen. Ich verweise gern auf das Profil von Klaus Wenderoth. Suchen Sie den mal. Fast alle sehen sich seine Animation von vorn bis hinten an.


5. Berufserfahrung - von Abi bis Elternzeit

Wurzer: Diese Auflistung erlaubt eigentlich nur eine Aussage: unvollständig, lückenhaft, informationsarm.

Rumohr: Es ist ein Fehler, wenn Sie auf Jobsuche sind und keinen Lebenslauf hinterlegen. Aber es genügt, wenn Sie die vergangenen zehn Jahre lückenlos dokumentieren. Ich würde alle Aufgaben, die Sie in diesen Berufsjahren hatten, immer ausformulieren. Sind Sie für Ihre Kinder zu Hause geblieben? Schreiben Sie das. Seien Sie offen, denn egal, was Sie schreiben: 40 Prozent der Menschen werden es gut finden, 40 Prozent finden es schlecht, und 20 Prozent ist es egal. Es gibt sicher Arbeitgeber, die eine Kinderpause klasse finden.

Ullah: Sie verspielen allzu leicht Ihre Glaubwürdigkeit, wenn Sie aus einem Praktikum direkt in eine leitende Position gerutscht sind. Das Profil muss stimmig sein - übrigens auch zwischen Ihrem LinkedIn- und Ihrem Xing-Profil.


6. Auszeichnungen - leer

Rumohr: Wenn Sie Auszeichnungen bekommen haben, schreiben Sie diese unbedingt rein. Es ist nicht das wichtigste Feld. Aber wer Sie wegen der anderen Felder sowieso schon mag, freut sich auch hier über Angaben.


7. Ich suche - Kunden & Kontakte

Rumohr: Ich versuche immer noch, mir einen Menschen vorzustellen, der im Xing-Suchfeld "Kunden" oder "nette Kontakte" eingibt.

Wurzer: Erneut ein Standardsatz. Wäre diese Person in der Dienstleistungsbranche und ich ein potentieller Kunde - mich würde das so nicht ansprechen. Und was sich hinter "nette Kontakte" verbirgt, ist eine spannende Frage.


8. Ich biete - Netzwerk & Erfahrung

Rumohr: Schön, wenn Sie Verkaufsleiter sind und Erfahrung haben. Aber: Was verkaufen Sie? Was können Sie für mich tun? Selbst wenn Sie einen Job haben, wird es Kunden Ihrer Firma geben, die Sie bei Xing aufsuchen.


9. Interessen - baden, fernsehen, schlafen

Rumohr: Ich habe das Wort "Schaumbäder" mal gesehen bei Xing. Das ist nicht Facebook. Schreiben Sie nur ins Profil, was Sie auch einem wildfremden Menschen auf der Straße erzählen würden.

Ullah: Der rote Faden im Profil fehlt völlig. Viel zu häufig begegnen mir Profile, die im Grunde wenig bis keine Aussagekraft haben oder in sich nicht schlüssig sind. Im Zweifel erwecken Sie so einen unseriösen Eindruck.

Wurzer: Die Rubrik ist mit den Hobbys in einem klassischen Lebenslauf vergleichbar. Man sollte sie nicht überbewerten. In vielen Ratgebern wird geraten, Mannschaftssportarten zu erwähnen, weil das Teamfähigkeit signalisiere. Da stimme ich überhaupt nicht zu. Man sollte immer ein authentisches Bild von sich selbst geben. Selbst "Ausschlafen" sagt nichts über die Arbeitshaltung. Viele Menschen arbeiten extrem viel und hart, sie genießen es, ab und an ausschlafen zu können.

Siemann: Ich unterscheide zwischen Karrierenetzwerken und Plattformen wie Facebook. Persönlich finde ich es völlig okay, dass Studierende Partyfotos publizieren und witzige YouTube-Videos teilen. Bewerbungen sind meines Erachtens immer eine Sache auf Gegenseitigkeit. Ein Unternehmen sucht Mitarbeiter, die zur Aufgabe und Firmenkultur passen - aber der Bewerber sucht ja auch ein Unternehmen, in dem er sich wohl fühlt. Will sagen: Wenn der Bewerber aufgrund seines Profils in einem sozialen Netzwerk nicht in Frage kommt, dann stimmen eben Bewerber und Arbeitgeber nicht überein. Dann suche ich mir als Bewerber doch lieber ein Unternehmen, das meine im Netz kommunizierten Aktivitäten nicht befremdlich findet.


10. Gruppen - Liga der Glatzenträger

Rumohr: Bei Xing gibt es lustige Gruppen. Eine ist tatsächlich die Liga der Glatzenträger und hat als Logo das Wort "Glatze" auf weißem Grund. Wenn daneben noch das Logo des FC St. Pauli prangt, sehe ich als Besucher eine Glatze neben einem Totenkopf. Ist das auch das Bild, das Sie nach außen abgeben möchten? Man kann die Logos auch ausblenden.

Aus SPIEGEL JOB 1/2013
  • Der Netzwerk-Check ist aus dem Magazin SPIEGEL JOB mit Beiträgen aus der Berufswelt - für Einsteiger, Aufsteiger, Aussteiger. Weitere Themen sind zum Beispiel: Die Sinn- und Glückssucher der Generation Y. Gripsgewinnler - Karrierefaktor Intelligenz. Geschichten vom Gelingen und Scheitern. Wie junge Deutsche ihr Glück in Hollywood versuchen. Und noch viel mehr. Schauen Sie doch mal rein.
  • Heft versandkostenfrei bei Amazon bestellen
Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 66 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Roter Faden?
marty_gi 29.11.2013
...wer sich immer nur daran entlanghangelt, wird Fachidiot. Und hat letztlich von nichts eine Ahnung. Unkreativ. Und was "unserioes" ist, kann man diskturieren. Ich persoenlich halte Anzuege (Verkleidung!!! Die schlimmsten Betrueger und Luegner uns Asoziale tragen alle Anzug!) als unserioes, weil sie nur Seriositaet vorspiegeln sollen. Genauso sind Sportarten wie Golf usw. suspekt.....denen haftet so was "schmiergeld"-haftiges an....
2. Bild ist wichtig und schon hat man eine Klage
WernerT 29.11.2013
Wegen Diskriminierung am Hals. Gleichzeitig verliert man wahrscheinlich die besten Kandidaten für Nichtmarketingpositionen, da die sich nicht über ihr Aussehen sondern über ihre Leistung definieren. Sprich wer nach dem Bild geht, sucht Schaumschläger
3.
firmentrottel 29.11.2013
Die Antworten der 'Experten' zeigen mal wieder das es keinen richtigen Weg gibt sondern nur viele gute Wege. Wichtig ist, das man sich zeigt wie man ist und was man kann. Und nicht auf Experten hören, denn dann würde man vielleicht dem Experten gefallen, aber nicht den Entscheidern.
4.
Kanzleramt 29.11.2013
Jetzt weiß ich endlich, was die Arbeitgeber mit Fachkräften meinen (die angeblich flächendeckend und branchenübergreifend so dringend und händeringend gesucht werden). Die meinen Bewerbungsfachkräfte! Ich warte noch auf die Ausbildung zum Fachbewerbungsangestellten und auf den Studiengang angewandte Bewerbungswissenschaften.
5.
stefansaa 29.11.2013
Zitat von marty_gi...wer sich immer nur daran entlanghangelt, wird Fachidiot. Und hat letztlich von nichts eine Ahnung. Unkreativ. Und was "unserioes" ist, kann man diskturieren. Ich persoenlich halte Anzuege (Verkleidung!!! Die schlimmsten Betrueger und Luegner uns Asoziale tragen alle Anzug!) als unserioes, weil sie nur Seriositaet vorspiegeln sollen. Genauso sind Sportarten wie Golf usw. suspekt.....denen haftet so was "schmiergeld"-haftiges an....
Genau. Alle Schlipsträger sind Verbrecher, Lügner und Diebe... Lebt es sich eigentlich leichter mit einem so einfachen Weltbild? Bewerbungen sind ein hochindividuelles Thema und können nur in wenigen Fällen standardisiert werden. Man sollte sich entsprechen des Fachgebietes eine passende Beratung einholen (Bekanntenkreis oder professionel). Solche Artikel sind meiner Meinung nach immer nur "Lückenfüller"
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Bewerbungen: Wo geht's denn hier zum Job?
Verwandte Themen

Fotostrecke
Lebenslauf-Ghostwriter: Gut verkauft

Fotostrecke
Bewerbungspannen: 15 kuriose Missgeschicke

Fotostrecke
Neu im Job: Fünf Fallgruben für Berufsstarter

KarriereSPIEGEL auf Twitter

Verpassen Sie keinen KarriereSPIEGEL-Artikel mehr! Hier können Sie dem Ressort auf Twitter folgen:

Social Networks