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Scheiterrisiko als Fußballer Wie ausgewechselt

2. Teil: Thomas Müller: "Ich laufe nicht voller Wut um die Koppel"

Nationalspieler Thomas Müller: Der tut nix, der will nur spielenZur Großansicht
DPA

Nationalspieler Thomas Müller: Der tut nix, der will nur spielen

Thomas Müller und Timo Heinze lernten sich 2008 kennen bei den Bayern-Amateuren, trainiert von Hermann Gerland. Müller, ein Mann für die Überraschungsmomente im Fußball und auch für originelle Schnoddrigkeit in Interviews, hat ein Leichtfuß-Image, ist aber sehr reflektiert und geerdet. Für seine Antworten lässt er sich viel Zeit, will so präzise sein wie möglich. "Der Druck heutzutage liegt vor allem darin, konstant gute Leistungen zu bringen", sagt er. Man dürfe nicht zu verkopft sein, Fehler dürften einen nicht runterziehen. Mit dem Glauben an sich selbst verliere man "die Durchschlagskraft" - und womöglich der Trainer dann das Vertrauen. Ein Teufelskreis.

Müller erinnert sich an ein Spiel, ein paar Jahre zurück, vor den Augen von Uli Hoeneß: Von 15 Ballkontakten gingen 13 daneben. "Ich habe gespielt wie in der Kreisklasse, aber mich selbst nicht verrückt gemacht", sagt er, "wenn man seine Stärken kennt, gibt einem das Sicherheit." Die hatte Müller schon als Zwölfjähriger. Er erzählt die Geschichte von einem Tennismatch, bei dem er nach 5:1-Rückstand den Satz mit aller Kraft noch drehte. "Mein Gegner war völlig im Eimer, das hat ihn verunsichert. Seitdem weiß ich, dass ich auch nach Scheiß-Aktionen noch wiederkommen kann."

Sieben Minuten, die Timo Heinze nie vergessen wird
Müller ist gefestigt, das hat auch mit seiner Familie zu tun, um ihn herum ist viel Harmonie. "Mit der Zeit verinnerlicht man, dass Fußball ein Tagesgeschäft ist. Ich hatte ganz ehrlich noch nie richtige Probleme, mit dem Druck klarzukommen." Auch er hat schon mal bei einem Mentaltrainer gesessen - "alle Spieler haben das". Momentan brauche er diese Hilfe nicht, "aber die Institution an sich finde ich wichtig. Das sollte jeder für sich entscheiden".

Warum er immer so entspannt wirkt? Müller lacht herzlich. "Ich kann doch nichts dafür, dass ich damit umgehen kann. Ich gehe weder Holz hacken nach einem vergeigten Spiel, noch laufe ich voller Wut um die Koppel." Manche Spieler würden vor dem Match noch im Tunnel Rammstein hören, andere läsen laufend Witze, um sich zu pushen - "das brauche ich alles nicht. Ich gehe raus und mach' mein Ding." Müller weiß um sein Glück eines privilegierten Lebens, von dem so viele nur träumen. "Ich bin jeden Tag dankbar dafür."

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insgesamt 1 Beitrag
allereber 22.11.2012
Ich kenne Talente die nur durch ihre Erlichkeit nicht weiter gekommen sind. Man muß ein Schwein sein,auf dieser Welt.
Ich kenne Talente die nur durch ihre Erlichkeit nicht weiter gekommen sind. Man muß ein Schwein sein,auf dieser Welt.
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