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Scheiterrisiko als Fußballer Wie ausgewechselt

4. Teil: Mats Hummels: "Von der ganzen Hysterie nicht anstecken lassen"

Meister-Verteidiger Mats Hummels: "Mein Gott, ich mache auch mal schlechte Spiele"Zur Großansicht
DPA

Meister-Verteidiger Mats Hummels: "Mein Gott, ich mache auch mal schlechte Spiele"

"Ein perfekter Fußballer? Gibt es den?" Mats Hummels überlegt kurz, findet die Frage zu pauschal. Hummels ist ein sehr eloquenter Mann mit einem abgeklärten Blick auf seinen Beruf. Als er mit Timo Heinze bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern spielte, verbrachten sie so manchen Abend beim Pokern.

Heinzes letzte qualvolle Monate beim FC Bayern bekam Hummels, bereits bei Borussia Dortmund, nicht mehr mit. Umso bestürzter reagierte er auf die Nachricht vom Karriereende. "Ich wusste nicht mal, dass Timo auf Bali war", sagt Hummels. "Es gibt so viele geile Talente, die wir nie kennen lernen, weil ihnen das eine Quäntchen Glück fehlte. Aus meiner Jugend haben es nur zwei in die erste Liga geschafft." Dutzende mussten aufgeben, er hat sie nicht vergessen.

Mats Hummels schaffte als Fußballer einen glatten Durchmarsch, gefördert wurde er nicht zuletzt von seinem Vater Herrmann, einem Trainer. "Ich bin glücklich, dass ich dieses Leben führen darf", sagt er, "auch wenn der Druck manchmal wirklich grotesk ist: Es geht mir ja gut." Für den Verteidiger beim Meister BVB gibt es eine Art Dreiklang, wie man Profi wird und sich etabliert: gesund bleiben, körperlich wie geistig robust sein, dazu ein bisschen Dusel. Denn es komme schon darauf an, "zum richtigen Zeitpunkt Glück zu haben, gesehen zu werden, am richtigen Ort zu sein". Hummels ist so ehrlich zuzugeben, dass Fußballer natürlich auch von den Verletzungen anderer profitieren.

Den häufig geforderten Einsatz von Mentalcoaches sieht er skeptisch: "Ich will das nicht schlecht reden, ich glaube halt nur nicht an die Effekte. Man darf sich von dieser ganzen Hysterie nicht anstecken lassen." Als Ausgleich helfen ihm Tennis oder Beachvolleyball. Ein missglücktes Spiel nehme er zwar einige Stunden mit nach Hause - aber: "Mein Gott, seit ich acht Jahre alt bin, mache ich auch mal schlechte Spiele."

  • KarriereSPIEGEL-Autor Alex Linden (Jahrgang 1977) studierte Sprach- und Kulturwissenschaften an der Uni Siegen und promovierte über den Geheimdienst BND. Seit seinem Volontariat beim "Westfälischen Anzeiger" schreibt er als Journalist vor allem über Sozial- und Kriminalthemen, seit 2006 auch für SPIEGEL ONLINE.

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insgesamt 1 Beitrag
allereber 22.11.2012
Ich kenne Talente die nur durch ihre Erlichkeit nicht weiter gekommen sind. Man muß ein Schwein sein,auf dieser Welt.
Ich kenne Talente die nur durch ihre Erlichkeit nicht weiter gekommen sind. Man muß ein Schwein sein,auf dieser Welt.
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