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Hochschulabsolventen Jeder Dritte hat befristete Stelle

Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben - aber wie lange darf der Mitarbeiter bleiben? Zur Großansicht
TMN

Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben - aber wie lange darf der Mitarbeiter bleiben?

Direkt nach dem Studienabschluss eine Festanstellung zu ergattern, wird immer schwieriger. Nur zwei von drei Berufseinsteigern bekommen sofort einen festen Vertrag. Für Mitarbeiter an Hochschulen sieht es besonders düster aus: 81 Prozent haben nach drei Jahren immer noch eine Stelle auf Zeit.

Jeder dritte Hochschulabsolvent muss sich zunächst mit einem befristeten Job begnügen - und drei Jahre nach dem Studienabschluss hat immer noch jeder vierte einen befristeten Arbeitsvertrag. Das geht aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Das stiftungseigene Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut befragte online 4300 Jungakademiker für den "Absolventen-Lohnspiegel" und stellte fest: Besonders häufig werden befristete Verträge an Hochschulen und anderen Wissenschaftseinrichtungen vergeben. Hier gaben 81 Prozent der Befragten mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung an, eine Arbeitsstelle auf Zeit zu haben.

Auch in der Erwachsenenbildung sind Festanstellungen für Berufseinsteiger die Ausnahme: 72 Prozent haben nach drei Jahren im Job immer noch einen befristeten Vertrag. Wenig besser sieht es für Einsteiger in Krankenhäusern aus. Hier hatten immerhin 40 Prozent der Befragten nach drei Jahren eine Festanstellung.

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Für Ingenieure ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt deutlich besser: Im Fahrzeugbau haben 94 Prozent der Hochschulabsolventen nach drei Jahren eine feste Stelle. Auch in der chemischen Industrie, in der Energie- und Wasserversorgung, im Maschinenbau und der Datenverarbeitung sind Festanstellungen die Regel. Nur einer von zehn Hochschulabsolventen bekommt in diesen Branchen einen befristeten Vertrag.

Die befristet Beschäftigten haben nicht nur bei der Arbeitsplatzsicherheit Nachteile, sondern auch beim Einkommen: Nach den Lohnspiegel-Daten kommen sie auf ein monatliches Durchschnittseinkommen von rund 2.940 Euro. Das sind gut 19 Prozent weniger als die 3.640 Euro, die akademische Berufseinsteiger mit unbefristeter Stelle im Mittel verdienen.

Aber auch hier zeigen sich erhebliche Unterschiede nach Branchen: Im Einzelhandel verdienen Mitarbeiter mit befristeten Verträgen im Schnitt rund 38 Prozent weniger als Festangestellte. Hochschulabsolventen, die nach ihrem Studium einen Job in Kultur, Sport oder Unterhaltung anfangen, verdienen in befristeten Verträgen dagegen drei Prozent mehr als ihre festangestellten Kollegen.

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insgesamt 19 Beiträge
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1. optional
gog-magog 24.01.2013
Die Frage ist doch, wie es sich mit den Ansprüchen des Qualitätsmanagements vereinbaren läßt, wenn es ein Personalentwicklungskonzept an den Universitäten nicht mal für die Lehre gibt. Hier liegt einiges im Argen.
2. Klarsprache
dishmaster 24.01.2013
Zitat von gog-magogDie Frage ist doch, wie es sich mit den Ansprüchen des Qualitätsmanagements vereinbaren läßt, wenn es ein Personalentwicklungskonzept an den Universitäten nicht mal für die Lehre gibt. Hier liegt einiges im Argen.
Das liest sich doch sehr nach Management-Sprech. Was wollen Sie uns mit diesem Beitrag sagen? Was für ein Qualitätsmanagement meinen Sie? Was bedeutet "Personalentwicklungskonzept" im Zusammenhang mit Universitäten? Personal wird im wesentlichen für Projekte eingestellt, und die laufen halt nicht ewig. Es geht hier um Bedarf, der befriedigt werden soll. Die Lehre läuft (leider) meist nur so nebenher.
3.
atech 24.01.2013
Zitat von gog-magogDie Frage ist doch, wie es sich mit den Ansprüchen des Qualitätsmanagements vereinbaren läßt, wenn es ein Personalentwicklungskonzept an den Universitäten nicht mal für die Lehre gibt. Hier liegt einiges im Argen.
richtig. Die Lehre wird an deutschen Universitäten in den seltensten Fällen von festangestellten Dozenten durchgeführt, sondern von den wissenschaftlichen Mitarbeitern neben der Forschungsarbeit. Wenn doch mal ein - natürlich befristeter - Lehrauftrag vergeben wird, dann wird dieser mit 50% der regulären Arbeitszeit veranschlagt, d.h. 19,5 Arbeitsstunden für das Abhalten der Vorlesung, des Kurses, des Seminars, des Praktikums,...die Vor- und Nacharbeit, das Erstellen von Vorlesungs- oder Kursskripten, Klausuren, Klausurkorrekturen, etc., ist da nicht mit drin und wird auch nicht zusätzlich vergütet, sondern vorausgesetzt. Daher kann man nur jedem Uniabsolventen raten, spätestens nach der Promotion der Universität den Rücken zu kehren und in die freie Wirtschaft zu gehen.
4. Doktoranden sind noch in der Ausbildung
profni 24.01.2013
Würden die Unis jedem Doktoranden (das sind die meisten der Hochschulabsolventen) eine Dauerstelle geben, hätten schon in 3-4 Jahren wissenschaftlich interessierte und begabte neue Absolventen keine Chance mehr auf eine wiss. Laufbahn, da die Stellen dann sämtlich besetzt wären (außer man erlaubte den Unis Geld zu drucken). Ein weiterer großer Teil der befristet beschäftigten arbeiten in Projekten, deren Finanzierung befristet ist, nicht selten mit der Möglichkeit zu promovieren. Nahezu alle diese Leute haben nach Abschluss ihrer Promotion sehr gute Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und verdienen im Mittel nach wie vor besser als diejenigen, die gleich in die Wirtschaft gegangen sind.
5. das ist nicht neu
charly993 24.01.2013
wird aber immer schlimmer. es gibt kaum noch einen wissenschaftlichen mittelbau. das ist schon lange so. feste stellen an der uni...war schon vor 10 jahren ein witz....bis jemand dort wirklich unbefristet eingestellt wird und wurde muss viel passieren...so wandern denn die guten und gefrusteten in die industrie und ins ausland ab..oder sonst wohin...ob das der lehre gut tut sei dahin gestellt...
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