Jeder dritte Hochschulabsolvent muss sich zunächst mit einem befristeten Job begnügen - und drei Jahre nach dem Studienabschluss hat immer noch jeder vierte einen befristeten Arbeitsvertrag. Das geht aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Das stiftungseigene Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut befragte online 4300 Jungakademiker für den "Absolventen-Lohnspiegel" und stellte fest: Besonders häufig werden befristete Verträge an Hochschulen und anderen Wissenschaftseinrichtungen vergeben. Hier gaben 81 Prozent der Befragten mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung an, eine Arbeitsstelle auf Zeit zu haben.
Auch in der Erwachsenenbildung sind Festanstellungen für Berufseinsteiger die Ausnahme: 72 Prozent haben nach drei Jahren im Job immer noch einen befristeten Vertrag. Wenig besser sieht es für Einsteiger in Krankenhäusern aus. Hier hatten immerhin 40 Prozent der Befragten nach drei Jahren eine Festanstellung.
Die befristet Beschäftigten haben nicht nur bei der Arbeitsplatzsicherheit Nachteile, sondern auch beim Einkommen: Nach den Lohnspiegel-Daten kommen sie auf ein monatliches Durchschnittseinkommen von rund 2.940 Euro. Das sind gut 19 Prozent weniger als die 3.640 Euro, die akademische Berufseinsteiger mit unbefristeter Stelle im Mittel verdienen.
Aber auch hier zeigen sich erhebliche Unterschiede nach Branchen: Im Einzelhandel verdienen Mitarbeiter mit befristeten Verträgen im Schnitt rund 38 Prozent weniger als Festangestellte. Hochschulabsolventen, die nach ihrem Studium einen Job in Kultur, Sport oder Unterhaltung anfangen, verdienen in befristeten Verträgen dagegen drei Prozent mehr als ihre festangestellten Kollegen.
vet
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