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Studienanfänger-Tagebuch Vergiss die Regelstudienzeit

Erstsemester und ihre Studienwahl: Zwischen Uni-Bib und Traumberuf Fotos
Maren Volk

Was macht man mit einem Bachelor in einer Geisteswissenschaft? Irgendwas mit Medien. Oder den Master. Steile Karriereplanung klingt anders - aber Larissa, Fabienne und Marc haben eigene Pläne. Hetzen lassen wollen die Erstsemester-Kolumnisten sich nicht und suchen nach Sinn und Spaß im Studium.

Studieren, na klar. Aber was? Und wofür? Marc Becker, 20, Fabienne Kinzelmann und Larissa Rohr, beide 19, haben sich entschieden: für einen Bachelor in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie sind drei von rund 500.000 Erstsemestern, die seit Oktober studieren. Ihr Berufswunsch: irgendwas mit Medien.

Marc wird seitdem gefragt, ob er sich schon auf seinen Job als Taxifahrer freut. Von Larissa will man wissen, ob sie später Politikerin wird. Und über Fabienne schütteln die Kollegen beim Jugendmagazin den Kopf: Wie kann man im ersten Semester schon so im Stress sein?

Für den KarriereSPIEGEL berichten die drei, wie sie ihre Studienfächer ausgewählt haben, welche Pläne sie für ihre berufliche Zukunft haben - und warum sie nicht in der Regelstudienzeit fertig werden wollen.

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insgesamt 25 Beiträge
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1. Immer die gleichen Studenten bei SPON
holyfetzer86 25.01.2012
Alle Artikel von/über Studenten bei SPON kommen von / beziehen sich auf Geisteswissenschaftler. Das hängt wohl damit zusammen, dass sich die SPON-Redaktion daraus zusammensetzt. Ein akkurates Bild des Studentenlebens ergibt sich damit aber nicht. Es hat einen Grund, dass Naturwissenschaften immer mehr Zulauf erfahren und bei Förderprogrammen Priorität erhalten. Wenn ich nur nach meinen Präferenzen gegangen wäre, hätte ich kein Elektrotechnik studiert. Allerdings möchte ich später auch (m)eine Familie stützen können. Ausschließlich nach seinen Präferenzen zu gehen ist für mich auch eine Form des Egoismus. Im Leben ist der liebste Weg an vielen Stellen nicht der beste.
2. Berufsausbildung
lorn order 25.01.2012
Zitat von sysopWas macht man mit Bachelor einer Geisteswissenschaft? Irgendwas mit Medien. Oder den Master. Steile Karriereplanung klingt anders - aber Larissa, Fabienne und Marc haben eigene Pläne. Hetzen lassen wollen die Erstsemester-Kolumnisten sich nicht und suchen nach Sinn und Spaß im Studium. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,811281,00.html
Ein Studium ist in erster Linie eine Berufsausbildung. Das Humboldtsche Ideal der akademischen Bildung als Selbstzweck ist Geschichte. Insofern finde ich es ärgerlich, wenn junge angehende Alademiker keinen Plan haben, was sie mit ihrem Studium anfangen wollen. Wenn Studien nicht von der Allgemeinheit gesponsort würden, könnte es mir ja egal sein, aber so ärgere ich mich über eine planlose Vergeudung von Steuergeldern. Was zum Teufel will eine junge Frau mit katholischer Theologie anfangen? Päpstin werden? Das gibt es nur im Buch oder Kintopp! Mensch Mädchen, studier was Ordentliches und beschäftige dich in deiner Freizeit mit Theologie!
3. Ich finde es mutig und gut …
macwalle 26.01.2012
Zitat von holyfetzer86Alle Artikel von/über Studenten bei SPON kommen von / beziehen sich auf Geisteswissenschaftler. Das hängt wohl damit zusammen, dass sich die SPON-Redaktion daraus zusammensetzt. Ein akkurates Bild des Studentenlebens ergibt sich damit aber nicht. Es hat einen Grund, dass Naturwissenschaften immer mehr Zulauf erfahren und bei Förderprogrammen Priorität erhalten. Wenn ich nur nach meinen Präferenzen gegangen wäre, hätte ich kein Elektrotechnik studiert. Allerdings möchte ich später auch (m)eine Familie stützen können. Ausschließlich nach seinen Präferenzen zu gehen ist für mich auch eine Form des Egoismus. Im Leben ist der liebste Weg an vielen Stellen nicht der beste.
… was die jungen Leute da antreibt, in die Geisteswissenschaften zu gehen und nach ihren INTERESSEN zu studieren – meine studentische Vita vor 20, 30 Jahren war so turbulent und überhaupt nicht zielgerichtet, dass es wohl auch daran lag, warum ich mich heute so sauwohl in meinem Job fühle – als Journalist, Fotograf, Printproduktioner, Redakteur … Selbst jetzt mit fünfzig Jahren verliere ich kaum einen Tag die Leidenschaft für meinen Beruf – ganz im Gegenteil, der Wille und der Wunsch, jeden Tag dazuzulernen, sich weiterzuqualifizieren, neue Projekte zu entwickeln und einfach mal etwas zu riskieren im Leben, diese Herangehensweise ans Leben hat sich bei mir eher noch verstärkt. Heute etwa habe ich nach 17 Stunden Arbeit (die ganze Woche war so) vor knapp einer Stunde die letzte Seite unseres monatlichen Dorfblattes gebaut – jetzt noch ein Schlückchen Grauburgunder, drei Zigaretten und dann schnell schlafen – morgen früh um neun kommt mein Verleger zum Korrekturlesen, um zehn müssen die Daten in der Druckerei sein. Klingt heftig, aber ich liebe meinen Beruf, weil ich mir auch Auszeiten nehmen kann. Ein Tipp für die Journalismus-Interessierten oder generell alle, die »irgendwas mit Medien« machen wollen: Eignet Euch die technischen Fähigkeiten zur Medienproduktion an – das ist immer ein sicherer Plan B, um Geld zu verdienen. Mediengestalter nennt sich der Ausbildungsgang heute, ich habe mir es noch autodidaktisch beigebracht in den letzten 18 Jahren. Tipp zwei: schnuppert rein in die Berufswelt, geht jobben, wo es nur möglich ist! Vom Drecksjob im Hafen über Arbeiten auf dem Bau bis hin zu Labortätigkeiten in der Chemiebranche habe ich so ziemlich alles mitgenommen, was sich an Erfahrungsmöglichkeiten außerhalb der Uni anbot – davon profitiere ich heute noch, weil ich das Sujet, über das ich oft schreibe (die Menschen um mich herum), einfach genauer kennengelernt habe, etwa in ihrer eigenen Arbeitswelt. Es lohnt sich immer, über den Tellerrand zu blicken – das erhöht die Fähigkeit zur kritischen Reflexion. Den jungen Studenten wünsche ich alles Gute auf ihrem Weg durch das Abenteuer »Leben«!
4. Es war einmal,
passionsblume 26.01.2012
dass nur 2% eines Jahrgangs einen akademischen Abschluss hatten. Damals war der Praktiker gefragt. Und es waren die Zeiten des Wirtschaftswunders. Heute hat etwa ein Drittel eines Jahrgangs einen akademischen Abschluss, und es geht bergab und bergab und immer weiter bergab.
5. Mal billig Dampf ablassen?
rwachsmu 26.01.2012
Zitat von lorn orderEin Studium ist in erster Linie eine Berufsausbildung. Das Humboldtsche Ideal der akademischen Bildung als Selbstzweck ist Geschichte. Insofern finde ich es ärgerlich, wenn junge angehende Alademiker keinen Plan haben, was sie mit ihrem Studium anfangen wollen. Wenn Studien nicht von der Allgemeinheit gesponsort würden, könnte es mir ja egal sein, aber so ärgere ich mich über eine planlose Vergeudung von Steuergeldern. Was zum Teufel will eine junge Frau mit katholischer Theologie anfangen? Päpstin werden? Das gibt es nur im Buch oder Kintopp! Mensch Mädchen, studier was Ordentliches und beschäftige dich in deiner Freizeit mit Theologie!
Das heutige Bologna-Studium Bachelor/Master ist doch kein Studium, sondern bloßer Zeitgeist. Kostenoptimiert und mit dem Ziel der Auslese. Scheine, Stempel, schnell schnell. Dazu passt dann auch Ihre Sichtweise auf einige Geisteswissenschaften. Kostenanalyse und welcher Gewinn kann damit erzielt werden? Wenn für die Rechenschieber auf den ersten Blick keine geldwerte Validität erkennbar ist, dann ist das natürlich Unsinn und Steuergeldverschwendung und die Menschen die das lehren und studieren sind Parasiten. Diese Geisteshaltung erklärt viele Probleme, die wir heute haben.
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Die Studienstart-Kolumnisten
  • Patrick Leibach
    Larissa Rohr, 19, kommt aus Frankweiler in Rheinland-Pfalz und studiert seit Oktober Politik- und Medienwissenschaften in Tübingen.
  • Brian Bailey
    Fabienne Kinzelmann, 19, schwor sich: nie Arzt wie Papa. Nach ihrem Abitur in Stuttgart studiert sie in Dresden Katholische Theologie im interdisziplinären Kontext.
  • Marius Brede
    Marc Becker, 20, studiert nach seinem Abi in Kassel seit Oktober in Marburg Politikwissenschaft. Später will er vielleicht mal als Journalist arbeiten. Oder bei einer NGO.
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