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Tipps für Berufseinsteiger So finden Sie die richtige Versicherung

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TMN

Welche Versicherung muss sein? Diese Frage überfordert viele Berufsanfänger

Erster Job, erstes Geld - und schon klopft ein Vertreter an: Hausrat-, Kranken- oder Unfallversicherung gefällig? Was Sie wissen müssen, um nicht übers Ohr gehauen zu werden.

KarriereSPIEGEL-Klassiker
Manche Dinge ändern sich (fast) nie: Wie man eine interessante Bewerbung schreibt. Wie man im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck hinterlässt. Die besten zeitlosen Artikel aus dem KarriereSPIEGEL präsentieren wir Ihnen in loser Folge.
Das Wichtigste zuerst: Sagen Sie erst mal nein. Und bleiben Sie standhaft.

Sie haben die Schule geschafft, einen Job gefunden - und jetzt geht's los. Und zwar auch mit dem ganzen Papierkram, den bisher Ihre Eltern erledigt haben. Sie stehen vor Fragen wie: "Welche Versicherung muss sein?" - "Wie viel Geld sollte ich dafür ausgeben?" Vor allem aber: "Wer kann mir da guten Rat geben?"

Da mangelt es nicht an Angeboten. Und genau deshalb sollten Sie meistens nein sagen: dem verbindlichen, auf Akademiker spezialisierten MLP-Berater genauso wie Papas langjährigem Versicherungsvertreter. Von beiden können Sie zwar Information, aber keinen neutralen Rat erwarten.

Dann kommt die erste gute Nachricht: Sie brauchen für viele wichtige Finanzfragen keinen Berater. Die wichtigste aller Versicherungen, die private Haftpflichtversicherung, können Sie selbst im Internet abschließen. Ebenso die erste eigene Autoversicherung, ein Giro- und ein Tagesgeldkonto sowie eine Auslandsreisekrankenversicherung für die wohlverdiente Auszeit nach dem Abschluss. Die wichtigsten Infos zur Haftpflicht erhalten Sie zum Beispiel hier.

Wichtige Fragen aber können Sie nur mit Beratung gut lösen, zum Beispiel die nach der richtigen Berufsunfähigkeitsversicherung und der passenden Altersvorsorge. Hier müssen Sie eine grundsätzliche Entscheidung treffen, die Ihnen das System der Finanzvertriebe in Deutschland praktisch aufzwingt: Wollen Sie dem Rat von jemanden vertrauen, der von der Finanzindustrie dafür bezahlt wird, dass er Ihnen etwas verkauft?

Das trifft auf die große Mehrheit der Finanzvermittler in Deutschland zu. Oder wollen Sie die neutrale Hilfe von jemandem, der sein Geld nicht von den Konzernen, sondern direkt von Ihnen bekommt, dafür, dass er Sie berät? Letzterer gehört zur noch seltenen Spezies der Honorarberater.

Fragen und Antworten zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Kann jeder Angestellte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Grundsätzlich ja, aber Menschen mit gesundheitlichen Problemen, ältere Mitarbeiter und Angestellte, die in Risikoberufen arbeiten, haben es schwer, einen bezahlbaren Vertrag zu kommen.

Wann schließe ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab?

Möglichst früh. Dann steigt die Chance, eine bezahlbare und gute Versicherung zu erhalten. Tipp: Wer den Beitrag nur einmal im Jahr und nicht monatlich zahlt, spart bis zu 2,5 Prozent.

Kann man den Beitrag später erhöhen?

Ja. Viele Policen bieten eine Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung an. Damit der Beitrag mit dem Verdienst wachsen kann.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Unterschiedlich: Je risikoreicher der Beruf, desto mehr müssen Verbraucher zahlen. So gilt: Das Risiko von Kaufleuten ist in der Regel geringer als etwa bei Maurern.

Soll man den Arzt von der Schweigepflicht entbinden?

Versicherte sollten nicht alle Ärzte pauschal, sondern nur jeden Arzt einzeln von der Schweigepflicht befreien. Vorteil: Der Arzt spricht zuerst mit dem Versicherten. Und der kann dann prüfen, ob der Mediziner keine Krankheiten angibt, die länger zurückliegen als die im Antrag gefragte Zeit.

Darf man eine Krankheit verschweigen?

Nein. Versicherte, die nicht alle Fragen zur Gesundheit wahrheitsgemäß und vollständig beantworten, könnten später den Schutz verlieren.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Sache noch vergleichsweise einfach: Hier darf Ihnen ein provisionsgestützter Makler gerne eine Police verkaufen, denn es geht um ein Produkt, das Sie dringend brauchen, und die Höhen der Provisionen unterscheiden sich nicht dramatisch von Anbieter zu Anbieter. Es sollte aber ein guter Makler sein, der aus vielen Angeboten auswählen kann, und nicht ein Vertreter, der nur von einem oder wenigen Versicherern abhängig ist. Dann gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Informieren Sie sich im Internet vorher über die wichtigen Grundzüge der Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Außerdem haben wir für unser Portal "Finanztip" eine Checkliste (PDF hier) vorbereitet, die Sie mit dem Berater durchgehen sollten.
  • Füllen Sie die notwendigen Gesundheitsfragen am besten zusammen mit Ihren Ärzten aus.

Übrigens wird auch für die Berufsunfähigkeitsversicherung mittlerweile Honorarberatung angeboten, die günstige, weil provisionsfreie Tarife vermittelt.

Für immer mehr Menschen wird die so essenzielle Absicherung der eigenen Arbeitskraft unerreichbar, weil die Angebote für körperlich Tätige zu teuer sind - oder weil sie aufgrund von Vorerkrankungen gar keine Versicherung erhalten. Ein guter Berater hilft Ihnen bei der Suche nach einer alternativen Absicherung. Der Markt wächst hier rasch und ist sehr unübersichtlich.

Wenn Sie die wichtigsten Versicherungen in der Tasche haben, geht es zum vielleicht kompliziertesten Thema, der Altersvorsorge. Dass die gesetzliche Rente im Alter oft nur für das Allernötigste reicht, hat sich herumgesprochen. Aber die niedrigen Zinsen und das oft berechtigte Misstrauen in Banken und Versicherungen seit der Finanzkrise sorgen dafür, dass viele das Thema erst gar nicht angehen wollen.

Um aus der verwirrenden Vielfalt von Lebensversicherung, Riester, Bausparvertrag und Betriebsrente teure und günstige Angebote voneinander zu unterscheiden, brauchen Sie neutrale Hilfe. Und die kommt am besten von einem Honorarberater.

Selbst wenn die Beratung zunächst einen vierstelligen Betrag kostet - seien Sie sicher, das Geld ist vernünftig investiert. Bei den meisten Altersvorsorgeprodukten von Bedeutung bezahlen Sie heute vierstellige Summen an Provision, und Sie verstehen es nicht mal.

Sie müssen nichts überstürzen, sollten aber zügig anfangen. Dafür gibt es ein ordentliches und kostengünstiges Modell, das Ihnen für die Zukunft alle Freiheiten lässt. Legen Sie von Ihrem monatlichen Sparbetrag den einen Teil aufs Tagesgeld, den anderen Teil in einen Sparplan auf weltweit streuende Indexfonds. So bleiben Sie flexibel und können sich um andere Altersvorsorgen später Gedanken machen.

Der Rat, zum Honorarberater zu gehen, gilt ganz besonders, wenn Sie eine gute Ausbildung haben und rasch die Gehaltsgrenze von 54.900 Euro brutto erreichen, ab der Sie sich privat krankenversichern dürfen. Geben Sie diese schwerwiegende, weil lebenslange Entscheidung nicht in die Hände eines Provisionsvermittlers. Der verdient Tausende von Euro am Abschluss einer privaten Krankenversicherung, aber weniger als hundert für die Vermittlung einer gesetzlichen Kasse - wie soll er da neutral sein?

Auch er (Frauen sind in diesem Beruf nach wie vor selten) muss seine Rechnungen bezahlen und vielleicht eine Familie ernähren - es ist das System, das den Vermittlern die falschen Anreize setzt.

Zum Autor
  • Finanztip
    Hermann-Josef Tenhagen (Jahrgang 1963) ist Chefredakteur des gemeinnützigen Online-Verbrauchermagazins "Finanztip" - dort finden sich auch weiterführende Infos zu allen genannten Finanzprodukten. Tenhagen hat zuvor als Chefredakteur 15 Jahre lang die Zeitschrift "Finanztest" geführt. Bei SPIEGEL ONLINE schreibt Tenhagen wöchentlich über den richtigen Umgang mit dem eigenen Geld.

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Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 68 Beiträge
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    Seite 1    
1. Verstehe nicht...
StromkundeHH 21.07.2015
...weshalb eine Provision in Höhe eine vierstelligen Betrages anrüchiger ist als ein Honorar in ähnlicher Höhe? Glauben Sie, der Honorarberater kennt Tausende von Tarifen in allen Details und überprüft ständig, ob es Änderungen z.B. in den Bedingungen gibt? Greift auch dieser Berater nicht auf ausgesuchte Anbieter zurück, die SEINER Meinung nach gut sind?
2. Hm
donjofe 21.07.2015
...diese Tipps gibt es von einem ehemailgen Chefredakteur von Finanztest, der natürlich nicht uneigennützig zu Finanztip wechselt. Geld hat da sicherlich keine Rolle gespielt, oder Herr Tenhagen??? Ihre eindimensionalen Empfehlungen schieben die Vermittler von Versicherungen stets in die kriminelle Ecke. Warum nur??? Haben Sie selbst bereits schlechte Erfahrungen gemacht??? Übrigens: Die Anlageempfehlungen in Tagesgeld (super Zinsen!) und weltweit anlegende Indexfonds zeigen, dass hier jemand ohne grundlegende Investmenterfahrung Tipps zum besten gibt. Viel Spaß wünsche ich den Anlegern, die Ihren Tipps vertrauen. Haften Sie eigentlich auch für "Falschberatung"???
3. Wie bitte ?
mad_man_walking 21.07.2015
"...brauchen Sie neutrale Hilfe. Und die kommt am besten von einem Honorarberater. Selbst wenn die Beratung zunächst einen vierstelligen Betrag kostet - seien Sie sicher, das Geld ist vernünftig investiert. ..." Was ist DAS denn für ein "neutraler" Artikel ? Solche Artikel dann bitte auch als "Werbung" kennzeichnen ! Eine individuelle, umfassende Fachberatung gibt es in jeder Verbraucherzentrale für um die 100 € !
4.
isolde.duschen 21.07.2015
Zitat von donjofe...diese Tipps gibt es von einem ehemailgen Chefredakteur von Finanztest, der natürlich nicht uneigennützig zu Finanztip wechselt. Geld hat da sicherlich keine Rolle gespielt, oder Herr Tenhagen??? Ihre eindimensionalen Empfehlungen schieben die Vermittler von Versicherungen stets in die kriminelle Ecke. Warum nur??? Haben Sie selbst bereits schlechte Erfahrungen gemacht??? Übrigens: Die Anlageempfehlungen in Tagesgeld (super Zinsen!) und weltweit anlegende Indexfonds zeigen, dass hier jemand ohne grundlegende Investmenterfahrung Tipps zum besten gibt. Viel Spaß wünsche ich den Anlegern, die Ihren Tipps vertrauen. Haften Sie eigentlich auch für "Falschberatung"???
Bei Herrn Tenhagen muss man schon froh sein, wenn er dem Leser keine Riester-Rente empfiehlt.
5.
PeterPan95 21.07.2015
@1+2: Geld ist die Motivation der meisten Menschen, und das ist in Ordnung. Allerdings wird ein Berater nicht neutral sein, wenn er deutlich mehr Geld verdient wenn er das schlechtere Produkt verkauft. Ein Honorarberater verdient das Geld auch wenn er Ihnen den besseren Tarif vermittelt und kann daher viel besser die Interessen des Kunden vertreten, da er keine eigenen verfolgt. Dass es gute und schlechte Honorarberater gibt ist wohl unstrittig, genauso wie es gute und schlechte provisionsbezahlte Vermittler gibt. Bei dem einen Typ liegt aber schon das Prinzip im Argen, bei dem Anderen eben nicht.
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