Von Verena Töpper
Günther: "Ich glaube, hier fehlt es noch an Klarheit der Idee. Der One-Pager von Herrn Höhn würde so sicher keinen Business Angel finden. Seine Geschäftsidee könnte sich aber durchaus zu verfolgen lohnen, da muss einfach noch dran gearbeitet werden: an der Teamkonstellation, an den Finanzierungsdaten und am Geschäftsmodell. An seiner Stelle würde ich jetzt noch nicht kündigen, sondern erst einmal weiter parallel zum Job an der Idee arbeiten."
Kollmann: "Es ist schwer, aufgrund der wenigen vorliegenden Informationen ein abschließendes Fazit zu ziehen, aber es scheint mir im Moment eher ein Self-Feeding-Business zu sein, das heißt, es kann den Gründer vielleicht einmal selbst ernähren. Für mich als Investor ist das weniger interessant. Auch ein Exit für den Investor wird fraglich sein, da Interessenten das Tool wahrscheinlich eher nachbauen als kaufen würden. Es bleiben noch viele Fragen offen, wie die nach der tatsächlichen Innovationskraft, den Marktgegebenheiten und den möglichen Reaktionen des Wettbewerbs, der Sicherung des technologischen Vorsprungs oder dem Einnahmenpotential des Geschäftsmodells."
Hansmann: "Herr Höhn hat mit zwei Nachteilen zu kämpfen: Er ist Erstgründer, hat also noch keine unternehmerische Erfahrung, und er will eine innovative Idee umsetzen, zu der es noch keine Erfahrungswerte gibt. Für erfahrene Gründer, die eine funktionierende Idee kopieren, zum Beispiel aus den USA, dürften die Chancen deutlich besser stehen. Ich habe aber noch nie einen Gründer getroffen, der bereut hätte, gegründet zu haben. Man lernt viel dabei und verliert normalerweise keine riesigen Summen wie zum Beispiel ein Bäcker, der mit seinem Laden scheitert. Außerdem heißt es nicht: Einmal Pleite, immer Pleite. Aus dem Scheitern kann man für die nächste Unternehmensgründung lernen. Und selbst bei Konzernen werden mittlerweile Leute mit Start-up-Erfahrung gesucht."
Was sagt nun Jan Höhn dazu? "Ob am Ende zehn oder zehntausend unsere Idee wirklich nutzen, kann von uns niemand sagen. Was ich aber sagen kann: Ich werde es nie erfahren, wenn ich es nicht in Vollzeit ausprobiere. Und ich bereue lieber, etwas getan zu haben, als etwas nicht getan zu haben."
Aus seinem Jein wurde ein Ja. Er hat am 31. Januar gekündigt.
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