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Fallen im Vorstellungsgespräch Wer ist stärker? Spiderman oder Batman?

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Corbis

Warten aufs Vorstellungsgespräch

Wie viele Cappuccino werden täglich in Manhattan getrunken? Manche Fragen im Bewerbungsgespräch sind besonders knifflig. Und so sollten Sie mit den sogenannten Brainteasern umgehen.

KarriereSPIEGEL-Klassiker
Manche Dinge ändern sich (fast) nie: Wie man eine interessante Bewerbung schreibt. Wie man im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck hinterlässt. Die besten zeitlosen Artikel aus dem KarriereSPIEGEL präsentieren wir Ihnen in loser Folge.

Eigentlich könnte man auch das als Frage in einem Bewerbungsgespräch verwenden: Was ist ein Brainteaser?

Ist ja nicht schlimm, wenn Sie als Bewerber davon noch nie gehört haben. Der Personaler gegenüber will nur wissen: Wie gehen Sie mit der unerwarteten Frage um? Bei Unkenntnis am besten laut denken, so lautet die Faustregel. Etwa so: Brain, tease - das Gehirn soll gekitzelt werden. Brainteaser sind Aufgaben, die etwas aus dem Bewerber herauskitzeln sollen.

Mit etwas Glück erfährt die Firma so von Eigenschaften der Bewerber, die nicht im Lebenslauf stehen. Meist sind Brainteaser deshalb ein wenig ausgefallener: Wer würde den Kampf zwischen Spiderman und Batman gewinnen? Schätzen Sie die Gesamtzahl der Autos in Spanien! Wie viel wiegt Deutschland? So was ist selbst mit gutem Allgemeinwissen kaum zu beantworten.

Kniffelfragen aus echten Bewerbungsgesprächen

Einmal im Jahr sammelt die Job-Plattform Glassdoor Brainteaser und andere Kniffelfragen ein. Repräsentativ ist das Ganze nicht: Auf der Plattform berichten nur Bewerber von ihren Erfahrungen, die dort angemeldet sind, die Berichte lassen sich schwer überprüfen. Für die Liste werden nach Unternehmensangaben über 2400 Fragen aus Vorstellungsgesprächen ausgewertet, die deutsche Bewerber in den vergangenen zwölf Monaten auf der Job- und Karrierecommunity geteilt haben.

Andere Bewerber bekommen so immerhin einen Eindruck, was ihnen blühen kann. Sie sind vielleicht nicht ganz so überrascht, wenn sie eine der folgenden Fragen hören:

Zehn Knobeleien für Bewerber (aus einer Glassdoor-Umfrage von 2016)
1. "Wie viele Briefkästen der Deutschen Post stehen auf den Straßen Deutschlands?"

PriceWaterhouseCoopers, Frankfurt am Main, Bewerbung als Senior Consultant

2. "Was hast du letzte Woche gelernt?"

Trivago, Düsseldorf, Bewerbung als Software Engineer

3. "Wie viele Smarties passen in einen VW-Bus?"

Zeb, München, Bewerbung im Bereich Strategy & Organisation

4. "Sie steigen in den Aufzug ein und im Aufzug befindet sich der CEO. Was würden Sie ihm sagen, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen?"

Vodafone, Düsseldorf, Bewerbung für das Traineeprogramm "Discover"

5. "Wie viele Cappuccinos werden täglich in Manhattan verkauft?"

Accenture, Kronberg im Taunus, Bewerbung Strategy Consultant

6. "Wenn Sie alles Geld der Welt hätten, was würden Sie als Unternehmer damit tun?"

Burger King, München, Bewerbung für das Leadership Development Program

7. "Was war der größte Misserfolg in Ihrem Leben und wie sind Sie damit umgegangen?"

Adidas, Herzogenaurach, Bewerbung für das Functional Trainee Program

8. "Wenn Sie alle Wohnungen in NRW mit Parkett ausstatten wollen würden, wie viel Holz müsste im Schwarzwald abgeholzt werden?"

ThyssenKrupp, Essen, Bewerbung als Manager

9. "Wenn der Schokoriegel 'Mars' eine Person wäre, wie wäre sie?"

Happy Thinking People, München, Bewerbung im Bereich Market Research

10. "Wie spontan sind Sie? Verkaufen Sie mir diesen Keks."

Döhler, Darmstadt, Bewerbung als Manager

Es ist nicht ausgemacht, dass Brainteaser überhaupt zum Einsatz kommen. Viele Personaler lehnen sie als Spielkram ab. Sie bezweifeln, dass sich damit Dinge herausfinden lassen, die ein einfühlsamer Interviewer nicht auch so herausbekommt.

Ein bisschen Hype scheint dazuzugehören. Jahrelang kursierte das Gerücht, dass Bewerber bei Google so geprüft werden, doch der Konzern dementierte.

Woanders sind sie gang und gäbe, vor allem bei Unternehmensberatungen. Das ist auch nicht so abwegig. Schließlich sind Fallstudien, wie sie in der Branche regelmäßig betrieben werden, oft ähnlich gelagert wie die Frage: "Wenn Sie alle Wohnungen in Nordrhein-Westfalen mit Parkett ausstatten, wie viel Holz muss im Schwarzwald abgeholzt werden?" - Das ist eine der Aufgaben, die Glassdoor in diesem Jahr zu den schwersten zählt.

Keine Scheu vor Unwissen

Was lernen wir daraus? Bleiben Sie ruhig, wenn jemand Ihr Hirn kitzeln will, denken Sie laut, und haben Sie keine Angst vor den eigenen Wissenslücken - der Personaler will auch sehen, wie Sie bei Unkenntnis weiterkommen. Eigentlich gibt es nur drei Möglichkeiten, eine Brainteaser-Frage im Vorstellungsgespräch zu versemmeln:

  • Sie kennen die Lösung aus dem Internet und präsentieren sie, ohne den gedanklichen Weg dahin nachzuzeichnen.
  • Vor lauter Schreck sagen Sie gar nichts.
  • Sie führen eine Diskussion darüber, was diese Frage mit dem Job zu tun hat, für den Sie sich bewerben.

Übrigens wiederholt sich auch vieles bei Brainteasern. Die Frage, wie viele Smarties irgendwo reinpassen, ist fast schon ein Klassiker. In diesem Jahr sollen sie in einen VW-Bus (Gegenfrage: Welches Baujahr?). Vor wenigen Jahren hieß es noch: Wie viele Smarties passen in einen Smart?

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insgesamt 146 Beiträge
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1.
curak 30.03.2016
Die müssen sich halt immer einen neuen Unsinn einfallen lassen, am Ende wird eh der genommen, dessen Nase ihnen am besten passt, auch wenn andere diese Tests perfekt lösen. Die Personaler kennen die vorgegebenen Ergebnisse auch nur vom Psychologen, der sie in einer Umnachtung ausgedacht hat.
2.
MatthiasPetersbach 30.03.2016
Der deutsche Mittelstand beschäftigt ca. 60% der sozialpflichtigen Arbeitnehmer und bildet 80% der Auszubildenden aus. Und verzichtet wohl weitgehend auf dieses Brainf*cking. Wir sollten auf den Rest der Firmen verzichten. Zumindest arbeitet man da als anständiger Mensch nicht.
3. Einen solchen Schwachsinn...
etude 30.03.2016
...erlauben sich nur Personaler in Unternehmen mit Leuten, die im Bereich Consulting, Marketing und Finanzen unterwegs sind. In handwerklichen, sozialen, naturwissenschaftlichen und praktischen Berufen sind eher handfeste Eigenschaften gefragt.
4. Der
felisconcolor 30.03.2016
gedankliche Weg ist leider viel zu häufig nur Lücken füllendes BlaBla. Ein Ergebnis ist ein Ergebnis und wenn es aus einer externen Statistik oder Wissensammlung stammt (die Quelle sollte schon bekannt und benannt werden) gerade die Biefkastenfrage könnte ja auch einen tieferen Sinn haben. Ein Mitbewerber möchte sich der Konkurenz der Deutschen Post stellen und sein Serviceangebot darauf abstimmen. Da ist die Zahl relevant und evtl. noch eine Aufteilung auf städtischen und ländlichen Raum getrennt. Wie ich dahin gekommen bin ist für den Anfragenden oft irrelevant.
5. Ach ja
felisconcolor 30.03.2016
wieviele Smarties passen in einen Smart. Für die Antwort ist relevant ob es sich um einen Smart fortwo oder forfour handelt. Im ersten Fall passen zwei Smarties rein im zweiten Fall vier. Denn wer einen Smart fährt fährt smart und ist in jedem Fall ein Smartie. Damit knacken sie jeden Personaler. Sie bekommen zwar nicht den Platz in der Entwicklung aber für das Marketing sind sie unschlagbar.
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"Vorgesetzte sollten sich vor einem Gespräch mit einem Bewerber auch mit dessen Bewerbung beschäftigen. Teilweise werden die Bewerbungen erst zu Beginn eines Vorstellungsgespräches kurz überflogen."

"Es würde sehr helfen, wenn im Vorstellungsgespräch ein normaler Tagesablauf im Unternehmen zur Veranschaulichung beschrieben würde."

"Bitte die Vorauswahl der Bewerber nicht ausschließlich den Assistenten überlassen."

"Mir wäre schon mit klaren, realistischen Bewerberprofilen geholfen."

"Von abgegriffenen Fragen wie 'Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?' oder 'Warum sollen wir uns für Sie entscheiden?' sollten Personaler absehen."

"Das Vorstellungsgespräch wäre besser, wenn ein Kollege aus dem ausgeschriebenen Bereich dazugeholt würde, damit er mitentscheiden kann über den Bewerber."

"Sie sollten offene Gepräche führen und nicht über 'dialektische Umwege' die Persönlichkeit ergründen."

"Sie sollten unbedingt ein Mindestmaß an Wertschätzung zeigen. Ich habe von Skype-Interviews gehört, bei denen man mit zwei CEOs sprach, wobei einer seine Fragen einfach hastig abarbeitete, während der andere am Smartphone arbeitete."

"Ein Verbesserungsvorschlag wäre, wenn der Vorgesetzte sofort auch beim ersten Vorstellungsgespräch anwesend ist, und nicht nur der Personaler."


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