MBA-Weltreisende Wieso ausgerechnet Deutschland?
2. Teil: Kyle Wilson, Amerikaner - "Ein Risiko ist es schon"
Einen Studienplatz an einer amerikanischen Top-Schule hätte er wohl bekommen. Dafür spricht zumindest sein herausragender Wert im Zulassungstest GMAT, stolze 710 Punkte. Doch Kyle Wilson wollte nach Deutschland und macht nun seinen MBA-Abschluss an der Handelshochschule Leipzig (HHL).
Die deutsche Sprache hat den Amerikaner, 25, schon seit der Highschool verfolgt. Alle lernten Spanisch, er entschied sich für Deutsch. Während seines Maschinenbau-Studiums an der Purdue University konnte er vier Monate an der TU Darmstadt als Forschungsassistent arbeiten und seine Deutschkenntnisse verbessern. Nach dem Bachelor-Abschluss arbeitete Wilson knapp drei Jahre als Berater für die Atomindustrie. "Ich hatte zwar einen gut bezahlten Job, aber ich merkte, dass ich nicht weiter in der Branche arbeiten will", erzählt er. "Was mich viel mehr interessiert, ist der Bereich erneuerbare Energien."
Das traf sich gut mit seinem Wunsch, nach Deutschland zu gehen. Wilson suchte nach den besten deutschen MBA-Programmen, schließlich sagte ihm das Angebot der HHL am meisten zu. Was ihm gefiel: die Vielfalt der Studenten, die Möglichkeit der Auslandsaufenthalte, die Stadt Leipzig. Und im Vergleich zu den USA sei das Studium in Deutschland viel internationaler: "In den USA hat man zwar auch internationale Studenten um sich, aber man ist doch im vertrauten Umfeld."
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Doch er hofft, nach dem MBA-Studium so gut Deutsch zu können, dass er einen Job in Deutschland bekommt und hier bleiben kann. Wenn er später dann doch einmal zurück in die USA gehen sollte, helfe ihm seine Berufserfahrung in Deutschland, glaubt Wilson. Das Geld für das MBA-Studium hat er während seines letzten Jobs gespart. Natürlich sei es ein Risiko gewesen, gerade in Krisenzeiten seine Arbeit in den USA aufzugeben. Aber er sei jung und flexibel, und auf Dauer sei es sicher das richtige Investment. Wilson: "Wer in seine Bildung investiert, kann überhaupt nicht falsch liegen."
- 1. Teil: Wieso ausgerechnet Deutschland?
- 2. Teil: Kyle Wilson, Amerikaner - "Ein Risiko ist es schon"
- 3. Teil: Digvijay Pande, Inder - "Lieber Deutschland als Großbritannien oder USA"
- 4. Teil: Javier L'Eglise, Mexikaner - "Eine ganz schön schwere Sprache"
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