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Wie kann man nur... ...als Studentin so viel Geld verschenken, Frau Hansen?

Christina Hansen hat einen fünfstelligen Betrag ihres Erbes verschenkt Zur Großansicht

Christina Hansen hat einen fünfstelligen Betrag ihres Erbes verschenkt

Wer als Unternehmer-Spross eine größere Summe erbt, könnte das Geld verjuxen und in den Tag hinein leben. Christina Hansen dagegen ging stiften: Als Studentin gab sie viele tausend Euro einer Stiftung - eine Frage der Gerechtigkeit, findet die Berufsstarterin.

"Meine Geschwister und ich wurden in der Überzeugung aufgezogen, dass Geld Verantwortung bedeutet. Besitz zu teilen ist wichtig, vor allem wenn man ihn nur geerbt und nicht selbst erarbeitet hat. Vor einigen Jahren legte mir meine Mutter, die wie mein Onkel die Bewegungsstiftung unterstützt, die finanziellen Verhältnisse unserer Familie und unseres Unternehmens, ein 1000-Mitarbeiter-Industriebetrieb auf der Schwäbischen Alb, offen.

Daraufhin habe ich mich viel mit dem Thema Geld beschäftigt. So war es für mich logisch, mit einem fünfstelligen Betrag in eine Stiftung einzutreten, in der Vermögende bedürftigen Menschen helfen. Das Geld kam von meiner Mutter, als Vorauszahlung auf mein Erbe.

Viele immaterielle Dinge - schöne Erlebnisse, Glück, geteilte Freude - haben für mich einen größeren Wert als Konsum. Ich kann auf vieles verzichten, habe auch schon, wie jetzt in Costa Rica, in einfachsten Verhältnissen gelebt, mit Wasser aus dem Fluss, Strom nur für Licht und frischer Kleidung einmal pro Woche.

Einfach Geld ausgeben, das ich nicht selbst verdient habe?

Ich brauche kein Auto, bin aber ganz froh, wenn ich weiß, dass eines in der Garage steht. Urlaub heißt für mich nicht Hotel mit Spa, sondern eine gute Zeit mit Freunden. Nur bei Büchern werde ich schwach, da schaue ich nicht auf den Euro.

Grundsätzlich finde ich es nicht gerecht, einfach so Geld auszugeben, das ich nicht selbst verdient habe. Wenn ich stattdessen entscheiden kann, wo es sinnvoll eingesetzt wird, um Menschen zu helfen, ist das für mich der perfekte Ausgleich. Ich habe keine Angst, dass mir meine Stiftung irgendwann leidtun könnte, zum Beispiel wenn ich mal in finanzielle Schwierigkeiten geriete.

Ich verschwende kein Geld und spekuliere auch nicht mit windigen Anlageformen - da ist die Gefahr zu verarmen gering. Und selbst wenn ich mal in Geldnöte geriete: Ich lerne beständig, so dass ich hoffentlich immer eine Arbeit finde, die mich ernährt."

Christina Hansen, 24, hat als Studentin einen fünfstelligen Betrag gespendet. Sie ist eine von 130 Stifterinnen und Stiftern der 2002 gegründeten Bewegungsstiftung. Wer mindestens 5000 Euro einbringt, hat ein lebenslanges Stimmrecht im Stiftungsbeirat und entscheidet mit, welche Projekte gefördert werden. Das kann zum Beispiel ein Roma-Center in Göttingen sein, die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes oder eine Initiative gegen die Ausbeutung von Textilarbeitern in Südostasien.

Ende 2013 hat Christina Hansen ihr Studium des Green Business Management an der Business and Information Technology School abgeschlossen, einer privaten Hochschule in Iserlohn. Im vergangenen Jahr arbeitete sie bei einem Volunteer-Aufenthalt auf einem Biobauernhof in Costa Rica. Sie tritt demnächst eine Stelle im Bereich Architektur und energetische Beratung an.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
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1. wow!
ottomane1982 14.01.2014
hut ab vor dieser einstellung... ich wünsche ihr viel erfolg für die zukunft.
2. immer
endstadium73 14.01.2014
Diese Fokussierung auf die absoluten Beträge. Ich ziehe eher meinen Hut vor Menschen, die bei fünfhundert Euro Einkommen fünf Euro spenden.
3. Werbung für den elterlichen Betrieb?
Nabob 14.01.2014
Zitat von sysopWer als Unternehmer-Spross eine größere Summe erbt, könnte das Geld verjuxen und in den Tag hinein leben. Christina Hansen dagegen ging stiften: Als Studentin gab sie viele tausend Euro einer Stiftung - eine Frage der Gerechtigkeit, findet die Berufsstarterin. Warum eine Studentin Tausende Euro einer Stiftung schenkte - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/warum-eine-studentin-tausende-euro-einer-stiftung-schenkte-a-942885.html)
Dass Spätzles in der Regel knausern, ist bekannt, nicht neu - man kann eine mütterliche Erbschafts-Vorauszahlung an die Kinder von offenbar nicht geringem Stellenwert auch als steuerrechtlich interessant ansehen. Warum dann weiterhin, wenn es denn so geschah, der Spross damit an die Öffentlichkeit geht, die Kohlen im Keller wissend mit getrunkenem Wasser aus einem Fluss in Costa Rica kokettierend, verweist ja nur auf den Infantilismus des Betreibers dieses Artikels. Übrigens, ich habe heute den Hausmüll zu den Mülltonnen gebracht - wo bleibt der Artikel über mich - ich habe getrennt, aber nicht alles, das ist der Eklat. Wo ist sonst noch ein Sack in China umgefallen?
4. Nette Geschichte
steueragent 14.01.2014
Ich ziehe keineswegs den Hut. Denn mit so einem Vermögen im Hintergrund einen fünfstelligen Betrag in eine Stiftung zu geben halte ich für keine große Kunst. Die Gute soll doch einfach mal ein halbes Jahr mit Behinderten arbeiten, dann hätte sie meine volle Beachtung.
5. Hut ab!
mauser 14.01.2014
Wann findet man schon mal diese Einstellung? Sehr sehr wohltuend, ob nun steuerrechtlich interessant oder nicht!
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