Bewerbungen von Müttern "Lassen Sie die Elternzeit aus dem Lebenslauf raus"

Frauen, die nur kurz Elternzeit nehmen, werden von Arbeitgebern als weniger verantwortungsbewusst wahrgenommen, zeigt eine Studie. Bewerbungsberaterin Daniela Römer hat Tipps für Mütter auf Stellensuche.

Mutter mit Baby
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Mutter mit Baby

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Arbeitgeber honorieren es nicht, wenn Frauen nach der Geburt schnell zurück in den Job kommen. Im Gegenteil: Mütter, die nur zwei Monate Elternzeit nehmen, haben bei Bewerbungen auch Jahre später noch schlechtere Chancen als Mütter, die zwölf Monate Babypause gemacht haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, über die der SPIEGEL vorab berichtet hat.

Die Kölner Personalberaterin Daniela Römer erklärt, was Mütter auf Jobsuche aus dieser Untersuchung lernen können.

Zur Person
  • Sandra Lexow
    Daniela Römer arbeitet als Karrierecoach und Beraterin in Köln. Sie unterstützt aber auch Unternehmen beim Recruiting und kennt daher Bewerbungsprozesse aus beiden Perspektiven. Nach der Geburt ihrer Tochter Anfang August ist sie gerade noch im Mutterschutz und geht danach selbst in Elternzeit.

SPIEGEL ONLINE: Frau Römer, eine neue Studie des Wissenschaftszentrums Berlin sagt: Frauen, die in ihrem Lebenslauf eine kurze Elternzeit erwähnen, werden seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen und damit abgestraft. Überrascht Sie das?

Daniela Römer: Ja, das hätte ich tatsächlich nicht erwartet. Ich komme selbst aus dem Recruiting und denke, dass man vorsichtig sein muss, die Dauer einer Elternzeit in die Bewertung eines Bewerbers miteinzubeziehen. Dass Frauen mit einer kurzen Elternzeit angeblich fehlendes Verantwortungsbewusstsein zeigen, halte ich für ziemlich weit hergeholt. Das ist reine Spekulation.

SPIEGEL ONLINE: Was heißt das für Bewerberinnen? Wie sollten sie eine kurze Elternzeit am besten im Lebenslauf unterbringen?

Römer: Gar nicht, die Frage der Elternzeit ist völlig irrelevant für den nächsten Job. Natürlich sollte man in einer Bewerbung immer die Wahrheit schreiben und nichts reinbringen, was sich nicht belegen lässt. Aber man muss eben auch nicht alles erwähnen: Die Elternzeit würde ich rauslassen. Außer natürlich, sie ist in einem Arbeitszeugnis vermerkt. Dann darf es natürlich zwischen dem Zeugnis und dem Lebenslauf keinen Widerspruch geben.

SPIEGEL ONLINE: Muss denn die Elternzeit zwingend im Arbeitszeugnis vermerkt werden?

Römer: Zwingend nicht, aber man hat auch nicht unbedingt Anspruch darauf, dass sie verschwiegen wird. Das hängt von der Absprache mit dem Arbeitgeber ab. Es gab auch schon Fälle, in denen ein Arbeitsgericht darüber entscheiden musste. Da spielen dann auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit, die Länge und der Zeitpunkt der Elternzeit eine Rolle.

SPIEGEL ONLINE: Wie wichtig ist denn die Frage der Elternzeit generell für die Unternehmen?

Römer: Da hat es schon einen deutlichen Wandel gegeben, die Elternzeit ist kein Schreckgespenst mehr. Übrigens auch dann nicht, wenn Männer sie nehmen, das zeigt ja auch die Studie. Der Trend geht eher in die Richtung, dass Unternehmen noch deutlich stärker versuchen werden, Eltern zu unterstützen - zum Beispiel mit einem Familienservice, der bei Betreuungsengpässen hilft oder einer Bonuszahlung, die bei der Geburt eines Kindes überwiesen wird. Und es gibt sogar Firmen, die selbst Führungskräfte zur Elternzeit ermuntern und dann den Verdienstausfall freiwillig ausgleichen. Gerade in den Branchen, wo der Kampf um gute Mitarbeiter heftig geführt wird, ist so ein Bonus ein echtes Argument zur Mitarbeitergewinnung und -bindung.

SPIEGEL ONLINE: Aber sind das nicht nur sehr wenige Firmen, die so familienorientiert handeln?

Römer: Wir stecken da mitten in einem Wertewandel. Ich bin mir sicher: In zehn oder fünfzehn Jahren wird bei einer Bewerbung niemand mehr Nachteile wegen der Elternzeit erleben - egal, wie lange er sie genommen hat. Und da auch das Thema Fachkräftemangel an Bedeutung zunehmen wird, werden Unternehmen über kurz oder lang nicht umhin kommen, Familienorientierung nicht nur auf Ihrer Homepage zu versprechen, sondern tatsächlich zu leben.

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Bondurant 27.08.2018
1. Einfach nur köstlich.
Frauen, die nur kurz Elternzeit nehmen, werden von Arbeitgebern als weniger verantwortungsbewusst wahrgenommen, zeigt eine Studie. Wie man's macht, ist's falsch. Entweder faule Hausfrau oder Rabenmutter. Oder - ganz schlimm - gar nicht Mutter. Das einzige, was mich immer wirklich wundert: warum gibt es so wenig reine Frauenbetriebe? Damit müsste man doch alle Probleme lösen können.
christine.rudi 27.08.2018
2. Frauen anzustiften, zu Lügen ist Schwachsinn
Diese Beraterin hat ihren Beruf verfehlt, sorry. Wenn man, als ArbeitNEHMER Informationen zurückbehält, weil die ArbeitGEBER etwas falsch auslegen könnte, wird das Fehlverhalten der ArbeitGEBER NIE korrigiert werden. ... (Oder in 100 Jahren, wenn das Tabu endlich gebrochen wird, wie bei "meetoo", der katholischen Kirche, den Diesel Autos, und und und). Wir müssen, in dieser "Sch...Gesellschaft" endllci aufhören zu lügen, alle miteinander ! R.
annoo 27.08.2018
3. Aha?
Zitat von christine.rudiDiese Beraterin hat ihren Beruf verfehlt, sorry. Wenn man, als ArbeitNEHMER Informationen zurückbehält, weil die ArbeitGEBER etwas falsch auslegen könnte, wird das Fehlverhalten der ArbeitGEBER NIE korrigiert werden. ... (Oder in 100 Jahren, wenn das Tabu endlich gebrochen wird, wie bei "meetoo", der katholischen Kirche, den Diesel Autos, und und und). Wir müssen, in dieser "Sch...Gesellschaft" endllci aufhören zu lügen, alle miteinander ! R.
Wenn Sie als Frau einen interessanten Job haben möchten, verzichten Sie dann darauf, sich bestmöglich zu präsentieren, weil Arbeitgeber vielleicht in fünf bis zehn Jahren umgelernt haben könnten? Sie glauben Sie ja wohl selbst nicht, dass Sie so atrusitisch handeln würden. Lügen ist natürlich nicht korrekt (davon war im Artikel auch keine Rede), aber nur die positiven Erfahrungen erwähnen tun wohl die meisten bei einer Bewerbung. Zumindest die die letztendlich erfolgreich sind damit. Ansonsten sehe ich das wie Poster Nummer eins: Egal was Frauen machen, es ist immer falsch. Nehmen Sie zu kurz Elternzeit, wird ihnen Verantwortungslosigkeit vorgeworfen, nehmen sie normal lange Elternzeit, wird ihnen vorgeworfen, sie hätten sich als Arbeitskraft nicht attraktiv genug gehalten und es werden darüber hinaus Gehaltsunterschiede mit dem längeren Ausfall erklärt. Warum lese ich eigentlich nie, dass Männern Vorwürfe von Arbeitgebern in die Eine oder andere Richtung gemacht werden?
Gini888 27.08.2018
4. Ganz genau
Diese Studie ist ja wirklich erschreckend...aber ich hab mich gleich am Anfang gewundert...Leute schreiben Elternzeit in ihren Lebenslauf? Also ich arbeite nicht in Deutschland und weiß auch nicht wirklich was ein Arbeitszeugnis sein soll, das gibt es wohl nur in Deutschland, habe sowas noch nie bekommen. Ich habe schon in vielen Ländern dieser Welt gearbeitet, und da würde es doch wirklich keinem einfallen in sein Resume reinzuschreiben wann er oder sie auf Elternzeit war. Ich hab 6 Monate maternity leave, währenddessen werde ich ja voll bezahlt und bin auch weiterhin angestellt in meinem Job, wieso sollte das in einem Lebenslauf auftauchen? Wenn man mal länger krank war aber weiterhin normal angestellt, dann schreibt man das doch auch nicht rein, oder? Und überhaupt, ich würde in mein Resume ja auch niemals schreiben ob ich überhaupt Kinder habe, was hat das denn mit meiner Bewerbung zu tun? Habe ich auch noch nie von jemanden gesehen in all den Ländern wo ich gearbeitet habe. Schon seltsam in Deutschland. Aber ich stimme der Autorin voll zu, sowas einfach überhaupt nicht erst reinschreiben.
Gini888 27.08.2018
5.
Zitat von christine.rudiDiese Beraterin hat ihren Beruf verfehlt, sorry. Wenn man, als ArbeitNEHMER Informationen zurückbehält, weil die ArbeitGEBER etwas falsch auslegen könnte, wird das Fehlverhalten der ArbeitGEBER NIE korrigiert werden. ... (Oder in 100 Jahren, wenn das Tabu endlich gebrochen wird, wie bei "meetoo", der katholischen Kirche, den Diesel Autos, und und und). Wir müssen, in dieser "Sch...Gesellschaft" endllci aufhören zu lügen, alle miteinander ! R.
Man lügt wenn man eine Elternzeit nicht angibt? Das verstehe ich jetzt nicht....sollte man auch rein schreiben wenn man krank war? Lügen bedeutet etwas unwahres zu schreiben. Während der Elternzeit wenn man weiterhin angestellt ist, wie ist das denn eine Lüge es nicht zu erwähnen? Man ist während dieser Zeit weiterhin angestellt, dann reicht doch reinzuschreiben dass man von Datum X bis Datum X bei dieser Firma gearbeitet hat. Dass man ein paar Monate in Elternzeit war ist doch total irrelevant. Und ganz bestimmt keine Lüge.
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