Berufseinsteiger BMW ist beliebtester Arbeitgeber

Alle wollen Autos bauen: Bei jungen Angestellten sind Jobs in der Automobilindustrie begehrt, wie ein neues Ranking zeigt. Doch auch ein staatliches Unternehmen hat es in die Top Ten der beliebtesten Arbeitgeber geschafft.

DPA

Für viele ist die Automobilindustrie schon an der Uni die Traumbranche. Und sie bleibt es auch nach einigen Jahren im Berufsleben: BMW, Audi und Porsche sind die beliebtesten Arbeitgeber unter jungen Angestellten in Deutschland. Nur Internetriese Google reicht an die Autobauer heran und belegt im Ranking der "Besten Arbeitgeber" für junge Angestellte, das seit 2009 vom Berliner Beratungsunternehmen Trendence erhoben wird, den zweiten Platz. Auch die Beratungsunternehmen McKinsey & Company (Rang sechs) und die Boston Consulting Group (Platz acht) sowie die Bosch Gruppe (Platz fünf) und Siemens (Platz sieben) sind dabei.

Immerhin findet sich mit dem Auswärtigen Amt auch ein staatlicher Arbeitgeber unter den Top Ten. Autobauer Daimler Benz belegt nur den zehnten Platz.

Damit ist ein Job in der Automobilindustrie der Wunschtraum vieler Menschen mit Berufserfahrung. Für die Studie wurden rund 7200 Arbeitnehmer aller Fachrichtungen erfasst, die bis acht Jahre Berufserfahrung aufweisen konnten. Die Befragten waren im Durchschnitt 29 Jahre alt und nur 13 Prozent hatten Kinder.

13,1 Prozent der Angestellten nannten bei der Frage nach dem attraktivsten Arbeitgeber wieder den bayerischen Konzern zuerst. Im Vergleich zum Vorjahr konnte BMW damit noch leicht zulegen (12,6 Prozent). Bei Google würden sich zehn Prozent am liebsten bewerben, bei Audi knapp neun und bei Porsche 7,5 Prozent - die Top 3 bleiben im Vergleich zu 2013 unverändert.

Autobranche wird immer attraktiver

Zwischen Absolventen und jungen Arbeitnehmern besteht kaum ein Unterschied bei den Wunscharbeitgebern. Leichte Unterschiede gibt es vor allem bei den einzelnen Job-Gruppen: Nach den ersten Berufsjahren wird die Autobranche bei Ingenieuren sogar noch beliebter als zu Studienzeiten. 21,5 Prozent geben BMW als beliebtesten Arbeitgeber an, unter den Studenten sind es nur knapp 17 Prozent.

Auch Autozulieferer scheinen bei Ingenieuren deutlich beliebter zu werden. Von den Jungkonstrukteuren nennen knapp 15 Prozent Bosch zuerst - bei den Studenten sind es nur 8,5 Prozent. Trendence vermutet, dass im Studium noch unbekannte Unternehmen mit den ersten Jahren im Job beliebter und bekannter werden. Außerdem steige das Bewusstsein, dass Mitarbeiter in kleineren Firmen häufig mehr bewegen könnten.

Zusätzlich rücken unter Berufserfahrenen auch Consulting-Unternehmen in den Focus. McKinsey und die Boston Consulting Group schafften es unter die ersten Zehn - bei den Studenten erreichen sie dagegen nur die Top 20.

Allerdings lassen sich die Umfragewerte zwischen Studenten und jungen Arbeitnehmern nur schwer vergleichen. Für die Hochschulumfrage wurden knapp doppelt so viele Personen befragt wie für die Arbeitnehmererhebung - außerdem wurden nicht dieselben Personen erfasst.

joe

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dipl.inge82 24.09.2014
1. Protzfaktor
Im Prinzip geht es doch dabei nicht darum was man macht oder hofft zu machen. Das kann man vorher eh nie überblicken, als Absolvent schon garnicht. Aber auf 'ner Party damit aufzutrumpfen beim Premiumhersteller xy zu arbeiten ist unbezahlbar, egal wie banal der tatsächlich Job ist. Ich bin in meinen fast 10 Berufsjahren in der Autobranche ganz gut herumgekommen, bei OEM's wie bei Zulieferern. Im Prinzip läuft's überallgleich. Industrieschauspieler und Powerpointakrobaten, die mit Tel. am Ohr und aufgeklapptem Laptop von einem Meeting zum nächsten Rennen und das Arbeit nennen. Daneben Massen von Leuten die echt was drauf haben und irgendwann mal voller Elan gestartet sind aber aufgrund verkusteter Strukturen resigniert haben und Schema F durchziehen. Zumindest sind die Bedingungen rund um das Arbeiten bei den OEM's recht gut, besser als bei irgendwelchen KUM's in der Pampa. Aber wieviel bleibt effektiv übrig bei den Lebenshaltungskosten rund um MUC, IN oder WOB?
tantchen82 25.09.2014
2. Ich bins und du nicht....
Ich habe selbst einmal für BMW gearbeitet und bin freiwillig gegangen, um in einem kleineren Unternehmen zu arbeiten, auch für etwas weniger Gehalt. Beliebtester Arbeitgeber? Gut wenn man einmal drin ist, dann hat man einen sicheren Job und vorallem viel Geld. Aber zu welchem Preis? Man jagt von einem Meeting zum nächsten, arbeitet in alten, schäbigen Büros, persönliche Entfaltung und selbstständiges erarbeiten von neuen Ideen gibt es eigentlich nicht. Leiharbeiter werden für wenig Lohn eingestellt und werden ausgenutzt. Die Angestellten selber maulen oft über zu wenig Gehalt (?). Für Leute, vorallem die jungen Angestellten, ist BMW gut für den Lebenslauf und auch klar, was man in München immer wieder sieht und hört, zum angeben, wenn man mal wieder aus Versehen vergessen hat seinen Ausweis der um den Hals baumelt abzunehmen... Was ich persönlich sehr schade finde ist, dass man in solch einem Laden nur dann wirklich weiter kommt, wenn man gut anderen nach dem Mund reden kann und sich selbst vergisst, Leistung kann muss aber nicht gut sein. Leute die eine sehr gute Arbeit leisten, aber nicht schleimen wollen oder können und auch ihre eigene Meinung haben, kommen nicht weiter...
anonymous123a 25.09.2014
3. Einspruch
Ich bin Ingenieur/Informatiker, Jahrgang '83 und auch sonst so ziemlich im gleichen Boot wie meine Vorredner. Eigentlich.. Denn ich habe innerhalb von BMW relativ schnell nach meinem Einstieg gewechselt - in einen ziemlich innovativen Bereich, in dem es kein so klar definiertes "Schema F" gibt. So gut wie niemand will und kann dort auf die einfache Tour (s.o.) weiterkommen. Selbst die offensichtlich ambitioniertesten Leute (da rechne ich mich selbst nicht mit ein) haben tatsächlich richtig was auf dem Kasten. Die Strukturen sind nicht sehr flexibel und es wird auch hier sehr stark auf die Kosten geschaut. Aber auch daran arbeiten wir.. und die Chefs ziehen mit so gut es geht. Ganz so schwarz-weiß sollte man das meiner Meinung nach nicht sehen.
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