Heiratspläne mit Lebensgefährtem Schüler protestieren gegen Ablehnung von homosexuellem Lehrer

Mit Hunderten Luftballons haben Schüler eines katholischen Gymnasiums in NRW einen Teppich in Regenbogenfarben gebildet. Damit setzten sie ein Zeichen für ihren homosexuellen Lehrer, der nicht an der Schule bleiben darf.


Weil ein homosexueller Referendar wegen seiner Heiratspläne nicht wie geplant als Lehrer übernommen wurde, haben Schüler eines katholischen Gymnasiums in Nordrhein-Westfalen eine Protestaktion gestartet.

Die Kinder und Jugendlichen bildeten auf dem Schulhof mit Hunderten bunten Luftballons einen Teppich in Regenbogenfarben - ein Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung. Das Foto wurde auf der Homepage der Schule veröffentlicht.

Das Gymnasium Mariengarden in Borken im Münsterland ist eine katholische Schule in Trägerschaft des Oblatenordens in Mainz. Mit der Aktion hätten die Schüler ein Zeichen für Offenheit und Toleranz setzen wollen, sagte der Schulleiter.

Der Umgang mit dem Referendar hatte viele Schüler, Lehrer und Eltern "betroffen, irritiert oder empört", wie es in einer früheren Stellungnahme hieß.

Nach seinem erfolgreichen Referendariat wollte die Schule den Mann als Lehrer anstellen. Das Angebot wurde aber zurückgezogen, als der Lehramtsanwärter berichtete, seinen Lebensgefährten heiraten zu wollen. Das widerspreche der kirchlichen Auffassung von Ehe und Familie, begründete der katholische Schulträger.

Der Referendar hat mittlerweile eine Stelle an einer staatlichen Schule gefunden.

cop/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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genervterbuerger 28.09.2018
1. Und wieder einmal
greift ein ewig gestriger Verein, dessen Strukturen sich vor ca. 2000-1500 Jahren etablierten, nach der Herrschaft über Wohl und Wehe unserer Kinder. Es wird Zeit, dass sich die religiösen Interessengemeinschaften, nennen sie sich nun katholisch oder evangelisch, aus Erziehung und Bildung heraushalten. Höchste Zeit ist es, dass die tatsächliche Trennung von Staat und Kirche vollzogen wird und keine Gelder aus öffentlichen Kassen an diese Vereine fließen. Es ist ein Skandal, dass uns Kirchen Wertvorstellungen aufzwingen wollen, die auf den Müllplatz der Geschichte gehören.
galagher 28.09.2018
2.
Man kann mit der Einstellung der Institution natürlich unzufrieden sein. Aber ihre Firmenpolitik ist definitiv nichts neues. Warum man sich dem dann dennoch aussetzt und es dann ungerecht empfindet verstehe ich nicht. Unabhängig dessen übernimmt die Kirche (Ob Evangelisch oder Katholisch) zu oft die Aufgaben die der Staat leisten muss. Kinderkrippen, Krankenhäuser, Schulen...Der Bedarf ist da und der Staat liefert nicht. Ich glaube bei allem was da auch verquer läuft ist der Gesellschaft mit ihrer Existenz da deutlich mehr gedient.
rusticu 28.09.2018
3. Konfessionelle Schulen
Ich verstehe einfach nicht, wieso es immer noch konfessionelle Schulen gibt: Wie der Artikel schon sagt, bezahlt der säkulare Staat über 90 % der Schulkosten. Auf der anderen Seite gibt der Staat gleichzeitig der Kirche das Recht, den Bediensteten seine Moralvorstellungen aufzuzwingen und darüberhinaus denjenigen Schülern (priveligiert) einen Platz anzubieten, die zufällig dieselbe Religion haben. In der Praxis werden auch Schüler anderer Konfessionen/Religionen/Atheisten aufgenommen aber nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz. Und das, obwohl natürlich jeder Steuerzahler für diese 90 % aufkommt. Auch (verheiratete) Homosexuelle und Nicht-Katholiken, die dann diese Schulen nicht als Arbeitnehmer oder auch Schüler wählen können. Bzw. nur begrenzt. Wenn die Kirche die Schulen allein aus Kirchensteuern bezahlen würde, wäre es vielleicht noch etwas anderes. Mal abgesehen davon reden wir hier immerhin auch nicht über die Priester (die haben sich ja den Verein ziemlich bewusst ausgewählt) sondern um das Unterrichten von Schülern, was ja nicht hauptsächlich aus dem Indoktrinieren von jungen beeinflussbaren Menschen mit Vorstellungen aus der Bronzezeit besteht bzw. bestehen sollte und demnach auch nicht viel mit einer Religion und deren überkommenen Moralvorstellungen zu tun hat.
Stäffelesrutscher 28.09.2018
4.
»Das widerspreche der kirchlichen Auffassung von Ehe und Familie, begründete der katholische Schulträger.« Nun, derzeit wird über ziemlich viele Fälle berichtet, in denen katholische Funktionäre gegen gewisse Auffassungen (Würde des Menschen, Selbstbestimmung, körperliche Unversehrtheit, und wohl auch Ehe und Familie) verstoßen haben. Mir ist nicht bekannt, dass die stante pede gefeuert worden wären. Aber vielleicht lernen die Schüler daraus ja fürs Leben und befreien sich aus der Sektenhörigkeit.
TS_Alien 28.09.2018
5.
Zitat von galagherMan kann mit der Einstellung der Institution natürlich unzufrieden sein. Aber ihre Firmenpolitik ist definitiv nichts neues. Warum man sich dem dann dennoch aussetzt und es dann ungerecht empfindet verstehe ich nicht. Unabhängig dessen übernimmt die Kirche (Ob Evangelisch oder Katholisch) zu oft die Aufgaben die der Staat leisten muss. Kinderkrippen, Krankenhäuser, Schulen...Der Bedarf ist da und der Staat liefert nicht. Ich glaube bei allem was da auch verquer läuft ist der Gesellschaft mit ihrer Existenz da deutlich mehr gedient.
Die Steuerzahler finanzieren die meisten dieser kirchlichen Ausgaben. Damit meine ich nicht die Kirchensteuer. Die erhalten die Kirchen zusätzlich.
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