Medienbericht Jeder dritte "Bufdi" bricht den Dienst vorzeitig ab

Rund 307.000 Menschen haben seit Einführung des Bundesfreiwilligendienstes daran teilgenommen - die Abbruchquote liegt einem Bericht zufolge bei 32 Prozent. Eine Linken-Politikerin fordert, die Qualität des Dienstes zu prüfen.

"Bufdi" im Duden
DPA

"Bufdi" im Duden


Seit der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes hat offenbar jeder dritte "Bufdi" den Dienst vorzeitig quittiert. Dabei sei die Abbruchrate in den alten Bundesländern deutlich höher als im Osten, schreibt die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Bundesregierung, die die Linksfraktion angefordert hatte.

Der Bundesfreiwilligendienst war zum 1. Juli 2011 als Ersatz für den zusammen mit der Wehrpflicht weggefallenen Zivildienst geschaffen worden.

Seit der Einführung haben dem Bericht zufolge insgesamt 307.372 Männer und Frauen in Deutschland daran teilgenommen. Von ihnen quittierten im Zeitraum zwischen Juli 2011 und März 2018 insgesamt 98.633 vorzeitig den Dienst, der im Regelfall zwölf Monate lang dauert.

Die Abbruchquote liegt dem Bericht zufolge damit bei 32 Prozent. In den alten Bundesländern sei sie mit 35 Prozent deutlich höher ist als im Osten mit 26 Prozent. Gründe dafür nenne die Regierung in ihrer Antwort nicht, heißt es in dem Bericht. Denkbar seien der Erhalt eines Studienplatzes oder einer Lehrstelle, sagte die Sprecherin für bürgerschaftliches Engagement der Linken, Katrin Werner, der Zeitung. Wenn jedoch fast ein Drittel der Dienstleistenden ihre Stelle vorzeitig aufgebe, müsse auch "die Qualität des Dienstes, der Arbeitsbedingungen und des Bildungsprogramms auf den Prüfstand gestellt werden".

aar/dpa

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sammilch 22.05.2018
1. Kommentar
""die Qualität des Dienstes, der Arbeitsbedingungen und des Bildungsprogramms auf den Prüfstand gestellt werden" Das wäre gut, würde aber nichts an der Abbrecherquote ändern. Sobald die Leute etwas besseres finden sind sie weg. Der Bundesfreiwilligendienst wird doch hauptsächlich von Menschen genutzt, die eine Zeit überbrücken wollen - schätze ich. Ich hatte den Eindruck, als ob auch eher Menschen in meinem Alter oder älter den BFD nutzen um mal "raus zu kommen", weniger die Mensche, die dadurch den Zivildienst kompensieren.
Him 22.05.2018
2. Zivi wieder einführen
Das zeigt doch einmal mehr, dass die Abschaffung des Zivildienstes ein riesen Fehler war. Daher: JEDER Schulabgänger sollte verpflichtet werden, ein soziales Jahr absolvieren zu müssen.
vogelskipper 22.05.2018
3. Der Grund ist ganz einfach!
Wenn es dort in etwa so zu geht wie bei einem FSJ, dann wundert es mich nicht, dass 1/3 hin schmeißen, denn die meisten Stellen dort sind einfach nur Ausbeutung von billigen Arbeitskräften bei unterirdischer Bezahlung! Mein Sohn hat sein FSJ in einem Krankenhaus auch abgebrochen, weil er für lausige 300 € im Monat einen Vollzeitjob ausgeführt hat und nach Einarbeitungszeit absolut nichts Neues mehr dazu kam.
digge8 22.05.2018
4. Pflicht für jeden
Zwischen dem 16. und dem 26. Lebensjahr sollte jeder Bundesbürger ein Jahr (12 Monate) am Stück gesellschaftlichen Dienst ableisten. Ob nun beim Militär oder bei sozialen Verbänden ist dabei egal. Dann würden viele besser ind Leben starten als heutzutage. Mir hat jedenfalls mein Zivildienst die Augen geöffnet, was Respekt vor Behinderten bedeutet. Aber die Wehrpflicht nicht zu einer Gesellschaftspflicht für alle Geschlechter umzugestalten, sondern sie abzuschaffen war ein großer Fehler und lässt sich wohl leider nicht mehr rückgängig machen.
insert Randomname here 22.05.2018
5. Übergang
als Übergang ist das doch ok, ein Studium oder Lehrstelle macht sich besser bezahlt. 12 Monate Zivi? Mir wurden damals nach der Ausbildung und dem Zivi gesagt, dass ich zu lange aus dem Job nach der Ausbildung raus war. Gut das der Pflichtzivi weg ist.
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