Berufsziel Coach So finden Sie die richtige Ausbildung

Wer sich als Coach selbständig machen will, kann das von heute auf morgen tun. Der Begriff ist nicht geschützt - und Ausbildungen gibt es viele. So viele, dass sich nun auch die Stiftung Warentest mit dem Thema beschäftigt hat. Die Checkliste zur Kurssuche.

Wer ein guter Coach werden will, braucht erst mal einen guten Lehrer
Corbis

Wer ein guter Coach werden will, braucht erst mal einen guten Lehrer


Ein Coach ist jemand, "der anhand von wissenschaftlich begründeten Methoden einen Klienten berät und betreut, um dessen berufliches Potential zu fördern und weiterzuentwickeln". So formuliert es der Duden. In der Praxis sieht das Berufsbild häufig anders aus: Coach darf sich jeder nennen. Die Bezeichnung ist nicht geschützt. Wer es ernst meint mit dem Job, sucht sich eine fundierte Ausbildung. Doch auch das ist leichter gesagt als getan.

Rund 300 Ausbildungsgänge für angehende Coaches gibt es, einige kosten 300 Euro, andere 17.000 Euro. Manche dauern nicht mal einen Monat, andere zwei Jahre. Da es in Deutschland keine geregelte Berufsausbildung für Coaches gibt, kann jedes Weiterbildungsinstitut seinen eigenen Lehrplan entwickeln und als Ausbildung verkaufen.

Die Stiftung Warentest will nun Licht ins Dunkel bringen. Sie hat einen Kriterienkatalog entwickelt, der angehenden Coaches bei der Suche nach einem berufsbegleitenden Einsteigerkurs helfen soll. Hier die wichtigsten Punkte im Überblick:

1. Gut vorbereiten

Lesen Sie sich gründlich in das Thema Coaching ein und schlagen Sie Fachbegriffe nach, bevor Sie auf Kurssuche gehen. Hinterfragen Sie Ihren Berufswunsch selbstkritisch: Ein Coach berät vor allem Fach- und Führungskräfte. Haben Sie die nötige Erfahrung, um Ihnen auf Augenhöhe zu begegnen? Ist das wirklich der richtige Job für Sie?

Eine Coaching-Qualifizierung ist keine Berufsausbildung, sondern eine Weiterbildung. Idealerweise haben Sie schon ein abgeschlossenes Hochschulstudium in einem einschlägigen Fach, zum Beispiel in Psychologie, Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften.

2. Anforderungen überprüfen

Coaching-Lehrgänge sollten mindestens 250 Zeitstunden umfassen, fordert die Stiftung Warentest. Da zusätzlich Zeit für Selbststudium und praktische Übungen einzuplanen ist, sollte der Kurs mindestens zwölf Monate dauern.

Die Qualifizierung sollte mit einer Prüfung abschließen. Für die Zulassung sollte mindestens ein dokumentierter Coaching-Fall und eine schriftliche Arbeit zu einem vereinbarten Thema verlangt werden. Die Prüfung selbst kann mündlich als Kolloquium stattfinden, in das eine Übung integriert sein kann.

Seien Sie skeptisch, wenn Ihnen versprochen wird, Sie seien nach dem Lehrgang ein "fertiger Coach". Nach der Ausbildung sollten Sie in der Lage sein, als Coach zu arbeiten, aber weiterlernen und sich gegebenenfalls spezialisieren müssen Sie schon noch.

3. Eigenes Bild machen

Belassen Sie es nicht beim Lesen von Informationsbroschüren. Schauen Sie sich die Schulen vor Ort an und machen Sie einen Termin mit Ihren potentiellen Lehrern. Den Kurs sollten mindestens zwei Dozenten begleiten, die aber nicht immer gleichzeitig da sein müssen. Haben sie ausreichend Praxiserfahrung? Wie viele Klienten beraten sie im Schnitt? Verlassen Sie sich auch auf Ihr Bauchgefühl: Die Chemie zwischen Ihnen und den Ausbildern muss stimmen.

5. Nachhaken

Fragen Sie nach, in welchem Umfang im Kurs praktische Übungen vorgesehen sind. Generell gilt: Je mehr, desto besser. Im sogenannten Live-Coaching üben Sie idealerweise mit echten Klienten. Müssen Sie diese selbst rekrutieren oder sucht Ihr Ausbilder passende Fälle?

Erkundigen Sie sich auch nach Ihren Mitschülern: 10 bis 15 Teilnehmer pro Gruppe sind ideal. Coaching lebt vom Austausch, zu klein sollten die Gruppen deshalb auch nicht sein.

5. Nachrechnen

Über die Kursgebühren hinaus können zusätzliche Kosten anfallen, zum Beispiel für Übungen mit externen Coaches oder spezielle Lehrbücher. Kalkulieren Sie auch Kosten für die Anreise zum Kursort, für Unterbringung und Verpflegung. Für manche Coaching-Ausbildungen kann man auch Bildungsurlaub beantragen.

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