Schluss mit 100-Stunden-Wochen Credit Suisse schickt Investmentbanker freitagabends heim

18-Stunden-Tage und durchgearbeitete Wochenenden - für Investmentbanker ist das normal. Doch die Branche steuert jetzt einen winzigen Hauch gegen: Credit Suisse gibt ihren Leuten freitagabends frei.

Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich
REUTERS

Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich


Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat ihre Mitarbeiter im europäischen Kapitalmarktgeschäft per E-Mail angewiesen, das Büro am Freitagabend spätestens um sieben Uhr zu verlassen. Sie sollen frühestens am Samstagmittag zurückzukommen - es sei denn, ein großer Deal sei in der Mache.

Der Hintergrund: Vor allem viele junge Investmentbanker arbeiten am Freitag oft bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages und an den Wochenenden. Die Branche ist berüchtigt für 100-Stunden-Wochen und Nachtschichten nach dem üblichen Dienst.

Credit Suisse habe nach Wegen gesucht, der Belegschaft mehr Freizeit zu geben, sagte die Managerin Marisa Drew. "Dies erlaubt es den Mitarbeitern, feste Pläne mit ihren Familien und Freunden zu machen und stellt sicher, dass dies auch respektiert wird."

Mehrere Investmentbanken arbeiten gerade daran, von ihrem Ruf als Branche für Workaholics loszukommen - und ihr Image in Sachen Work-Life-Balance zu verbessern. Damit wollen sie nicht zuletzt verhindern, dass immer mehr talentierte Mitarbeiter in andere Bereiche der Finanzbranche oder zu Technologiefirmen wechseln.

Der US-Konkurrent JP Morgan forderte seine Investmentbanker bereits auf, an den Wochenenden tatsächlich blauzumachen - falls kein größerer Deal anstehe. UBS-Angestellte sollen sich pro Woche eine persönliche Auszeit von zwei Stunden nehmen.

fok/Reuters



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