Arbeitgeberranking Mit dem ersten Job sinken die Erwartungen

Viele Studenten träumen von einer Karriere bei Daimler - mit hohem Gehalt und guten Aufstiegsmöglichkeiten. Wer schon einige Jahre in der Branche arbeitet, glaubt nicht mehr daran.

Mercedes-Benz-Werk des Autokonzerns Daimler in Sindelfingen
DPA

Mercedes-Benz-Werk des Autokonzerns Daimler in Sindelfingen


BWL-Studenten und Ingenieurwissenschaftler träumen von Jobs in der Autoindustrie - und haben genaue Vorstellungen davon, wie es wohl wäre, für BMW, Audi oder Daimler zu arbeiten: Sie erwarten hohe Gehälter, eine gute Work-Life-Balance und spannende Karriereperspektiven. Aber wie verändern sich diese Erwartungen mit dem Eintritt ins Berufsleben?

Das manager magazin hat erstmals das Ranking der "Besten Arbeitgeber", das jährlich vom Beratungsunternehmen Trendence ermittelt wird, mit einer Umfrage unter Berufsanfängern verglichen. Die Unterschiede sind zum Teil deutlich: So schätzen Young Professionals zum Beispiel den Autobauer Daimler deutlich schlechter ein als Studenten. Wie sich die Einschätzungen der fünf beliebtesten Arbeitgeber unterscheiden, sehen Sie hier in der Übersicht:

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Arbeitgeber-Ranking: Mit dem ersten Job sinken die Erwartungen

Für das Ranking der "Besten Arbeitgeber" wurden knapp 27.000 Studenten der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften befragt, die kurz vor ihrem Abschluss stehen. Dieselben Fragen wurden rund 4200 Young Professionals mit maximal acht Jahre Berufserfahrung vorgelegt - unabhängig davon, für welche Firma sie arbeiten oder schon mal gearbeitet haben. Die Ergebnisse spiegeln deshalb nicht die Meinung der jeweiligen Belegschaft, sondern zeigen, wie Berufsanfänger die Arbeitsbedingungen bei den jeweiligen Firmen einschätzen.

vet



insgesamt 74 Beiträge
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Seite 1
marthaimschnee 04.05.2016
1.
Könnte das vielleicht damit zu tun haben, daß man bei den Autoherstellern überhaupt nur noch als Leiharbeiter reinkommt und dort von den üppigen Gehältern und exzessiven Bonuszahlungen zunächst mal genau Nullkommagarnix sieht?
Sugafoot 04.05.2016
2. Voellig falsche Erwartung
"hohe Gehälter, eine gute Work-Life-Balance und spannende Karriereperspektiven" zu erwarten ist voellig falsch, das Erste schliesst naemlich automatisch das Zweite aus. Es bewerben sich jedes Jahr sehr viele Berufsanfaenger bei Audi, BMW und Daimler und diese Unternehmen haben noch eine beachtliche Stammmannschaft. Wie koennen die jungen Berufsanfaenger erwarten, dass sie sofort die Karrierleiter raufklettern? Da stehen bereits etliche Andere drauf mit dem genau gleichen Ziel und versperren den Weg.
visitor_2007 04.05.2016
3. Stellen für Ingenieure..
Ich habe im Rahmen einer 2-semestrigen BWL-Veranstaltung während meines Studiums der Nachrichtentechnik über längere Zeit die Stellenanzeigen aus überregionalen Tageszeitungen ausgewertet und war überrascht von der Vielfalt des angebotenen Spektrums. Mein damaliger Favorit war eine Vakanz beim Alfred-Wegener-Institut auf dem Forschungsschiff "Polarstern" - scheiterte an fehlenden VAX/VMS-Kenntnissen. Niemals - wirklich niemals - erschien mir die Automobilindustrie als interessanter Arbeitgeber. Mein erster Job war dann Spacecraft-Controller bei der europäischen Raumfahrt-Agentur...
dipl.inge83 04.05.2016
4.
Immerhin klagen hier schon die Privilegierten, die es irgendwie zur Festanstellung gebracht haben. Und selbst dort ist es ernüchternd zu sehen wie unwichtig der Einzelne ist. Stupide Abläufe, unendliche Besprechungen ohne Ergebnis. Das Gegenteil dessen, was von klein auf propagiert wird, nämlich das eine gute Bildung und Fleiß automatisch glückselig machen, viel Geld bei wenig Verantwortung. Zumindest bleibt noch der abschätzige Blick auf das Heer der Leiharbeitssklaven ohne Lebenszeitkonto und die anderen Gimmicks.
Astir01 04.05.2016
5. Das auch.
Zitat von marthaimschneeKönnte das vielleicht damit zu tun haben, daß man bei den Autoherstellern überhaupt nur noch als Leiharbeiter reinkommt und dort von den üppigen Gehältern und exzessiven Bonuszahlungen zunächst mal genau Nullkommagarnix sieht?
Ein anderer Teil der Illusionen, die sich Studenten noch machen, die man jedoch schon nach wenigen Wochen verliert, sind folgende: - Innovation findet nicht bei den Autobauern selbst statt. Sie hassen sie geradezu, weil sie teuer, unsicher und oft nutzlos sind. Für gewöhnlich lassen sie sich nur durch Druck von außen zu Neuerungen zwingen. Wer an Innovationen arbeiten möchte, muss zu den Zulieferern. - Karriere können nicht alle machen. Sonst gäbe es nur noch Chefs. Es sind auch nicht alle geeignet, die befördert werden und nicht alle zur Beförderung geeignet. Daher ist der erste Karriereschritt oft schon der letzte. (Peters Principle) => Im Idealfall bedeutet Führung voranzugehen und den Weg weisen. Meist läuft es jedoch nur darauf hinaus, dass einem jemand sagt, wie, wo und bis wann man welche Arbeit zu machen hat. In manchen Fällen sind selbst diese Anweisungen lücken- bzw. fehlerhaft oder nicht zielführend. Selbständigkeit wird aber oft auch nicht gewünscht. Hinzu kommt noch, dass Bayern und, ganz besonders, Schwaben, gelinde gesagt, .... ö. Wer solche Vorgesetzten hat, braucht keine Schwiegermutter mehr. - Die Bezahlung für Techniker ist allgemein gering, in den letzten 30 Jahren tendenziell sogar gesunken, und für einen Alleinstehenden bleibt nach Steuer, Abgaben und Miete gerade an Wohnorten wie M, IN und S kaum genug zum Leben. Es kann durchaus länger dauern als das Hochschulstudium selbst, bis man das wieder drin hat, was man dafür investieren musste. - Work/ life- balance ... Wer redet denn von so was? Als Yuppi muss man froh sein, wenn man am Wochenende die Hemden gebügelt bekommt, und unter der Woche wenigstens im Schnitt auf Stunden Schlaf/ Tag.
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