Krankenstand Frauen fehlen häufiger im Job als Männer

Die Zahl der Krankschreibungen in Deutschland war im vergangenen Jahr so hoch wie zuletzt vor 16 Jahren. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Erkältete Frau (Symbolbild)
Corbis

Erkältete Frau (Symbolbild)


Deutschlands Arbeitnehmer haben sich im vergangenen Jahr wieder häufiger krankgemeldet. Nach einer Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit lag der Krankenstand so hoch wie seit 16 Jahren nicht mehr. Demnach waren an jedem Tag des vergangenen Jahres im Schnitt 41 von 1000 Erwerbstätigen krankgeschrieben. Der Krankenstand lag somit bei 4,1 Prozent.

Für die Studie hat DAK Daten von rund 2,7 Millionen Versicherten ausgewertet. Zudem befragte das Forsa-Institut mehr als 5000 Frauen und Männer zwischen 18 und 65 Jahren.

Wie die Studie ergab, ist der Krankenstand zwischen Männern und Frauen größer als gedacht. Insgesamt hatten Frauen 14 Prozent mehr Fehltage als Männer.

Mögliche Erklärungen dafür sind die Arztbesuche: Laut der Studie gingen Frauen öfter zum Arzt und zur Vorsorge, etwa sieben Mal im Jahr. Berufstätige Männer hingegen gingen im Schnitt 4,2 Mal im Jahr zum Arzt. Frauen arbeiten zudem oft in Berufen, in denen sie beispielsweise mit einer starken Erkältung nicht zur Arbeit gehen können, weil sie Kunden- oder Patientenkontakte haben.

Auch Komplikationen während und nach der Schwangerschaft haben Einfluss auf die Krankheitsausfälle. Ebenfalls spielt die Kinderbetreuung eine Rolle: Mehr als jede vierte Frau (27 Prozent) sagt, dass sie sich bei einer Erkrankung des Kindes selbst krankgemeldet hat. Bei den Männern waren es nur 17,5 Prozent.

Männer wiederum sind mit durchschnittlich 12,2 Tagen am Stück länger arbeitsunfähig geschrieben als Frauen, die 11,9 Tage am Stück der Arbeit fernblieben.

asc/dpa/afp

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