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24. Oktober 2016, 14:24 Uhr

Auswahlverfahren

Diese Frauen wollen die erste deutsche Astronautin werden

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2020 soll zum ersten Mal eine Frau aus Deutschland ins All fliegen. In Hamburg haben jetzt die Auswahltests begonnen. Fünf Kandidatinnen erzählen, warum sie unbedingt zur ISS wollen.

Elf Astronauten hat Deutschland bisher ins All geschickt, alle elf waren Männer. Eine private Initiative will nun die erste deutsche Frau ins All bringen. Bis März 2017 sollen zwei Kandidatinnen feststehen, die ihre Ausbildung im kommenden Jahr beginnen. 2020 soll eine von beiden zur Internationalen Raumstation ISS fliegen und dort zehn Tage verbringen.

Mehr als 400 Frauen haben sich beworben. 86 haben es in die nächste Runde geschafft und werden nun in Hamburg vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen Tag lang auf die Probe gestellt: Wie gut können sie sich konzentrieren? Wie steht es um Merkfähigkeit und räumliche Vorstellungskraft?

Für die besten 30 Bewerberinnen geht es im Januar in Köln weiter. In Interviews und Gruppenaufgaben müssen sie zeigen, wie belastbar und motiviert sie sind. Zehn Frauen werden danach zu umfassenden medizinischen Tests eingeladen. Externe Gutachter aus der Raumfahrtmedizin entscheiden im letzten Schritt darüber, wer fit genug ist fürs All.

Die Auserwählte fliegt allerdings nicht als Berufsastronautin zur ISS, sondern als "kommerzielle Astronautin" - mit anderen Worten: als Weltraumtouristin. Ihr Flug wird mit privatem Geld finanziert, die Initiative kalkuliert mit rund 40 Millionen Euro. Die Summe soll von Sponsoren kommen, die im Gegenzug von der PR der Astronautin, aber auch von ihren Experimenten im All, profitieren könnten.

Die Kosten für das Auswahlverfahren trägt das DLR. Es wertet die Daten aus den Eignungstests aus, erhofft sich aber auch neue Erkenntnisse von der Astronautin selbst. Die hormonellen Veränderungen bei Frauen in der Schwerelosigkeit seien bisher zum Beispiel wenig erforscht, sagt DLR-Ärztin Claudia Stern. Auch das Sehvermögen und der Hirndruck veränderten sich im All bei Männern und Frauen unterschiedlich.

Hinter der Initiative steckt Claudia Kessler, Top-Managerin einer auf die Raumfahrtbranche spezialisierten Personalvermittlung, die unter anderem die Europäische Weltraumorganisation (Esa) mit Fachkräften versorgt. Eine Astronautin könnte zum Vorbild für junge Frauen avancieren, die sich für naturwissenschaftliche und technische Themen interessieren, hofft sie.

Ihr erstes Ziel hat sie schon erreicht: Sie hat gezeigt, dass es genügend interessierte und qualifizierte Frauen für den Job einer Astronautin gibt. Wir stellen fünf von ihnen vor:

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