Dienstwagen Banker fahren die teuersten Autos

Man gönnt sich ja sonst nichts. Im Finanzbereich rollen die wertvollsten Karossen, in der Kultur fast keine. Eine neue Untersuchung zeigt auch: Führungsfrauen fahren 9000 Euro billigere Autos als ihre männlichen Kollegen.

Von Anja Tiedge

DPA

Angela Merkel hat einen schusssicheren, Ulla Schmidt geriet seinetwegen in Bedrängnis, und die Queen fährt ihren gelegentlich sogar selbst: Frauen mit Dienstwagen gibt es durchaus. Im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen sind sie jedoch weit in der Unterzahl - und ihre Autos erheblich billiger. Das geht aus dem Firmenwagenmonitor 2015 hervor, den die Vergütungsdatenbank Gehalt.de am Dienstag veröffentlichen wird.

Am größten ist der Unterschied bei Fachkräften: Hier bekommen Männer knapp viermal so oft (13 Prozent) einen Dienstwagen wie Frauen (3 Prozent). In Führungspositionen sind Frauen deutlich häufiger mit Dienstwagen unterwegs, nämlich jede vierte - allerdings fahren auch hier erheblich mehr Männer (49 Prozent) auf Firmenkosten.

Beim Einkommen schneiden Frauen generell schlechter ab als Männer. Das spiegelt sich auch im Wert der Dienstwagen wider: Firmenwagen männlicher Fachkräfte sind gut 6000 Euro teurer als die von Frauen; bei Führungskräften liegt der Unterschied sogar bei 9000 Euro.

Für die Untersuchung hat Gehalt.de die Daten von rund 379.000 Arbeitnehmern ausgewertet. 45.000 gaben an, einen Firmenwagen zu fahren. Im Bausektor und im Großhandel sind Dienstwagen mit jeweils rund 25 Prozent am stärksten verbreitet - das leuchtet ein, dort muss man mobil sein: Bauleiter oder Architekten sind viel zu Baustellen unterwegs, Händler zu ihren Kunden und Lieferanten. Auf den nächsten Rängen folgen die Pharma- und die Gebrauchsgüterindustrie mit je knapp 22 Prozent. Am seltensten rollen Dienstwagen im Kulturbereich und bei Krankenhäusern (unter zwei Prozent).

Quartett der Großen: VW, Audi, BMW, Mercedes

Beim Gehaltsgespräch geht nichts mehr nach oben? Dann reden wir halt über einen Dienstwagen: ein Statussymbol auf Rädern, darauf stehen Deutsche besonders. Und für die Autoindustrie sind Dienstwagen traditionell ein wichtiger Verkaufssektor. Ganz besonders gilt das für den VW-Konzern - die drei Marken VW (28 Prozent), Audi (19 Prozent) und Skoda (7 Prozent) stellen zusammen mehr als die Hälfte aller Firmenwagen. 13 Prozent fahren einen BMW, 8 Prozent einen Mercedes. Marken wie Ford, Opel, Volvo und Renault liegen weit dahinter.

Das teuerste erfasste Gefährt - Porsche - ist mit 84.000 Euro fast so viel wert wie sechs der günstigsten (Smart, 15.000 Euro). Die Untersuchung zeigt einige klare Zusammenhänge: Je größer das Unternehmen und je höher die Gehaltsklasse, desto häufiger und teurer sind Dienstwagen. Faustregel: Der Autopreis entspricht etwa einem halben Bruttojahresgehalt. Das gilt für Porsche- ebenso wie für Kia-Fahrer.

Nach Branchen stechen die Banken in der Studie heraus. Dort sind Dienstwagen eher selten (acht Prozent), dafür aber besonders wertvoll: Mit einem Bruttolistenpreis von knapp 46.000 Euro fahren Finanzexperten die teuersten Autos, gefolgt von Computerbranche, Auto- und Chemieindustrie (alle über 40.000 Euro).

Am anderen Ende der Skala liegen soziale Einrichtungen: Hier kosten Dienstwagen lediglich 26.000 Euro, rund 44 Prozent weniger als bei Banken. Auch Firmenwagen auf dem Bau (33.300) und bei Autohäusern (33.500 Euro) sind vergleichsweise günstig.

Wer ein Firmenauto bekommt und wer nicht, hängt stark vom Unternehmensbereich ab: Fast jeder vierte Vertriebler hat einen Firmenwagen. Mit deutlichem Abstand folgen Mitarbeiter in der Technik, der IT, in PR und Marketing sowie dem Personalwesen.

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 186 Beiträge
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Seite 1
Friedersp 14.09.2015
1. Abschaffen dieses Steuerprivilegs, und zwar sofort!
Letztendich bezahlt der Steuerzahler diese Dienstwagen, weil der Gestzgeber nicht willens ist, dieses Privileg abzuschaffen. Noch nicht einmal die Opposition, noch nicht einmal die Linken fordern das. Das von uns häufig gecholtene, ach so konservative Österreich hat das schon lange erledigt.
unixv 14.09.2015
2. Nur mit Abzocken!
kann man in dieser sooo schönen NEUEN Marktwirtschafts- Welt etwas werden!
echo12345 14.09.2015
3.
Welchen Mehrwert soll dieser Text haben? Es kann uns doch völlig gleich sein, wer welchen Wagen fährt! Die werden doch sowieso doppelt und dreifach versteuert. am Ende bezahlen Sie die Nutzer quasi aus dem Netto. Ein Vorteil ist das nicht.
kimmberlie67 14.09.2015
4. das sit eine Meldung
wert. Man beachte den Unterschied. Tolle Meldung
openminded 14.09.2015
5.
Wer einen Dienstwagen gestellt bekommt, fährt nicht "auf Firmenkosten". Genauso gut könnte man sagen, jemand fährt regelmäßig auf Firmenkosten in den Urlaub, bezahlt mit Geldern, die ihm die Firma regelmäßig auszahlt. Ein Dienstwagen zur privaten Nutzung ist ein Gehaltsbestandteil, genau wie VWL oder ein Jobticket und somit genauso Teil von Gehaltsverhandlungen wie das Fixgehalt. Daher kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass es eher Männern wichtig ist, größere und neuere Autos zu fahren. (Vielleicht, weil sich zu viele Frauen immer noch davon beeindrucken lassen?) P.S.: Selbstverständlich müssen solche Gehaltsbestandteile bei Vergleichen berücksichtigt werden, gehe mal davon aus, dass das auch geschieht.
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