Sexistische Witze, Übergriffe Erste Schaffnerin Frankreichs erhält 120.000 Euro Entschädigung

Beleidigungen, Diskriminierung, Übergriffe durch Kollegen: Die erste Schaffnerin Frankreichs ist jahrelang in ihrem Job diskriminiert worden. Nun muss die Eisenbahngesellschaft SNCF der Frau eine Entschädigung zahlen.

Ein Schnellzug der SNCF
AP

Ein Schnellzug der SNCF


Als erste Schaffnerin Frankreichs hatte eine Frau im Jahr 1980 für Aufsehen gesorgt. Das gefiel offenbar nicht vielen männlichen Kollegen. Die Schaffnerin musste sich jahrelang sexistische Sprüche wie etwa "Weiber haben im Zug nichts zu suchen" anhören.

Ihr Arbeitgeber, die französische Eisenbahngesellschaft SNCF, hatte der Schaffnerin nicht beigestanden. Nun hat ein Gericht in Marseille der früheren Bahn-Mitarbeiterin eine hohe Entschädigung zugesprochen. Die SNCF muss ihr wegen Diskriminierung insgesamt rund 120.000 Euro zahlen, wie auch "Le Parisien" berichtet.

Die Frau hatte nach eigenen Angaben zudem 700 Euro brutto weniger als ihre Kollegen erhalten und Tätigkeiten ausüben müssen, die nicht ihrer Ausbildung entsprochen hätten. Durch die ständige Diskriminierung bei der Arbeit ist die Frau offenbar depressiv geworden.

Die SNCF legte nach Ansicht der Richter in dem Berufungsverfahren keinerlei stichhaltige Begründung für ihr Verhalten vor.

kha/AFP



insgesamt 9 Beiträge
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flytogether 17.11.2017
1. Richtig so!
Nur so kann man diesen Sumpf an arroganten Nichtskönnern in den Führungsebenen beikommen. Mit Argumenten kommt man gegen diese Typen nicht an. Respekt vor dieser Frau die sich für den Gerichtsweg entschieden hat.
touri 17.11.2017
2.
Volle Zustimmung. Zum Glück haben sich die Zeiten seit Anfang der 80er geändert. Ich hoffe die nächste Generation wird Sexismus nur noch vom Hörensagen kennen. Nun man darf träumen.
bjbehr 18.11.2017
3. Weiter so! Und ich bin ein Mann.
Ich finde es klasse, dass dieser ganze testosteron-gesteuerte Männlichkeitshabitus endlich auf den Index kommt. Und weiterhin, dass sich immer mehr Frauen aus der Deckung wagen und im Zuge dessen dieser ganze unsägliche TV-Doku-Trash-Müll auf den Privaten ebenso bald das Zeitliche segnet. Die Gesellschaft kann auf dümmlich-dämliche und botoxaufgespritzte Blondinchen, die den schnellen Euro anpeilen, gut und gerne verzichten. Es reicht die Plastikbarbie von Matell. Längst überfällig, dass sich sozusagen "die Beweislast umkehrt" und "Unschuldige" ihre Unschuld beweisen müssen. Was heißt da, vorzeitig Karrieren zerstört? Vielleicht ist selbst das richtig ganz nach dem Motto: Wehret den Anfängen. Also: Weiter so! Und ich bin ein Mann.
CharlieHarpers 20.11.2017
4.
Das ist viel zu wenig, 700 EUR pro Monat sind auf 30 Jahre gerechnet 84000 in 10 Jahren. Sie ist doch seit 1980 dort angestellt oder? Die Depression schadet auch zukünftig wirtchaftlich. Hier wären mindestens eine Millionen als Strafe(!) angebracht gewesen. Warum nicht in Berufung gehen oder vor dem EUGH klagen? Was sagen hierzu Juristen?
der_nachtarbeiter 20.11.2017
5. Völlige Zustimmung
Gut so, könnte auch noch mehr sein.
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