Arbeitsrecht Wer mit Mord droht, fliegt raus

"Ich stech dich ab", sagte eine LKA-Mann am Telefon zu seinem Chef - ihm wurde fristlos gekündigt. Dagegen klagte er, doch ohne Erfolg: Morddrohungen gegen den Vorgesetzten rechtfertigen einen Rauswurf, bestätigte ein Landesarbeitsgericht.

Landesarbeitsgericht Düsseldorf
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Landesarbeitsgericht Düsseldorf


Nach einem Streit soll ein Mitarbeiter des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen seinem Chef gedroht haben, ihn zu ermorden. Die darauffolgende fristlose Kündigung muss der Mann hinnehmen - das hat das Landesarbeitsgericht Düsseldorf am Donnerstag bestätigt.

Zwischen dem Personenfahnder und seinem Chef hatte es im Vorfeld einen heftigen Streit gegeben. Der Angestellte, der seit 1988 im LKA arbeitete, hatte im Jahr 2012 für die Personalratswahl den Dienstkopierer benutzt - ohne dazu berechtigt zu sein. Als der Vorgesetzte ihn aufforderte, die Kosten zu erstatten, zeigte der Mitarbeiter ihn wegen Nötigung an. Das darauffolgende Verfahren lief ungünstig für den Kläger: Er wurde wegen Betrugs verurteilt.

Am 19. Dezember 2014 soll der Angestellte schließlich abends von einer Telefonzelle aus auf dem Diensthandy seines Chefs angerufen haben. Mit den Worten "Ich stech dich ab" soll er ihn bedroht haben. Einen Monat später kündigte ihm die Behörde fristlos.

Der Mann bestritt die Drohung und wehrte sich mit einer Kündigungsschutzklage, die das Landesarbeitsgericht in Düsseldorf jetzt abwies. Dem Land sei es nach dieser "ernsthaften und nachhaltigen Bedrohung" nicht zuzumuten, den Mann weiter zu beschäftigen.

An der Stimme erkannt

Der Mitarbeiter behauptete hingegen, er habe sich zur fraglichen Zeit vor seinem Haus mit einem Nachbarn unterhalten. Der Anruf war 3,5 Kilometer vom Haus des Mannes entfernt aus einer Telefonzelle an das Handy des Vorgesetzten erfolgt.

Das Gericht sah es dagegen als erwiesen an, dass der Personenfahnder seinen Chef angerufen hatte. Er sei an seiner Stimme leicht zu erkennen und habe durch den Streit ein Motiv gehabt. Außerdem hatte der Anrufer die Strafanzeige wegen Nötigung angesprochen, von der nur wenige Personen wussten.

(Az: 11 Sa 823/16)

mja/dpa

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