Junge Juristen Wo man gleich nach der Ausbildung 86.000 Euro Gehalt bekommt

Jura studieren nur fürs Geld? Ist zumindest kein schlechtes Argument: Wer es geschickt anstellt, kann dort ein besonders hohes Einstiegsgehalter bekommen.

Junger Rechtsanwalt (Symbolbild)
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Junger Rechtsanwalt (Symbolbild)


Ein Studium lohnt sich, langfristig und generell gedacht. Studien zeigen: Je höher der Ausbildungsabschluss, desto besser das Gehalt. Aber für Berufseinsteiger gilt das nicht immer. Je nach Branche müssen sie oft mit vergleichsweise wenig Geld auskommen.

Allerdings gab es in den vergangenen Jahren Verbesserungen: Nur noch ein Drittel der Bachelor-Absolventen verdient weniger als 38.000 Euro brutto im Jahr. 2014 waren es 46 Prozent.

Zu diesem Schluss kommt die Hochschul-Recruiting-Studie 2016. Dafür befragte die Online-Stellenbörse "Jobware" in Zusammenarbeit mit der Hochschule Koblenz bundesweit 84 Unternehmen, vor allem aus den Bereichen IT, Ingenieurswesen, Finanzen, Vertrieb und Recht.

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Jobware/ Hochschule Koblenz

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"Die Akzeptanz des Bachelors ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das spiegelt sich auch in den Gehältern", sagte Björn Thomsen von "Jobware". Bei den Master-Absolventen liegen nur noch 14 Prozent unter der Gehaltsgrenze von 38.000 Euro - verglichen mit 23 Prozent vor zwei Jahren.

Zu den Spitzenverdienern gehören demnach junge Anwälte in Wirtschaftskanzleien: 46 Prozent von ihnen bekommen mehr als 86.000 Euro als Einstiegsgehalt. Bei der Befragung bildeten Wirtschaftskanzleien einen besonderen Schwerpunkt. Allerdings setzen sie durch die hohen Streitwerte in ihrem Fachgebiet auch besonders viel Geld um.

Über die gesamte Juristenbranche hinweg dürften die Einstiegsgehälter weiter auseinander klaffen. Eine Stichprobe der Gehaltsdatenbank Personalmarkt im vergangenen Jahr ergab einen Gehaltsdurchschnitt für Einsteiger von 50.000 Euro. Die Spitzenverdiener, die auch den Schnitt nach oben ziehen, haben aber fast immer ein Prädikatsexamen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Textes heißt, 46 Prozent aller Jura-Absolventen würden mehr als 86.000 Euro verdienen. Tatsächlich gilt das nur für Wirtschaftsanwälte. Die genannten Einstiegsgehälter werden außerdem nicht sofort nach der Uni gezahlt, sondern erst nach den Staatsexamen. Wir haben diese Fehler korrigiert.

Studie zum Gehalt: Diese Arbeiter verdienen mehr als Akademiker

lov

insgesamt 48 Beiträge
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danielbernbeck 15.08.2016
1. Uni?
Na ja, hier sind wohl eher die so genannten Volljuristen (Assessoren) gemeint, also diejenigen mit 2. Staatsexamen, die in Unternehmen oder Kanzleien angestellt werden und nach dem Uniabschluss auch noch das Referendariat absolviert haben. Diejenigen mit "nur" 1. Staatsexamen, die also - wie der Titel suggeriert - "direkt von der Uni" kommen, dürften deutlich weniger bekommen.
OlafKoeln 15.08.2016
2. Vielen?
Besser wäre wohl "einigen jungen Juristen". Soweit mir bekannt, haben viele Juristen erhebliche Einstiegsschwierigkeiten und arbeiten oft für Mini-Löhne - auch Art-fremd.
FrankDr 15.08.2016
3. Jeder hat die Wahl
Und das Gute daran ist... Jeder kann es studieren... NC frei. Bei unserer Klasse wurden auch die Schlechtesten Sitzenbleiber mot 3,x Abi nun Juristen und scheffeln jetzt richtig. Dazu eonrr noch die lächerliche Doktorarbeit, die es bei den Juristen gibt (okay Mediziner sind nochmal deutlich besser dran). Alles richtig gemacht die zwei.
OompaLoompaOfScience 15.08.2016
4. Nicht repräsentativ
Es wurden 84 Unternehmen befragt, was die Berufseinsteiger bei ihnen verdienen. Bei diesen Unternehmen bekommen 46% der Juristen ein Einstiegsgehalt von 86.000 EUR oder mehr. Das kann ich glauben, auch wenn mir die Zahl sehr hoch vorkommt. Mitnichten kommen jedoch 46% aller Jura-Absolventen auf ein solches Einstiegsgehalt, die breite Masse jedoch liegt weit darunter.
Hitbacker 15.08.2016
5. Das ist zu bezweifeln
Ja, es gibt 6-stellige Einstiegsgehälter für Berufsanfänger. Die haben aber kein Bachelor, sondern ein zweites Staatsexamen und steigen in Großkanzleien ein. Es dürften maximal ca. 15% des Absolventenjahrganges sein. Der Artikel unterbietet jeglichen journalistischen Standard.
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