Miese Jobstarts "Mein Kollege ist ständig eingeschlafen"

Der eine bekommt einen Platz im fensterlosen Keller zugewiesen, die andere erlebt, wie der Kollege zu schnarchen beginnt. Hier erzählen SPIEGEL-ONLINE-Leser von kuriosen Starts in neue Jobs.

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Als Marlene die Jobzusage bekommt, ist sie überglücklich. Tschüs, Kleinstadt! Hallo, München, wo sie als Verwaltungsfachangestellte für einen großen öffentlichen Arbeitgeber anfangen sollte. Wo genau, das will sie lieber nicht verraten und auch nicht, wie sie wirklich heißt. Denn die ersten Monate in ihrem neuen Job waren eine Katastrophe.

"An meinem ersten Tag kannte man zwar meinen Namen, rechnete jedoch erst sechs Monate später mit mir", schreibt sie SPIEGEL ONLINE. Das sei besonders ärgerlich gewesen, da die Wohnungssuche in München nicht gerade einfach gewesen sei und die Personalabteilung ständig Druck gemacht habe, wann sie endlich anfangen könne.

Der Kopf rutsche auf die Tischplatte

"Ich wartete zwei Stunden, bis man mir mitteilte, wer sich nun um mich kümmern sollte", schreibt Marlene weiter. Wie sie wirklich heißt, möchte sie lieber nicht verraten.

Und dann sei alles noch schlimmer geworden: "Mein Einarbeitungspate hatte morgens und mittags Probleme, sich wach zu halten." Seine Hand habe noch auf der Maus gelegen, aber sein Kopf sei immer weiter Richtung Tischplatte gerutscht. Erst dachte sie, er erlaube sich einen Scherz. Dann konnte sie sich das Lachen kaum verkneifen.

"Was mich sehr faszinierte war, wie sehr dieser Mann sich dem Gefühl der Müdigkeit hingab", sagt sie im Rückblick. "Keine Spur vom Kampf gegen die Schwere, keine Spur von Scham oder gar einer Vorbildrolle."

Ein extremer Ausnahmefall? Offenbar nicht. Denn nach unserem Leseraufruf haben uns Dutzende E-Mails aus ganz Deutschland erreicht, in der uns Menschen von miesen Jobstarts berichten. Lesen Sie hier eine Auswahl der Erlebnisse:

Für Marlene hat sich übrigens alles zum Guten gewendet. Nach eineinhalb Jahren konnte sie in eine andere Abteilung wechseln, dort sei sie nun sehr glücklich, sagt sie.

Leseraufruf
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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Cascara LF 29.05.2018
1. Vier Monate im Keller?
Als leitender Angestellter? Wie verzweifelt muß man sein und wie wenig Selbstsicherheit muß man haben, um das mit sich machen zu lassen?
tepchen 29.05.2018
2. Morgens und Mittags Müdigkeitsattacken
sind nicht unbedingt etwas zum schämen. Was ist wenn der Mann krank ist? Z.B. Probleme mit dem Zucker hat? Oder Medikamente nehmen muss die sowas auslösen? Gabapentin ist so ein Zeug das sowas auslöst. Nicht immer in jugendlicher Unbekümmertheit den Kopf schütteln.
touri 29.05.2018
3.
Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich mal ein Praxissemester bei einer Volks- und Raiffeisenbank gemacht habe. Meinen Arbeitsvertrag habe ich erst zwei Monate nach Arbeitsbeginn gesehen. Dann fehlte darin die beim Bewerbungsgespräch vereinbarte Vergütung von gigantischen 200 € im Monat. Einen weiteren Monat später hatte ich dann tatsächlich meinen Arbeitsvertrag, auch wenn ich nie meine Vergütung für den ersten Monat gesehen habe. Dafür hatte ich immerhin ein eigenes Büro mit dickem Chefsessel. Wirklich gelernt habe ich allerdings erst etwas in meinen letzten beiden Wochen, da wurde ich dann endlich auf mehrmaliges bitten von mir, in die Controllingabteilung geschickt. Das war dann tatsächlich auch mein erster Kontakt mit "echtem" Controlling.
VormSpiegel 29.05.2018
4. Müdigkeit großes Problem
Wer schon übermüdet zur Arbeit kommt hat große Risiken auf dem Weg mit dem Auto (Thema Sekundenschlaf). Wenn die Arbeit dann monoton und langweilig ist ist es im Zweifel einfach gesünder einfach kurz zu schlafen ; Powernap eben, nach ~30 Minuten ist man auch schon wieder fit. Wer kleine Kinder hat weiß auch das man öfter einfach gar keinen Schlaf bekommt.
krause.bettina 29.05.2018
5.
Zitat von Cascara LFAls leitender Angestellter? Wie verzweifelt muß man sein und wie wenig Selbstsicherheit muß man haben, um das mit sich machen zu lassen?
Humor und Gelassenheit sind auch keine schlechten Eigenschaften für Führungskräfte ... :-))
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