Arbeitsrecht EuGH untersagt Kettenbefristung von Tänzern und Musikern

Keine Sicherheit, immer wieder nur befristet angestellt: Eine Balletttänzerin aus Rom wollte das nicht hinnehmen - und zog vor Gericht. Von ihrem Erfolg profitieren nun auch andere.

Balletttänzerin (Symbolbild)
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Balletttänzerin (Symbolbild)


Tänzer und Musiker bei öffentlichen Kultureinrichtungen sind wie andere Arbeitnehmer davor geschützt, immer wieder nur befristete Verträge zu bekommen. Dies hat der Europäische Gerichtshof in einem Rechtsstreit um sogenannte Kettenbefristungen von Opern- und Orchesterangestellten in Rom entschieden (Rechtssache C-331/17).

Konkret ging es um den Fall einer italienischen Balletttänzerin, die gegen die Befristung ihrer Verträge bei der Stiftung Opernhaus Rom geklagt hatte. Die Richter sahen für diese Befristung jedoch keinen sachlichen Grund. Weder der öffentliche Charakter der Stiftungen, noch die Tatsache, dass es in dieser Branche traditionell befristete Verträge gebe, rechtfertigten solche Arbeitsverhältnisse.

Es sei auch kein Grund ersichtlich, warum "die Ziele der Entwicklung der italienischen Kultur und der Bewahrung des historischen und künstlerischen Erbes Italiens" es erfordern würden, Beschäftigte im Bereich Kunst und Kultur befristet einzustellen.

In Deutschland hatte das Bundesverfassungsgericht erst im Juni das gesetzlich verankerte Verbot einer grundlosen Befristung bestätigt. Ausnahmen seien nur dann möglich, wenn keine Gefahr einer sogenannten Kettenbefristung bestehe, eine Vorbeschäftigung sehr lange zurückliege oder von kurzer Dauer gewesen sei.

fok/dpa/AFP



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